Die Wünsche-Erfüller in Oberhausen

Wollen ältere Frauen glücklich machen: Maria Guthoff, Jochen Kamps, Jeanette Schmitz und Thomas Heipcke.
Wollen ältere Frauen glücklich machen: Maria Guthoff, Jochen Kamps, Jeanette Schmitz und Thomas Heipcke.
Foto: FUNKE Foto Services
Kleine Glücksmomente scheitern bei älteren Frauen oft am Geld. Das möchte der Zonta-Club mit dem Projekt „Glanzlichter“ ändern.

Oberhausen.. Sie haben jahrzehntelang gearbeitet, Kinder großgezogen und Angehörige gepflegt – und sind doch im Alter auf Grundsicherung angewiesen oder müssen mit einer Rente auskommen, die nur fürs Lebensnotwendigste reicht. Mal dem Enkelkind einen Fünfer zustecken, ein rezeptfreies Medikament kaufen oder mal ins Kino gehen, ist nicht drin. Solchen Frauen, die im Alter jeden Cent dreimal umdrehen müssen, möchte der Zonta-Club mit seinem Projekt „Glanzlichter“ einen Herzenswunsch erfüllen oder einen kleinen Beitrag zur Erleichterung ihres Alltags bieten.

„Frauen in dieser Situation gibt’s viele in Oberhausen, das wissen wir. Aber sie zu finden, ist für uns nicht ganz einfach, weil sich die meisten schämen und sich nicht selbst melden würden“, sagt WBO-Chefin Maria Guthoff, derzeit Präsidentin des Oberhausener Zonta-Clubs. Deshalb würde sich Zonta, das Netzwerk berufstätiger Frauen in verantwortlichen Positionen, wünschen, den einen oder anderen Hinweis zu bekommen.

Abgewickelt wird das „Glanzlichter“-Projekt, das die Zonta-Frauen im Frühjahr mit 5000 Euro Startkapital ausgestattet haben, über die Arbeiterwohlfahrt, die sich bereit erklärt hat, die Organisation zu übernehmen.

Auf einer alten Matratze geschlafen

Einige Wünsche seien auch schon erfüllt worden, erzählt Gasometer-Chefin Jeanette Schmitz, die bei Zonta Ansprechpartnerin für das Projekt ist: „Da war zum Beispiel eine Frau, die es sich nicht leisten konnte, ihren verstorbenen Mann auf dem Friedhof zu besuchen, weil das zu weit entfernt und für sie nicht erreichbar war.“ Da habe Zonta dann die Taxifahrt spendiert. „Zu hören, wie schon solche vergleichsweise kleinen Wünsche am Geld scheitern, das lässt einen nicht kalt“, sagt Jeanette Schmitz.

Thomas Heipcke, Ansprechpartner bei der Awo, gibt weitere Beispiele: „Da gab’s eine Dame mit starken Rückenproblemen, die auf einer uralten Matratze schlafen musste, weil kein Geld für eine neue da war. Da konnten wir auch helfen.“ Für eine Rollstuhlfahrerin, die seit Jahren ihre Verwandten in Ostwestfalen nicht mehr gesehen hatte, wurde aus dem „Glanzlichter“-Topf die Zugfahrt finanziert. Eine seit ihrer Jugend künstlerisch aktive Frau hatte als Rentnerin keine Mittel mehr, die Gebühren für einen Kurs an der Kunstakademie aufzubringen. Auch da sprang „Glanzlichter“ ein.

„Mir fallen auf Anhieb mehrere Frauen ein, die solche Art der Unterstützung verdient hätten, die sich aber nie melden würden“, erzählt Awo-Chef Jochen Kamps. Inzwischen haben die Projektverantwortlichen ihre Fühler deshalb in Richtung der Wohlfahrtsverbände und Alteneinrichtungen ausgestreckt, über die Anträge an die Awo herangetragen werden. Aber auch für Hinweise aus der Bevölkerung wäre das „Glanzlichter“-Team dankbar. Dann könnte für manche bedürftige Oberhausenerin nicht nur zu Weihnachten ein Herzenswunsch erfüllt werden.

Voraussetzungen für eine „Glanzlichter“-Sonderhilfe

Die punktuellen Zuwendungen sind gedacht für bedürftige Frauen ab 60 Jahren. Anträge können formlos bei der Awo gestellt werden – mündlich oder mit ein paar Zeilen. Als Nachweis der Bedürftigkeit reicht ein Grundsicherungsbescheid, ein Ausweis der Tafel oder irgendein anderes entsprechendes Dokument eines Wohlfahrtsverbandes. Die Unterstützung beträgt im Einzelfall maximal 300 Euro.

Für Fragen und Anregungen ansprechbar ist Thomas Heipcke vom Awo-Servicezentrum, Elsässer Straße 17-19: 85 000 81, per E-Mail an: theipcke@awo-oberhausen.de

 
 

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