Der Fragebogen von Niema Movassat (Die Linke)

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Niema Movassat, geboren am 22. August 1984, in Wuppertal, wohnt in Oberhausen, seit er zweieinhalb ist. Er kandidiert für die Partei Die Linke.

1) Schwerpunkt Privates:

Familienstand, Kinder:

  • ledig, keine Kinder

Ausbildung, Beruf:

  • Diplom-Jurist (Uni Düsseldorf)

Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten?

  • Am aller liebsten verbringe ich meine Freizeit mit meiner Freundin. Ansonsten entspanne ich manchmal einfach gern oder lese ein gutes Buch. Kino-, Theater und Kabarettbesuche gehören ebenso zur Freizeitgestaltung.

Wo gehen Sie am liebsten essen?

  • In guten persischen Restaurants (in Oberhausen gibt es leider kein einziges).

Und was essen Sie am liebsten?

  • Kebab Soltani (ein persisches Grillgericht aus Lammfilet und Lammhackfleisch serviert mit Basmati - Reis, sehr zu empfehlen!).

Welche Hobbys haben Sie?

  • Lesen, Rad fahren, Schwimmen, Kabarett, Kino und Kochen.

Welchem Sportverein drücken Sie die Daumen?

  • Rot-Weiß Oberhausen.

Welches Buch lesen Sie gerade?

  • Dan Ariely: „Denken hilft zwar, nützt aber nichts. Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen.“ Zeigt viel über die menschliche Natur zu unvernünftigen Handlungen auf. Gut, um zu wissen, wie man’s besser machen kann!

Welche Musik hören sie am liebsten?

  • Sehr gemischt, vorzugsweise Punkrock und Pop. Es kommt aber auch sehr auf Stimmung und Ort an und was mir gerade einen Ohrwurm versetzt.

Ihr liebstes Urlaubsziel ist:

  • Ich habe im engeren Sinne kein Lieblingsurlaubsziel. Jeder Urlaubsort hat seinen eigenen Reiz. Ich liebe die Abwechslung – mal eine Stadtbesichtigung, mal ein Strandurlaub, die Mischung macht’s.

Was bedeutet Glück für Sie?

  • Wenn ich ein mir selbst gesetztes Ziel erfolgreich erreiche, also die Anforderungen, die ich an mich selbst stelle, auch erfülle.

Was macht Ihnen Angst?

  • Der Umgang mit unserem Planeten. Konkret dass wir ihn mit CO2 und Atommüll vollpumpen und verschmutzen und so den nachfolgenden Generationen ein schweres Erbe mitgeben, welches sie uns nicht verzeihen werden.

Wann und wofür haben Sie sich das letzte Mal geschämt?

  • Es gibt natürlich immer wieder Situationen wo man sich schämt, weil man bspw. etwas Dummes gesagt hat und damit jemanden verletzt hat. Aber ein konkreter Fall eines so starken Schämens, dass ich mich erinnern könnte, fällt mir leider gerade nicht ein.

Worüber können Sie lachen?

  • Über gutes politisches Kabarett a la Hagen Rether und Volker Pispers. Diese halten uns den Spiegel vor die Nase, sprechen Tatsachen an, die man gar nicht glauben will.

Glauben Sie an Gott? Wenn ja: warum? Wenn nein: woran glauben Sie dann?

  • Glauben ist eine sehr persönliche Sache. Ich selbst sehe mich als Agnostiker, also als jemand, der erstmal einen Gottesbeweis haben will, ehe er glaubt. Ich kann aber auch gut verstehen, wenn Menschen an eine höhere Macht glauben. Ich glaube an die Vernunft des Menschen und das er in der Lage ist, eine friedliche und soziale Welt aufzubauen.

Haben Sie ein Lebensmotto? Wenn ja: welches?

  • Wer immer tut was er schon kann, bleibt immer das was er schon ist.

Wenn Sie noch einmal 20 wären, dann würden Sie...

  • ...alles genauso machen. Mal abgesehen davon dass mein 20.Lebensjahr erst 5 Jahre her ist und was ich damals versäumt hätte, heute noch ohne große Probleme nachholen könnte.

Ihre Stärken sind...

  • Optimismus, Zuversicht, Humor, Zielstrebigkeit

Ihre Schwächen sind...

  • Ungeduld, Hektik (auch zu schnelles sprechen etc.).

Ihr Lieblingsplatz in Oberhausen ist:

  • Der Kaisergarten - weil man hier wunderbar spazieren gehen kann und ich viele schöne Kindheitserinnerungen damit verbinde.

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2) Schwerpunkt Politisches:

Politische Karriere/Werdegang:

  • Politisch interessiert war ich irgendwie immer. Als dann 1999 der Kosovo Krieg mit Deutscher Beteiligung begann, begann ich intensiver über politische Fragen, insbesondere die von Krieg und Frieden nachzudenken. Ich las mir die verschiedenen Programme der Parteien durch und stellte fest, dass die einzige Partei, die bspw. gegen Krieg ist, die PDS war. Und so trat ich zuerst in deren Jugendverband [’solid] und kurz danach in die PDS ein im Jahr 2000. Ich war dann auf verschiedenen Ebenen aktiv: 2002 – 2005 als Landessprecher von [’solid], 2003 – 2008 im Landesvorstand (erst PDS, später Die Linke) als jugendpolitischer Sprecher. 2007 bin ich nachgerückt in die Bezirksvertretung Sterkrade. Seit 2008 gehöre ich dem Bundesvorstand der LINKEN als jugendpolitischer Sprecher an. 2009, dieses Jahr also, wurde ich dann als Direktkandidat hier im Wahlkreis aufgestellt und auch auf einem aussichtsreichen Platz der Landesliste.

Welche Ämter bzw. Ehrenämter bekleiden Sie?

  • Ich bin derzeit jugendpolitischer Sprecher im Parteivorstand der Linken, hierbei handelt es sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit. Darüber hinaus bin ich noch bis ende Oktober Mitglied der Bezirksvertretung Sterkrade.

In welchen Vereinen sind sie Mitglied?

  • In der Linksjugend [’solid], dass ist der parteinahe Jugendverband der Linken. Außerdem bin ich Mitglied in der Rosa- Luxemburg-Stiftung NRW.

Wieviele Stunden pro Woche werden Sie als MdB arbeiten?

  • Dass lässt sich erst sicher einschätzen, wenn man MdB ist. Allerdings: Aus verschiedenen Gesprächen mit MdB’s weiß ich, dass man mit 50-60 h / Woche und mehr rechnen muss. Da ich in Dinge, die ich anpacke, immer möglichst alle Kraft reinstecke, um es so gut wie möglich zu machen, wird es bei mir nicht weniger sondern eher mehr sein.

Werden Sie nebenbei noch andere Tätigkeiten ausüben?

  • Nein, meine Konzentration gilt voll und ganz meinem möglichen Mandat. Dass bin ich den Wählerinnen und Wählern schuldig, denn Bundestagsmitglied ist ein Full-Time-Job, der andere Tätigkeiten nicht zulässt, wenn man ein guter Abgeordneter sein möchte, der im Interesse der Menschen handelt.

Wie viele Stunden wollen Sie pro Woche Ihrer Familie widmen?

  • Da ich zurzeit weder verheiratet bin noch Kinder habe, stellt sich die Frage nicht. Sollte ich Familie haben, würde ich versuchen, ohne meine Pflichten als Abgeordneter zu vernachlässigen, möglichst viele Stunden mit der Familie zu verbringen, insbesondere meine Freizeit, die mir bleibt.

Mit welchem der anderen vier Kandidaten würden Sie gern essen gehen?

  • Mit Gerald Schädlich (FDP), dann kann ich ihm vielleicht begreiflich machen, warum Mindestlöhne auch gut für die Unternehmen sind und warum Deutschland nicht hinter anderen europäischen Ländern in dieser Frage zurückstehen muss.

Können Sie Kritik vertragen?

  • Ja, denn nur durch (sachliche) Kritik entwickelt man sich weiter, sammelt Rückschlüsse was man richtig und was man falsch macht.

Welche politischen Tugenden haben Sie?

  • Ich bemühe mich, Diskussionspartnern zuzuhören und auf ihre Argumente einzugehen und nicht nur ein „Programm“ abzuspulen. Ansonsten ist es mir wichtig, ehrlich zu sein, also klar zu sagen, was ich mir politisch vorstelle, wieso ich das will und das in der Praxis auch weiterhin anzuwenden.

Haben Sie eine Vision? Wenn ja: welche?

  • Ich habe die Vision einer anderen, besseren Welt. Einer Welt, in der Menschen nicht mehr hungern müssen, in der Kriege der Vergangenheit angehören und in der Ausgrenzung der Vergangenheit angehört. Eine Welt, die frei ist von faschistischem Gedankengut, von Profitgier und von Umweltzerstörung.

Welche Projekte würden Sie fördern, wenn Sie zwei Millionen Euro für Oberhausen frei vergeben könnten?

  • Die Einführung eines Sozialtickets, das allen Menschen in Oberhausen, die über wenig Geld verfügen, die Teilhabe am sozialen Leben ermöglicht. Im Sozialticket enthalten müssten sein: Kostenloser Nahverkehr, kostenlose Kartenkontigente für städtische kulturelle Veranstaltungen und ansonsten starke Preisreduzierungen bei allen kommunalen Angeboten.

Und mit 100 Millionen für NRW würden Sie...

  • LehrerInnen einstellen, Klassen dadurch deutlich verkleinern und so eine bessere Lernatmosphäre schaffen. Dadurch wird auch der Lehrerberuf wieder attraktiver für viele junge Menschen, die sich überlegen, was sie studieren wollen.

Wie stehen sie zum Solidarpakt?

  • Ich denke, dass der Solidarpakt an alle Regionen gehen muss, die in wirtschaftlichen Problemen stecken, also insbesondere die Gelder auch ins Ruhrgebiet fließen müssen. Das eine so stark verschuldete Stadt wie Oberhausen Millionen über Millionen einzahlen muss, ohne davon selbst was zu haben, obwohl die Probleme hier gewaltig sind, ist nicht einzusehen. Denn Oberhausen hat ähnliche, wenn nicht gravierendere Probleme, als viele Städte im Osten.

Was wollen Sie tun, um Oberhausen in ein schuldenfreies Zeitalter zu führen?

  • Ich möchte mich für eine Änderung der Kommunalfinanzen auf Bundes- und Landesebene einsetzen. Die Kommunen müssen finanziell endlich so ausgestattet werden, dass sie überlebensfähig sind. Oberhausen selbst wird aus eigener Kraft nicht mehr aus den Schulden rauskommen und die Kürzung von städtischen Angeboten und Geldern kein nicht die Lösung sein. Die OberhausenerInnen haben nicht weniger verdient als Menschen in anderen Städten.

Welche Schlagzeile würden Sie am liebsten über sich lesen?

  • Niema Movassat setzt gemeinsam mit der Linken Milliardeninvestitionen im Bildungssystem durch. Deutschland schließt damit auf an andere europäische Länder.

Wer wird Bundeskanzler?

  • Es macht eigentlich keinen Unterschied ob es Steinmeier oder Merkel wird, denn beide werden ihre Politik der vergangenen Jahre fortsetzen: Sozialabbau, Kriegsführung und Steuervorteile vor allem für Reiche und Großunternehmen. Die derzeitigen Umfragen sprechen allerdings dafür, dass der inhaltslose Wahlkampf von Frau Merkel Erfolg haben wird uns sie Kanzlerin bleibt.

Nennen Sie die drei wichtigsten Themen für Oberhausen.

  • 1. Finanzielle Sicherheit: Oberhausen ist bekanntermaßen massiv verschuldet. Wir brauchen ein Entschuldungsprogramm auf Bundes- und Landesebene für alle Kommunen – hiervon würde besonders Oberhausen profitieren.
  • 2. Arbeitslosigkeit bekämpfen: Auch und gerade in Oberhausen sind viele Menschen ohne Arbeit. Hier kann nur ein massives Investitionsprogramm – wie DIE LINKE es fordert - in Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, Verkehr und Klimaschutz helfen, sichere und nachhaltige Arbeitsplätze auch für Oberhausener zu schaffen.
  • 3. Armut bekämpfen: Ca. 1/3 der Oberhausener Familien lebt in Armut oder armutsnahen Verhältnissen, durch Hartz IV wurde eine Abwärtsspirale geschaffen. Armut hat keinen Platz in einem der reichsten Länder der Welt daher: Armut bekämpfen, Hartz IV im 1.Schritt auf 500 € erhöhen und im 2. Schritt durch eine Grundsicherung ersetzen.

Bitte ergänzen Sie folgende Sätze (max. 160 Zeichen):

  • Ich mag an OB... die alte Industriekultur und die typisch kumpelhafte Art vieler Menschen.
  • Ich mag an OB nicht... dass so viele Menschen in Arbeitslosigkeit und Armut gedrängt werden. Gerade für deren Kinder ist dass ein unverantwortbares Los und eine soziale Benachteiligung.
  • Bitte wählen Sie mich, weil... ich mich für mehr soziale Gerechtigkeit, für mehr Geld für Bildung, für eine Stärkung der Rechte Jugendlicher und eine friedliche Außenpolitik einsetzen werde.
 
 

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