Ein teurer Besuch

Simona Westhoven
Parken verboten: Wer einen Krankenbesuch per Auto plant sollte viel Zeit, aber vor allem auch das passende Kleingeld bereithalten, wie hier am St.-Clemens-Krankenhaus in Sterkrade                              Bild: Stephan Glagla
Parken verboten: Wer einen Krankenbesuch per Auto plant sollte viel Zeit, aber vor allem auch das passende Kleingeld bereithalten, wie hier am St.-Clemens-Krankenhaus in Sterkrade Bild: Stephan Glagla
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool

Klagen über zu wenige Parkplätze in unserer Stadt gibt es seit Jahren. Besonders ärgerlich wird es, wenn man nicht zum gemütlichen Einkaufsbummel fährt, sondern zum Krankenhaus.

Die fünf Krankenhäuser in haben meist keinen Platz für Besucher-Parkplätze, aber auch Patienten und Mitarbeiter müssen die Parkflächen in der Umgebung nutzen.

Ein Überblick:

St. Clemens

An den St.-Clemens-Hospitalen in Sterkrade sieht die Situation besonders schlecht aus. Auf eigenem Gelände gibt es nur Stellplätze für Autos einiger Mitarbeiter und für Dienstfahrzeuge. Wer sonst noch mit dem Pkw anreist, muss zahlen: um direkt am Haupteingang an der Wilhelmstraße parken zu können, gehört auch noch eine gehörige Portion Glück dazu, um einen der wenigen Parkplätze zu ergattern. Parken ist nicht nur kostenpflichtig, sondern auch zeitlich begrenzt. Andere Möglichkeiten sind der städtische kostenpflichtige Parkplatz an der Robert-Koch-Straße, sowie der Parkplatz und die kostenpflichtige Tiefgarage des 50 Meter entfernten Möbelhauses Finke. „Als Innenstadtkrankenhaus kann man nicht alles haben“, sagt Hans Rosenkranz, technischer Leiter der St.-Clemens-Hospitale, „wir können es uns nicht erlauben, Parkplätze frei zur Verfügung zu stellen.“ Hätte er das Geld für Parkplätze, so Rosenkranz, würde er es für wichtigere Projekte verwenden, „zum Beispiel für eine bessere Ausstattung in der Pflege“. Sein Tipp: „Wir sind sehr gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden“.

Johanniter

Auch Manfred Rönfeldt, technischer Leiter des Johanniter-Krankenhauses, kennt das Parkplatzproblem: „Die zunehmende Motorisierung spüren wir schon. Wir wollten ein Areal auf der gegenüberliegenden Straßenseite erwerben, aber das passt einfach nicht in unser Budget.“ Auf dem eigenen Gelände verfügt das Krankenhaus über rund 160 Stellflächen. Der größte Teil dieser Plätze befindet sich im Parkhaus auf der Dorstener Straße. Hier zahlt der Krankenhausbesucher einen Euro für die erste Stunde, für jede weitere Stunde kommen jeweils 50 Cent hinzu.

Evangelisches Krankenhaus

Das Evangelische Krankenhaus Oberhausen (EKO) tut nun aktiv etwas gegen den Parkplatzmangel und stellt ab Ende dieses Jahres rund 230 neue Parkplätze zur Verfügung. Momentan sind es nur 89 Plätze für Mitarbeiter und Besucher an zwei Standorten. Hier gibt es jedoch ein Problem: Die 64 Plätze am Facharztzentrum sind lediglich in den ersten zehn Minuten kostenlos, danach kostet jede Stunde einen Euro, die Parkfläche im Innenhof darf man 20 Minuten lang kostenfrei nutzen. Für den Besuch eines Angehörigen reicht das natürlich nicht aus. Das neue Parkhaus sowie 30 weitere Plätze im Innenhof sollen in ein paar Wochen für ein entspannteres Parken am EKO sorgen, so Anne Zimmermann, Assistentin der Klinikkommunikation: „Wir haben klaren Handlungsbedarf gesehen und wollen die Parkplatzsituation im Rahmen unserer Modernisierung verbessern“. Kostenlos wird es dann jedoch auch nicht sein.

Katholische Kliniken

Kathrin Fenner kennt die Situation am St. Josef und am St.-Marien-Hospital. Während das St.-Josef-Hospital durch ein eigenes Parkhaus mit über 100 Plätzen gute Parkmöglichkeiten bietet, jedoch einen Euro pro angefangene Stunde und maximal drei Euro pro Tag kostet, müssen Besucher des St.-Marien-Hospitals auf öffentliche Parkplätze rund ums Krankenhaus zurückgreifen. Aus eigener Erfahrung weiß Fenner jedoch: „Je nach Tageszeit muss man schauen, wo noch etwas frei ist, aber eigentlich findet man immer etwas“. Ein Pluspunkt des St.-Marien-Hospitals: Der Parkplatz an der Westfälischen Straße und der Parkplatz der Deutschen Bahn an der Bottroper Straße sind kostenlos.

St. Elisabeth

Das Helios St. Elisabeth-Krankenhaus hat keine eigenen Parkplätze. Lediglich die Nebenstraßen können genutzt werden. Das ist meist kostenlos aber zeitlich begrenzt. 2012 soll jedoch ein neuer Parkplatz, vielleicht sogar ein Parkhaus entstehen, so Dr. Niklas Cruse, Geschäftsführer des St-Elisabeth.