Dinner in Weiß stellt in Oberhausen Besucherrekord auf

Ein Meer in Weiß: Gemeinsam bieten die Gäste durch die einheitliche Farbe ihrer Kleidung einen besonders festlichen Anblick.
Ein Meer in Weiß: Gemeinsam bieten die Gäste durch die einheitliche Farbe ihrer Kleidung einen besonders festlichen Anblick.
Foto: FUNKE Foto Services
320 Personen speisen und feiern festlich und einheitlich gekleidet auf dem Saporoshje-Platz. Acht weiße Tauben steigen auf.

Oberhausen.. Erneut trafen sich hunderte Menschen zum „Weißen Dinner“ auf dem Saporoshje-Platz. Das stilvolle und ungewöhnliche Picknick, bei dem in farblicher Einheit gespeist wird, fand bereits zum vierten Mal in Oberhausen satt.

Das Besondere der Veranstaltung: Die Gäste gestalten das Ambiente selbst. Mitgebrachte Tische werden in langen Reihen zu einer Tafel aneinander gestellt. So bleibt man selten lange unter sich – Gespräche gehen schnell über den eigenen Tisch hinaus. Auch das selbst zubereitete Essen teilt man mit seinen Tischnachbarn.

Besucher beim Weißen Dinner aus Nachbarstädten

Diese kommen nicht nur aus Oberhausen und den Nachbarstädten. Sogar aus Berlin fanden sich Gäste ein. Einer davon ist Lutz Mahncke: „Man fühlt sich durch die gleiche Kleidung überhaupt nicht fremd“, sagt der 55-Jährige begeistert. Derselben Meinung ist auch Manfred Tschirg (60) aus Oberhausen. Hemmungen zu überwinden und Kontakte zu knüpfen falle so leichter. Doch die Kleidung bewirkt noch mehr: „Man fühlt sich dadurch edel und festlich“, sagt Celina Bollenbenhagen. Die 15-Jährige im weißen Kleid speist mit ihren Freundinnen Nadine Selig (14) und Lin Simons (14). Spontan habe man sich zur Teilnahme entschieden, doch es sei kein Problem gewesen, sich weiße Kleidung zu besorgen.

Männer hingegen scheinen besonders beim Hosenkauf Kompromisse eingegangen zu sein. Einer berichtet, er habe in einem türkischen Geschäft um seine Hose gehandelt, ein anderer trägt eine Damenjeans. „Die gleiche Kleidung bedeutet keinesfalls Uniformität“, beteuert Kulturdezernent Apostolos Tsalastras (SPD). Manch einer trägt Hut, ein anderer weißen Blumenschmuck im Haar und eine Dame hat sogar eine weiße Maske auf.

Kunst zum Thema Messer und Gabel

Uwe Muth und Kulturbüro-Leiter Volker Buchloh etablierten das weiße Dinner 2012 in Oberhausen. „Die Veranstaltung ist inzwischen fester Bestandteil des Oberhausener Kultursommers“, sagt Muth. Und sie erfährt jährlich mehr Zuspruch – dieses Jahr fanden sich rund 320 Menschen zusammen, 120 mehr als im Vorjahr.

Wie auch in den letzten vier Jahren laden Alex Marrones Gitarrenklänge wieder zum Mitklatschen und Mitsingen ein. Wer eine kleine Pause braucht, schaut sich im weißen Festzelt der Galerie KiR (Kunstinitiative Ruhr) um. Passend gibt es dort Kunst zum Thema „Messer und Gabel“. Neu in diesem Jahr: Um acht Uhr lässt Taubenzüchter Erwin Hoffmann (80) acht weiße Tauben in den Himmel steigen. Als viele ihre mitgebrachten Wunderkerzen in der Dämmerung anzünden, ist dies ein weiterer Höhepunkt. Zum Zeichen dafür, dass es ihnen gefällt, schwenken die Gäste weiße Tücher.

 
 

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