Die Krupps lieben es in Oberhausen laut und hart

Die Krupps: Sänger Jürgen Engler (links) und Gitarrist Marcel Zurcher, fotografiert  bei einem Konzert im  Rock-Café-Club in Prag.
Die Krupps: Sänger Jürgen Engler (links) und Gitarrist Marcel Zurcher, fotografiert bei einem Konzert im Rock-Café-Club in Prag.
Foto: imago/CTK Photo
  • Im Kulttempel versammelte sich eine eingeschworene schwarz gekleidete Fangemeinschaft.
  • Das Geheimkonzert der Krupps wurde nur in den sozialen Netzwerken beworben.
  • Bei „Metal Machine Music“ lässt Engler auch sein selbst hergestelltes „Stahlophon“ erklingen

Oberhausen.. Mit einem Geheimkonzert im Kulttempel an der Mülheimer Straße hat sich die Düsseldorfer Kultband „Die Krupps“ am späten Donnerstagabend für ihren Auftritt auf dem Wacken-Festival, das an diesem Wochenende stattfindet, vorbereitet. In intimer Club-Atmosphäre stellten die Musiker um Frontmann Jürgen Engler vor allem ihre Metal-Qualitäten unter Beweis.

Eine kuschelige Atmosphäre herrscht im Kulttempel vor. Nicht zu eng ist es: Wohl auch, weil außer in den sozialen Netzwerken kaum Werbung für den Auftritt gemacht wurde. Es hätten durchaus noch einige Karten mehr verkauft werden können.

Neue Deutsche Härte

Ein durchweg schwarz gekleidetes, vor allem der Generation 40 plus zugehöriges Publikum hat dennoch den Weg in die Halle gefunden, um die Band, die als Vorreiter des Industrials und der „Neuen Deutschen Härte“ gilt, zu feiern.

Vor allem letzteren Stil hat die Band an diesem Abend exzessiv gepflegt. Schon den Opener „The Dawning of Doom“, den die Band 1992 veröffentlicht hat, peitschen die Gitarristen Marcel Zürcher und Nils Finkeisen aggressiv nach vorne. Bei den martialisch-fordernden Riffs hört man schon heraus, wo die Band Rammstein ihre Inspiration hergeholt hat.

Auch bei Songs wie „Isolation“ aus dem Jahr 1995, aber auch bei neueren Stücken wie „Kaltes Herz“ dominieren die fordernden Gitarren – aber gut, das tun sie ja auch auf den Scheiben.

Doch auch „Der Amboss“, ein Song, den sie 2007 von der englischen New-Wave-Combo „Visage“ coverten, und bei dem im Original der Industrial-Sound noch stärker im Vordergrund steht, wird ordentlich durch den Metal-Wolf gedreht. Immerhin: Bei „Metal Machine Music“ lässt Jürgen Engler auch das „Stahlophon“ erklingen, ein von ihm selbst erdachtes, xylophonartiges Instrument aus Stahlrohren.

Gleiche Arbeit, gleicher Lohn

Darüber hinaus gibt Engler, mit seinen 55 Jahren äußerst durchtrainiert, die passenden Rockstar-Posen, wirbelt den Mikrofon-Ständer durch die Luft und zeigt sich äußerst gut bei Stimme.

Das Publikum, anfangs noch etwas hüftsteif, taut spätestens beim Hit „To the Hilt“ auf. Bei der Anti-Nazi-Hymne „Fatherland“ singt es gar lauthals mit.

Höhepunkt ist jedoch der Klassiker „Gleiche Arbeit, gleicher Lohn“ aus dem Jahr 1981, mit dem sich die Band bis zur Zugabe gegen 23.30 Uhr Zeit lässt. Hier kommt nicht nur wieder das Stahlophon zum Einsatz, auch nehmen sich die Gitarristen zurück, so dass „Die Krupps“ hier noch am ehesten klingen wie zu ihrer Anfangszeit

 
 

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