Eine neue Moschee für 300 Gläubige

Die Bauarbeiten zur Erweiterung der Ayasofya Camii Moschee an der Duisburger Str. 121 in Oberhausen haben begonnen.
Die Bauarbeiten zur Erweiterung der Ayasofya Camii Moschee an der Duisburger Str. 121 in Oberhausen haben begonnen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Ditib-Gemeinde errichtet an der Duisburger Straße ein großes Gotteshaus mit Kuppel und symbolischem Minarett. Oberbürgermeister begrüßt Initiative der muslimischen Gemeinde

Oberhausen. Wo einst der Gebetsraum war, klafft jetzt ein großes Loch im Boden. Ein Bagger schafft Baumaterial heran. Die Zeichen für den Neubau sind kaum zu übersehen. An der Duisburger Straße errichtet die Ditib-Gemeinde eine neue Moschee. Die Muslime haben sich viel vorgenommen.

Zentrum des neuen Gemeindezentrums in unmittelbarer Nähe zum Praktiker-Baumarkt soll ein 250 Quadratmeter großer Gebetsraum sein. Er bietet zwischen 200 und 300 Gläubigen Platz zum Beten. Der Saal wird von einer Kuppel überspannt. Sichtbares Symbol des muslimischen Gotteshauses soll ein etwa vier Stockwerke hohes Minarett werden.

„Es gab erhebliche Probleme mit dem Bau“

„Man will weg von einer Hinterhofmoschee und hin zu einer transparent sichtbaren Moschee“, sagt Migrationsrats-Geschäftsführer Ercan Telli. Er antwortet im Auftrag des Moscheevereins-Vorsitzenden Sefer Bekar auf die WAZ-Anfrage. Telli nimmt möglichen Bedenkenträgern den Wind aus den Segeln: Das Minarett sei reines Symbol und habe keine Funktion für den Ruf des Muezzin. „Es wird keine Lautsprecher geben.“

Die Gemeinde rechnet 750.000 bis 800.000 Euro Kosten für den Neubau – gut möglich, dass es auch etwas mehr werde. Das Geld kommt aus Spenden. Viele Gemeindemitglieder packen selbst an. So hatten die Männer des „Islamischen Kultur- und Bildungsvereins“ persönlich den Abrisshammer geschwungen und das ehemalige Supermarktgebäude, das seit 1988 als Moschee genutzt wurde, in Schotter zerlegt.

„Es gab erhebliche Probleme mit dem Bau“, erklärt Telli. Mehrere Gutachten hätten ergeben, dass ein Neubau deutlich günstiger sei als eine aufwändige Renovierung. Während vielen christlichen Gemeinden die Mitglieder davonlaufen, ist die Ayasofya Camii Moschee Lebensmittelpunkt vieler Muslime.

Weg von der Hinterhofmoschee

Die Gemeinde, die zum als gemäßigt geltenden Ditib-Verband gehört, setzt auf Transparenz: „Alles geschieht im Einvernehmen mit der Stadt“, sagt Ercan Telli. „Man will im Ortsteil akzeptiert werden.“ Neben dem Gebäude soll auch ein 100 Quadratmeter großer Veranstaltungsraum als Mehrzwecksaal und soziales Zentrum für Hausaufgabenbetreuung, medizinische Beratungen und rechtliche Tipps genutzt werden.

Wann der Gebäudekomplex fertig ist, lässt sich nur schwer vorhersagen. Es wird wohl eher mehrere Jahre als Monate dauern. Eine Sprecherin von Ditib-Deutschland erklärt auf Anfrage, dass die Finanzierung alleine Sache des Oberhausener Vereins sei. „Das ist ein gemeinnütziger Verein“, erklärt Ercan Telli. Die muslimischen Vereine verschulden sich grundsätzlich nicht, um solche Bauten zu finanzieren. Heißt: Es wird immer nur so viel gemacht, wie auch bezahlt werden kann. Und das kann etwas länger dauern.

Bei Oberbürgermeister Klaus Wehling stößt das Projekt auf Begeisterung: „Ich find’ das prima“, sagt er. Er verweist auf äußerst positive Erfahrungen mit einem ähnlichen Moschee-Neubau am Tackenberg. Dort gebe es gute Kooperationen mit den christlichen Gemeinden. Der Neubau habe ein gutes Zeichen nach außen gesetzt. „In der Vergangenheit hat es ja immer eine große Rolle gespielt, ob Lautsprecher angebracht wurden.“ Das sei ja auch an der Duisburger Straße nicht so.

Bis zur Fertigstellung des Neubaus nutzt die Gemeinde einige Räume des alten Moschee-Komplexes, die noch nicht abgerissen wurden. Für große Veranstaltungen weichen die Gläubigen nach Sterkrade oder nach Osterfeld aus.

 
 

EURE FAVORITEN