Dümpten - Mit Wohlfühlcharakter

Jürgen Dresel wohnt seit 26 Jahren an der Stadtgrenze zwischen Mülheim und Oberhausen. Foto: Wallhorn
Jürgen Dresel wohnt seit 26 Jahren an der Stadtgrenze zwischen Mülheim und Oberhausen. Foto: Wallhorn

Mülheim-Dümpten. In Dümpten zu wohnen, ist beinahe perfekt. Leserbeirat Jürgen Dresel führt durch seinen Lieblingsstadtteil. „Die Kinder sind im Grünen, nur zehn Minuten bis zur Marktstraße und die Verkehrsanbindung ist optimal“, sagt Dresel.

Das Oberhausen-Quiz

Drei gute Gründe dafür, warum er sich vor 26 Jahren dafür entschied. „Der Sohn (33) kam damals in die Schule, die Tochter (30) besuchte den Kindergarten, ich arbeitete in Mülheim und war international im Geschäft.“ Doch weil es eben keine Vorteile ohne Nachteile gibt, vergisst Dresel nicht zu erwähnen, dass er, wenn er auf der Terrasse sitzt, bei Westwind die A 40 und ab und zu auch schon mal das Klackern des nahe gelegenen Walzwerks hört.

Ein Paradies sei Dümpten zum Spazierengehen. Wenn Hund Signo, ein Beagle, nicht schon über 16 Jahre alt und noch gut zu Pfote wäre, würde er sich jetzt auf die Runde durch den Stadtteil freuen, die sein Herrchen auswählte. Doch die ist für den Hundegreis bereits zu weit.

Von der Klopstockstraße biegen wir rechts in der Herderstraße ein. „Hier ist ein gemischt genutztes Gewerbegebiet“, erklärt Dresel mit Blick auf einige Kleinbetriebe, die aber, versteckt gelegen, den Wohlfühlcharakter der Gegend nicht schmälern. Wir passieren die Ludwigstraße. „Dort ist das Atelier, das Sie sicher kennen.“ Es befindet sich in einer ehemaligen Schreinerei und wurde von den Künstlern Guido Berndsen, Petra Leipold, Brigitte Münch und Manuela Kaiser, die dort nicht mehr arbeitet, 2004 zum Künstlerhaus umgebaut. Für Menschen wie Dresel ist die Nachbarschaft zu den Kreativen, ein weiteres Wohn-Plus.

Wir laufen vorbei an der Kleingartenanlage Schönefeld und gelangen zum Tennisclub, sehen den Platz des Postsportvereins und den Reitstall – Dümpten ist ein Ort für Sportliche. Das bestätigt eine Joggerin, die uns überholt. „Hier entlang führt auch ein Wanderweg des Sauerländischen Gebirgsvereins“, so Dresel. „Von hier aus können Sie die Stadtgrenze zu Mülheim und die Antenne des Walzwerks sehen.“

Vom künstlichen Hügel den Weitblick genießen

Links verläuft die Trasse der ehemaligen Rolandbahn der Zeche. Wir erreichen den Puerto-Morazan-Park, zwischen Schönefeld- und Herderstraße gelegen. Er trägt den Namen eines Fischerdorfs in Nicaragua und erinnert an eine Oberhausener Initiative, die dort ein Trinkwasser-Projekt durchführte. Einst befand sich hier eine Äquatorial-Sonnenuhr. An sie erinnert nur noch die Inschrift einer Tafel am Sockel, der sie trug. Wir lernen: Der wahre Mittag ist in Oberhausen um 12.32 Uhr.

Am Hundeplatz vorbei und an dem Feld, wo Dresel früher mit den Kindern Drachen fliegen ließ, laufen wir zum Rolandpark. „Dieser Hügel ist künstlich“, sagt Dresel – und erlaubt dem Spaziergänger einen schönen Weitblick. „Von hier aus können Sie die Ausläufer des Niederbergischen Landes sehen.“

An der Filiale der Gesamtschule vorbei und wieder im Kleingartengelände wollen wir uns nun auch das Vereinsheim ansehen. Hier gibt’s „gutes Essen für kleines Geld“ und hier kann man im Sommer herrlich draußen auf der Terrasse sitzen, „mitten in der Stadt und doch im Grünen“.

Obwohl die Klosterkirche Unsere Liebe Frau eigentlich nicht zu Dümpten gehört, müssen wir sie dennoch besuchen, „weil sie bei uns zum Leben gehört“, sagt Dresel. Seine Frau machte hier Kindergottesdienst-Arbeit und auch er wurde hier herzlich aufgenommen, obwohl er evangelisch ist. „Die Madonna wird abends angestrahlt.“

Wegen des Straßenlärms durch eine Mauer abgeschirmt, ahnt kaum jemand, der die Kirche passiert, welch eine Idylle allein schon der Klostergarten bietet. Weil nach dem Zweiten Weltkrieg von der Kirche nur der Turm stehen blieb, wurde dieses „Zelt Gottes unter den Menschen“ gebaut. Die Einweihung war 1957. Das Gotteshaus ist ein architektonisches Meisterwerk und es ist nicht übertrieben, die Fensterwand, die aus 1000 rechteckigen Glassteinen besteht, „ein Meer von Kristall“ zu nennen. Etwas Besonderes ist auch, dass die Besucher des Gottesdienstes den Organisten sehen, weil der Klang der Königin der Instrumente hier zur Liturgie gehört.

 
 

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