Der große Tag des „Sonnenprinzen“

Dass sich ein Raubtier im warmen Klima wohlfühlt, ist eigentlich normal: Stadtprinz Peter III. konnte sich als Regent der „Styrumer Löwen“ am Sonntagmittag über einen besonders blauen Himmel freuen.

150 000 Narren säumten die mehr als sieben Kilometer lange Wegstrecke durch die Innenstadt. Gesichtete Regenschirme dienten höchsten zum Fangen der Kamelle. Bonbons, Blumen, Beute satt!

Sieben Kilometer Zugstrecke

„Ein bisschen frisch ist die Luft“, sagt ein Mariechen im Schatten. Zugluft! Ein Bär im Ganzkörperanzug zuckt nur mit den Schultern. „Schunkel doch eine mit!“ Schon haut eine lustige Gesellschaft mit drei Clowns, drei Gärtnerinnen und einem (schwarzen) Schaf in die Tasten der Musikanlage. „Polka, Polka, Polka!“ Die Kölsch-Gruppe „Brings“ liefert per CD den Schunkel-Soundtrack für 85 Karnevalswagen und Fußgruppen.

Eine Stunde dauert es, bis die Karawane an einer Stelle vorbeigezogen ist: Die Motive, sie waren durchaus bissig. So wie bei der KG Wagaschei, die meint: „Bero top, Marktstraße flop und das Centro lacht.“ Auf den selbst gezeichneten Mottowagen vermerkte die Gesellschaft karge Särge auf der Einkaufsstraße und beerdigte so die dortige Entwicklung des Handels. Die KG Weiß-Grün Hoag widmete sich dem Ratsbürgerentscheid zur Verlängerung der Linie 105. „Ja, Ja, Ja! Nein, Nein, Nein! Wir brauchen dich (nicht)!“ Statt einer klaren Stellungnahme, stand die Kontroverse auf der Wagenverkleidung.

Die KG Blau-Gelb Vondern zeigte sich nah am Wasser gebaut und gratulierte zum runden Geburtstag: „Happy Birthday, Rhein-Herny! 100 Jahre is unser Kanal, 78 Jahr feiert Vondern Karneval!“ Auf eine große Portion Ruhrpott-Romantik setzte die KG Glück auf, deren lila-schwarzer Wagen mit viel Kohle und Förderturm aussah, als hätte er gerade erst den Pütt verlassen: „Auf Kohle geboren und in Stahl gebaut, dat bin ich, ein Kind aus dem Ruhrpottland.“

Dass der Karneval manchmal außerirdisch wirkt, zeigte die 1. KG Narrenzunft. „Mars, Saturn, All-di!“ Hier hatten Aliens die hiesige Wirtschaft fest im Griff. Allerhand: „Sogar Männer aus dem All feiern mit uns Karneval.“

Zeichen für Toleranz

Glasverbot ja, ruhig nein! Vor dem Elsa-Brändström-Gymnasium feierte junges Publikum rustikal. Bessere Werbung für den Karneval: der Wagen der KG Blau-Gelb St. Marien. Sie setzten ein Zeichen für Toleranz: „Karneval ist bunt!“ Gut so.

EURE FAVORITEN