Die Qualität des Gebäudes ist wieder sichtbar

Auf den Säulen, die den Raum teilen, thronen die riesigen Wasserbehälter, die sich oben im Turm befinden. Das Loft hat einen speziellen Charme.
Auf den Säulen, die den Raum teilen, thronen die riesigen Wasserbehälter, die sich oben im Turm befinden. Das Loft hat einen speziellen Charme.
Foto: STEPHAN GLAGLA / WAZ FotoPool
Es ist vollbracht: Nach einer zweijährigen unglaublichen Sanierungs- und Renovierungsleistung, federführend geplant und durchgeführt vom Berliner Architektenteam Agnieszka Wnuczak und Christoph Stark, werden die Etagen drei bis fünf des denkmalgeschützten Bahnhofsturms am Samstag, 7. September, eröffnet.

Oberhausen.. Es ist vollbracht: Nach einer zweijährigen unglaublichen Sanierungs- und Renovierungsleistung, federführend geplant und durchgeführt vom Berliner Architektenteam Agnieszka Wnuczak und Christoph Stark, werden die Etagen drei bis fünf des denkmalgeschützten Bahnhofsturms am Samstag, 7. September, eröffnet.

Nicht gekleckert, sondern geklotzt

Aus einem Schmuddelbau, dessen Inneres kaum jemand kannte, haben die Berliner ein Labor für künstlerische und kulturelle Arbeiten gemacht. Das wird gebührend gefeiert – mit einem großen Fest auf dem Bahnhofsvorplatz.

Was hier gelang, hat Vorzeigecharakter. Zeugnisse der Vergangenheit, etwa die Säulen, die die riesigen Tanks tragen oder Wasserrohre, durch die der Treibstoff für die Dampfloks einst geleitet wurde, wurden ins Raumkonzept einbezogen und verleihen den Lofts einen speziellen Charme. Hier wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt: mit aufwendiger Spachteltechnik und edlen Materialien.

Ein Zeichen setzen

Was trieb die Berliner an, ausgerechnet in Oberhausen ein solch enormes Projekt zu stemmen? „Wir wollten ein Zeichen setzen, zeigen, dass man einiges bewegt bekommt“, sagt Stark. „Für uns war relativ schnell klar, welche Qualitäten dieses Gebäude hat. Wir haben viel Erfahrung mit eingebracht, haben zielgerichtet und lösungsorientiert gearbeitet.“

Die Idee stammt bereits aus dem Jahr 2006. Damals realisierten die Berliner ihren siegreichen Wettbewerbsentwurf für die Neugestaltung des Museumsbahnsteigs. Sie trafen auf Künstler aus dem Ruhrgebiet, von denen einige den Bahnhofsturm bereits für künstlerische Arbeiten nutzten. Sie gründeten den „Verein Kultur im Turm e.V.“ (Kitev) mit dem Ziel, den Bahnhofsturm dauerhaft zu einem Ort für künstlerisches Arbeiten im Ruhrgebiet zu machen.

Der Prozess

Mit der Eigentümerin, der Deutschen Bahn, handelten sie einen günstigen Mietvertrag aus – zunächst für zwei Jahre, mit der Option auf Verlängerung, wenn es gelänge, in dieser Zeit eine konkrete Option zu Sanierung und Umbau der oberen Turm-Etagen zu erarbeiten. Es gelang in enger Kooperation mit der Stadt Oberhausen und mit dem NRW-Landesprojekt „Initiative ergreifen“.

Nachdem das Vorhaben mehrere Qualifizierungsschritte durchlaufen hatte, erteilte das Land NRW Ende 2010 eine Förderzusage über 80 Prozent der kalkulierten Umbaukosten von 680 000 Euro, mit zehn Prozent beteiligte sich die Stadt Oberhausen, was durch das Kulturhauptstadtjahr möglich war.

Für die restlichen zehn Prozent übernahm Kitev die Gewähr. Seinen Anteil an den Baukosten brachte Kitev auch durch Eigenleistungen auf: Teile der architektonischen Planungsleistungen und „Muskelhypothek“ auf der Baustelle. Es gelang, viele verschiedene Fachfirmen als Projekt-Partner zu gewinnen.

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