Die schönen Seiten albanischer Musik

Konzertgeiger Alban Pengili riss seine Zuhörer im Ebertbad mit.
Konzertgeiger Alban Pengili riss seine Zuhörer im Ebertbad mit.
Foto: Olaf Fuhrmann
Bei der randvoll besetzten Sonntags-Matinée des Künstlerfördervereins begegneten sich der albanische Konzertgeiger Alban Pengili und der Pianist Philipp Maier im Oberhausener Ebertbad. Sie begeisterten ihr Publikum mit den „Vier Albanischen Volkstänzen“ und romantisch orientierten Balladen.

Oberhausen.. Alban Pengili und Philipp Maier im Ebertbad: Der albanische Geiger Alban Pengili war einer der Solisten, die im Jahre 2000 ihr Konzertexamen im ersten Konzert der seitdem fortgeführten Oberhausener Reihe „Solisten im Konzertexamen“ ablegten. Bei seiner folgenden europaweiten Konzerttätigkeit war es ihm immer ein wichtiges Anliegen, neben der Violinliteratur auch Werke albanischer Komponisten vorzustellen.

Diesem Motto blieb er auch in der wieder randvoll besetzten Sonntags-Matinée des Künstlerfördervereins treu. Zu hören waren hier die „Vier Albanische Volkstänze“ von Aleksander Peci, die in der Bartok/Kodaly-Tradition in ihren Ausdruckswerten zwischen springlebendiger Motorik und monotoner Melancholie wechselten, und auch eine stärker romantisch orientierte Ballade von Pjeter Gaci.

Virtuos-motorisches Paradestück für Pianisten

Darüber hinaus hatte Pengili ein Programm zusammengestellt, in dem auch die schwelgerisch-melodischen Gegenpole nicht fehlten: Christian Sindings mit einem rasenden „Presto“ eröffnende Suite op.10, de Fallas „Dance Espagnole“, die „Zigeunerweisen“ von Sarasate und Stücke von Wieniawski und Saint-Saens. Staunenswert die technische Kondition, mit der er diesen Parforceritt durchstand, wobei dem gesteigerten Brio mitunter etwas Tonschönheit zum Opfer fiel, wohl auch an Abstimmung mit dem Begleiter Philipp Maier. Der hatte als „Ersatz“ den massiven Klavierpart übernommen. Seine solistischen Fähigkeiten ließ er dafür in Chatchaturians „Toccata“ aufblitzen, einem virtuos-motorischen Paradestück für Pianisten.

Dass es auch ganz anders ging, zeigte die Zugabe, Massenets „Meditation“ aus „Thais“: Das oft überzuckert dargebotene Stück gewann eine solch meditative Versunkenheit, dass es mehr Bravo-Rufe provozierte als alles Vorherige zusammen.

 
 

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