Ein neuer Radschnellweg quer durch Oberhausen?

Denise Ludwig
Das Teilstück „Rheinische Bahn“ an der Stadtgrenze Essen Mülheim (nähe Frohnhauser Weg ) ist eröffnet. Die CDU wünscht sich eine Fahrrad-Schnellstraße auch für Oberhausen.
Das Teilstück „Rheinische Bahn“ an der Stadtgrenze Essen Mülheim (nähe Frohnhauser Weg ) ist eröffnet. Die CDU wünscht sich eine Fahrrad-Schnellstraße auch für Oberhausen.
Foto: Essen
Die Oberhausener CDU-Ratsfraktion macht auf ihrer Klausurtagung in Bad Neuenahr einen interessanten Vorschlag. Doch Strecke und Kosten sind unklar.

Bad Neuenahr/Oberhausen. Während der Radschnellweg RS1 gebaut wird und das erste Teilstück von Mülheim nach Essen bereits eröffnet worden ist, fordert die Oberhausener CDU-Fraktion auf ihrer gestern begonnenen Klausurtagung in Bad Neuenahr eine Anbindung an den Radschnellweg – mit einer eigenen Fahrradschnellstraße.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Oberhausen und das Ruhrgebiet ächzen zum einen unter den hohen Stickstoffwerten, Staus und Lärmbelästigungen sind für viele Pendler und Anwohner ein tägliches Ärgernis. Zwar geben die CDU-Politiker der Grünen Umweltdezernentin recht, wenn sie sagt, das Radwegenetz in Oberhausen sei gut. Doch es könne viel mehr getan werden – abseits des Freizeitradelns.

Denn auf der anderen Seite, so argumentieren die Christdemokraten, werden nur sechs Prozent der Wege in Oberhausen mit dem Rad zurückgelegt. Dabei würden viele Menschen das Fahrrad dazu nutzen, schnell von A nach B zu kommen. Eine Straße samt Infrastruktur allein für Radfahrer würde diesen Wunsch nach Ansicht von Frank Bandel, umweltpolitischer Sprecher der CDU, Wirklichkeit werden lassen.

Kosten können noch nicht abgeschätzt werden

Für den Bau eines solchen Radschnellweges könnte sich die Fraktion vorstellen, alte Bahntrassen einzubinden, zum Beispiel die Flachglas- oder HOAG-Trasse, die Trasse in Alstaden oder die entlang des Elpenbaches, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) bereits ins Spiel gebracht hat.

Der Bau des Radweges ist aber nicht alles. Zu einem Radschnellweg, erklärt Bandel, gehöre eine ausreichende, komplette Beleuchtung, Servicestationen und -automaten, an denen Radfahrer Fahrradschläuche ziehen können, vernünftige Abstellmöglichkeiten wie etwa die Fahrradboxen in Holten, Aufladestationen für E-Bikes. Denn gerade Elektroräder ermöglichen es vielen, einen Radschnellweg zu nutzen. Aber auch eine Marketingkampagne sollte es nach Ansicht der CDU geben, um mehr Menschen für die Radnutzung zu begeistern.

Wo genau der Radweg abseits vom alltäglichen Verkehr verlaufen könnte, sagt die CDU nicht. Ebensowenig kann sie die Kosten abschätzen, die ein solches Projekt verursachen würde. Zum Vergleich: Der gerade im Ausbau befindliche RS1 von Duisburg nach Hamm kostet für rund 100 Kilometer mehr als 100 Millionen Euro. Die Strecke in Oberhausen wäre selbstredend um ein Vielfaches kürzer.

Die Oberhausener CDU spekuliert dabei auf Fördermittel vom Land. Die Chancen für eine solche Unterstützung könnten womöglich steigen, wenn Oberhausen mit Nachbarstädten zusammenarbeiten würde.

Wären Dinslaken und Bottrop mit im Boot, würde es eine schnelle Verbindung für Radler von Nord nach Süd geben, den RS3. Ähnlich agieren die Städte Gelsenkirchen, Herne und Gladbeck, die den Radschnellweg RS2 realisieren wollen. „Können wir es uns leisten, jetzt auf diese Investition zu verzichten?“, fragt Bandel freilich nur rhetorisch. [kein Linktext vorhanden]