Die letzten drei Hauptschulen in Oberhausen schließen

Im Sommer 2011 wurde noch für St. Michael demonstriert – nun scheint das Ende aller Hauptschulen klar zu sein.
Im Sommer 2011 wurde noch für St. Michael demonstriert – nun scheint das Ende aller Hauptschulen klar zu sein.
Foto: WAZ FotoPool
Auch für die verbliebenen Hauptschulen in Oberhausen zeichnet sich das Ende ab. Aufgrund mangelnder Neuanmeldungen werden in Zukunft keine neuen Schüler mehr aufgenommen. Um die kümmern sich nun die Real- und Gesamtschulen.

Oberhausen.. Die noch in Oberhausen existierenden drei Hauptschulen sollen nach Willen der Stadtspitze ab Schuljahr 2013/14 schrittweise auslaufen – und keine neuen Schüler mehr aufnehmen.

Schuldezernent Reinhard Frind sprach am Mittwoch im Schulausschuss bei Vorstellung der entscheidenden Vorlage von einer „Abstimmung mit den Füßen“. Eltern schickten ihre Kinder einfach nicht mehr zur Hauptschule. „Sie glauben, dass sie dort schlechtere Chancen auf eine Lehrstelle haben.“

Das Landesschulgesetz schreibt eine Zweizügigkeit der Hauptsschulen vor (mindestens 36 Kinder in zwei Klassen im ersten Anmelde-Jahrgang). Frind: „Keine der drei Oberhausener Hauptschulen ist zweizügig.“ Und selbst einer einzigen zentralen einzügigen Hauptschule würden in naher Zukunft die Kinder ausgehen, weil auch die vielen Gesamtschulen im Stadtgebiet die Möglichkeit eines Hauptschulabschlusses böten.

Alle Hauptschulen werden gleichzeitig schließen

Die Verwaltung sei deshalb gezwungen zu handeln. Die Verantwortlichen der Stadt hätten sich also mit der Schulaufsicht und den Haupt- Gesamt- sowie Realschulen beraten, sagte Frind. Das Ergebnis: Alle drei Hauptschulen sollten gleichzeitig geschlossen werden. Frind: „Die Schulleitungen wollen kein langsames Sterben.“ Und: „Gesamt- wie Realschulen sind in der Lage, die Schüler aufzunehmen, die zur Hauptschule gegangen wären.“ Eine Sekundarschule lehnten die Chefs der Realschulen weiter ab.

Am Mittwoch nun sollten die Mitglieder des Schulausschusses über das geplante Aus für Albert-Schweitzer-Schule, Hauptschule Alstaden und die Hauptschule St. Michael beraten. Doch CDU-Schulpolitikern Simone Tatjana Stehr bat Ausschussvorsitzenden Wolfgang Große Brömer (SPD) auf eine Vorberatung zu verzichten. Stehrs Begründung: Die Fraktionen hätten wichtige Infos erst am Nachmittag erhalten. Zu spät, um sich damit zu beschäftigen. Zudem hoffe doch die katholischen Hauptschule St. Michael, die mit dem Hans-Sachs-Berufskolleg kooperiert, mittlerweile darauf, dass das Konzept einer Modellschule genehmigt werde.

Jetzt bleibt also abzuwarten, wie der Rat am 19. November entscheidet. Dabei wird wohl die rot-grüne Ratsmehrheit den Vorschlag der Stadtspitze durchwinken – die SPD-Fraktion hatte sich schon im Juni für eine jahrgangsweise Auflösung der Hauptschulen stark gemacht.

 
 

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