Das Visitorcenter am Centro in Oberhausen macht dicht

Das Visitorcenter, im Kulturhauptstadtjahr 2010 eröffnet, erwies sich im Alltagsbetrieb als zu groß.
Das Visitorcenter, im Kulturhauptstadtjahr 2010 eröffnet, erwies sich im Alltagsbetrieb als zu groß.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Förderung durch Land und EU für das Visitorcenter am Centro sind abgelaufen. Die Touristik-Tochter der Stadt sucht neue Räume in der Neuen Mitte.

Oberhausen.. Shopping, Freizeit, Kultur und Unterhaltung – die Neue Mitte ist ein touristischer Magnet für Oberhausen. So schauten denn auch jährlich zigtausende Menschen im Ruhr-Visitorcenter am „Platz der Guten Hoffnung“ vorbei, kauften Souvenirartikel und Veranstaltungstickets, ließen sich Reisepakete schnüren. Doch am 30. April schloss die touristische Informationsstelle ihre Türen. Der Grund: Ohne die Fördermittel von EU und Land kann die städtische Touristik-Tochter TMO den Betrieb nicht mehr stemmen.

Das Aus kommt nicht überraschend: „Wir können auf keinen Fall alleine zwei Touristeninformationen stemmen, die am Hauptbahnhof und die am Centro“, sagte bereits vor zwei Jahren der damalige TMO-Chef Burkhard Koch. 2010, anlässlich des Kulturhauptstadtjahres, war das Infocenter am Centro eingerichtet worden, 1,5 Millionen Euro, verteilt auf fünf Jahre, zahlte das Land. Die Umsätze durch Ticket- und Souvenirverkauf deckten nicht die Kosten. Einen neuen Zuschussgeber fand man nicht.

Ladenlokal ist zu groß gewesen

Mit 400 Quadratmetern erwies sich das Info-Center für den Alltagsbetrieb nach dem Kulturhauptstadtjahr als deutlich zu groß. Der Zugang im ersten Stock war unpraktisch und die Lage neben dem Centro-Eingang unauffällig, abseits der Kundenströme. Der heutige TMO-Chef Franz Muckel betont aber, dass erst ein Entgegenkommen des Centro-Managements das Besucherzentrum überhaupt möglich gemacht habe: „Ohne das Centro hätten wir im Kulturhauptstadtjahr keine Anlaufstelle anbieten können." Er ist bestrebt, dort einen neuen, gut erreichbaren Standort für eine deutlich kleinere Tourist-Info zu finden. Zwei Gespräche mit dem Centro hat er geführt. Es wird auch geprüft, ob und welche Fördermittel man für die touristische Vermarktung Oberhausens akquirieren kann. Dabei sei zu beachten, dass dies im Rahmen der Neustrukturierung von Wirtschafts- und Tourismusförderung geschehe. „Ich muss die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten.“

Centro-Manager Frank Pöstges-Pragal bestätigt die Kontakte und das Bestreben, gemeinsam mit allen anderen Akteuren in der Neuen Mitte ein Gesamtpaket zur touristischen Vermarktung zu schnüren, in das dann auch eine neue Tourist-Info eingebunden werde. Mit einem Ergebnis rechnet er aber nicht in den nächsten Monaten.

Bis dahin müssen Gäste und Oberhausener den Service der Tourist-Info am Hauptbahnhof nutzen. Die Ruhr-Infolounge wurde übrigens erst kürzlich ausgezeichnet: mit dem Dienstleistungssiegel „Service-Qualität Deutschland“des Touristikverbands NRW.

 
 

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