Erste ÖPNV-Wanderkarte für die Elfringhauser Schweiz

Für alle, die ohne Auto einen erholsamen Tag in der Elfringhauser Schweiz verbringen wollen, hat Burkhard Fengler eine besondere Karte erstellt.
Für alle, die ohne Auto einen erholsamen Tag in der Elfringhauser Schweiz verbringen wollen, hat Burkhard Fengler eine besondere Karte erstellt.
Foto: WAZ FotoPool
Der gebürtige Oberhausener Burkhard Fengler hat eine Wanderkarte für die Elfringhauser Schweiz erstellt für alle, die kein Auto haben. Im Infoheft finden sich detaillierte Hinweise zu Öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Weg dorthin war eine Fleißarbeit.

Oberhausen.. Es gibt schon viele Wanderkarten für die Elfringhauser Schweiz, das gibt auch Burkhard Fengler freimütig zu. Doch eine solche wie die, die der Oberhausener selbst erstellt hat, die ist einzigartig. Der 52-Jährige, selbst überzeugter Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs, hat in mühevoller Kleinarbeit eine Karte gemacht, die es ermöglicht, die Hügellandschaft und ihre nähere Umgebung ganz ohne Auto zu entdecken. Ein umfangreiches Infoheft zeigt, wie’s geht.

Seit 20 Jahren schon verzichtet Burkhard Fengler aufs eigene Auto, „aus ökologischen Gründen“. Dabei könnte er sich das Leben damit viel leichter machen: Denn der studierte Landschaftsarchitekt und Umweltplaner, der inzwischen nicht mehr in Oberhausen, sondern im kleinen Städtchen Höxter lebt, kommt regelmäßig in die alte Heimat, um seine Mutter zu besuchen: „Dreieinhalb bis vier Stunden dauert eine Strecke. Ich bleibe dann immer zwei bis drei Tage, sonst lohnt es sich nicht.“

75 Punkte für den ÖPNV

Kein Wunder also, dass sich dieser Mann, der die Natur, die Ruhe und Beschaulichkeit so liebt, bei Spaziergängen durch das Gebiet, das auch „Hattinger Hügelland“ genannt wird, Gedanken darüber gemacht hat, wie man es auch ohne Auto erkunden kann. Dass er sich dann jedoch ernsthaft ans Werk gemacht hat, die anspruchsvolle Idee einer Wanderkarte mit Haltestellen-Hinweisen in die Tat umzusetzen, ist schon erstaunlich.

„Die Gegend ist interessant“, sagt Fengler, „und schnell zugänglich. Es gibt gute und regelmäßige Anbindung. So ist das im Ballungsraum. Bei uns in Ostwestfalen wird das schwieriger.“ Wer die Karte im Maßstab 1:25 000 aufschlägt, sieht 75 orangefarbige Punkte, alles Haltestellen des ÖPNV. „Und das sind noch nicht einmal alle“, sagt Burkhard Fengler, „sondern nur die, die direkt am Wanderweg liegen.“

30-seitiges Infoheft

Hinzu kommt ein 30-seitiges Info-Heft. Nie zuvor hatte sich jemand die Mühe gemacht, all die Daten über Haltestellen, Fahrpläne, Tarifinformationen, ja sogar Umstiegszeiten und Anschlüsse zu sammeln. Hinzu kommen touristische Tipps wie Museums-Adressen, öffentliche Toiletten, Hofläden und Gasthäuser. Sogar eine Modellrechnung für den Zeitbedarf einer Tageswanderung findet sich in dem Beiheft zur Karte. Unglaublich exakt geht Burkhard Fengler dabei vor: Die Strecke (13,6 km) wird nicht nur durch eine Wandergeschwindigkeit (3,8 km/h) dividiert, auch Höhenmeter, Aussichten, Rasten, Einkehr und die Zeit fürs Fotografieren finden Platz.

Seine Karte, erklärt Fengler, basiere auf einer Anbindung aus dem nordwestlichen Ruhrgebiet. „Sie ist auf die Linien S3 und S9 ausgerichtet.“ Und er nennt noch einen klaren Vorteil: „Eigentlich muss man ja immer eine Runde machen, man muss ja zurück zum Parkplatz.“ Mit seiner Karte jedoch seien Ausgangs- und Endpunkt flexibel gestaltbar.

Burkhard Fengler bringt sein Werk im Eigenverlag heraus. „Geld werde ich damit nicht verdienen“, sagt er. „Es ist mein gesellschaftlicher Beitrag.“

Beim Autor käuflich zu erwerben

Als Elfringhauser Schweiz wird der Teil der Bergisch-Märkischen Hügellandschaft südlich der Ruhr bei Elfringhausen zwischen Hattingen, Wuppertal, Sprockhövel und Velbert bezeichnet.

Die Wanderkarte kostet 7,50 Euro und kann per E-Mail bestellt werden bei Burkhard Fengler: b.fengler@posteo.de.

 
 

EURE FAVORITEN