Der Abend der Taktierer

Waren sich am Ende: Die Ratsmitglieder stimmten für die Abstimmung durch die Bürger.
Waren sich am Ende: Die Ratsmitglieder stimmten für die Abstimmung durch die Bürger.
Foto: WAZ FotoPool
Nach langen, langen Wortgefechten haben die Politiker dem Ratsbürgentscheid zum Bau der Straßenbahnlinie 105 zwischen Essen und Oberhausen zugestimmt. Sie hoben die Hand – und zwar alle.

Oberhausen.. Es geht doch! Nach langen, langen Wortgefechten, nach polemischen Reden an der Grenze zur Gürtellinie haben die Politiker dem Ratsbürgentscheid zugestimmt. Sie hoben die Hand – und zwar alle.

Der CDU dürfte das am schwersten gefallen sein. Zuerst hielt sich die Freude in Grenzen, als die Fraktion in der November-Ratssitzung um Vertagung der Entscheidung bat. Eine sachliche Auseinandersetzung hatten sie sich gewünscht, dann würde sie auch einem Ratsbürgerentscheid nicht im Wege stehen, hieß es damals. Dann hielt ihr eigener Vorschlag über die Trassenführung die Koalition in Atem. Und schließlich wollte sie eine andere Formulierung der Frage, über die die Bürger abstimmen sollen. Gestern kamen die Christdemokraten der Koalition noch ein Stück entgegen, indem sie ihre Frage wieder entschärften. Doch die Ampel ließ sich nicht darauf ein. Sie hatte auch schließlich ein Ass im Ärmel: Wäre die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit für den Ratsbürgerentscheid nicht zustande gekommen, hätte die Koalition allein für den Ausbau der Linie 105 gestimmt. Alle CDU-Vorschläge für die Tonne – und doch hielten sich Schranz und Co. an ihr Versprechen, dem Ratsbürgerentscheid zuzustimmen. Die CDU war in der Zwickmühle – und hat dennoch das Beste draus gemacht.

 
 

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