Corona: Oberhausener Hotels bieten auch Homeoffice-Zimmer an

Homeoffice im Hotel? In der Corona-Krise möchte auch Uschi Wischermann-Bruckschlegel die Zimmer in zwei Oberhausener Hotels für Arbeitnehmer zur Verfügung stellen. Ein großer Schreibtisch im Hotelzimmer soll locken.
Homeoffice im Hotel? In der Corona-Krise möchte auch Uschi Wischermann-Bruckschlegel die Zimmer in zwei Oberhausener Hotels für Arbeitnehmer zur Verfügung stellen. Ein großer Schreibtisch im Hotelzimmer soll locken.
Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services
Die Umsatzeinbußen durch Corona sind bei den Hotels in Oberhausen enorm. Verschiedene Angebote sollen helfen, die Häuser über Wasser zu halten.

Oberhausen. Not macht erfinderisch - in der vorherrschenden Corona-Krise bleibt das nicht nur ein Sprichwort. Die Wirtschaft in der Stadt lahmt erheblich, das öffentliche Leben ist fast gänzlich zum Erliegen gekommen. Da Oberhausen nicht nur Stadt, sondern durch das Centro auch Touristenmagnet ist, trifft die Pandemie auch die Hotels hart. Touristen sind nicht mehr erlaubt, nur noch Geschäftsreisende dürfen in Hotels unterkommen. Auch die Hotelgastronomie ist eingestellt. Deshalb wollen sich die hiesigen Häuser jetzt mit besonderen Angeboten über Wasser halten.

Nach dem Vorbild einiger Essener Hoteliers , kann sich auch in Oberhausen eine Unternehmerin vorstellen, ihre Zimmer an Menschen zu vermieten, die im Homeoffice arbeiten müssen, aber keine Wohnzimmer-Atmosphäre möchten. Denn: "Es ist eine schlimme Lage", sagt Uschi Wischermann-Bruckschlegel offen. Sie leitet das Parkhotel an der Teutoburger Straße und das Residenz-Hotel an der Hermann-Albertz-Straße. Die Betten sind, das Haus gespenstisch ruhig. "Die Rezeption ist natürlich besetzt, viele unserer Gäste haben Fragen. Aber ansonsten gibt es nicht viel zu tun."

Oberhausener Hotels bieten auch Homeoffice-Zimmer an

Die Idee ihrer Essener Kollegen findet Wischermann-Bruckschlegel gut und möchte das Konzept auch in ihren Häusern anbieten: "Wir haben mehrere Zimmer mit großen Schreibtischen, wo effektiv gearbeitet werden kann." Die vergünstigten Konditionen in ihren Hotels: Eine Monatsmiete Marke "Homeoffice" im Residenz-Hotel kostet 500 Euro, einen Tag im Parkhotel gibt es bereits für 40 Euro. "Wir freuen uns besonders in dieser Zeit über jeden Gast", meint die Unternehmerin. "In zwei Etagen habe ich den Strom schon abgeschaltet, aber in zwei anderen ist er noch an. Das kann man ja nutzen."

Die aktuelle Notlage der Hotels in der Stadt sei nicht zu unterschätzen, betont auch Rainer Suhr, Tourismuschef der Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung. "Von allen Häusern in der Stadt haben nur noch fünf geöffnet. Eigentlich haben wir rund 3300 Hotelbetten in Oberhausen, momentan zusammengerechnet auf das ganze Stadtgebiet aber unter 100 Gäste. Das ist extrem wenig." Neben den beiden Häusern von Uschi Wischermann-Bruckschlegel hat noch das Holiday Inn an der Centroallee, das Hotel-Restaurant Schmachtendorf am Buchenweg und das Sterkrader Hotel INNsel26 an der Inselstraße geöffnet.

Hotels müssen Kurzarbeit beantragen

Alle anderen Hotels haben ihren Betrieb eingestellt. Das neue Arthotel ANA, das hatte, musste nach nur einer Woche Betrieb seine Türen bereits wieder schließen. Uschi Wischermann-Bruckschlegel steht vor großen Fragezeichen, wie es in Zukunft weitergeht. Über die sozialen Netzwerke bewirbt sie momentan Gutscheine für einen Hotelaufenthalt nach der Krise - wann auch immer das sein mag.

"Letzten Monat konnte ich meine Mitarbeiter noch voll bezahlen, jetzt steht auch uns die Kurzarbeit ins Haus", gibt sie zu bedenken. "Erklären Sie mal einem Zimmermädchen, das eh nicht bei den Großverdienern mitspielt, dass sie jetzt nur noch 60 Prozent Lohn bekommt." Kreative Ideen wie das Homeoffice-Zimmer könnten vielleicht einen Beitrag dazu leisten, die Krise zu überstehen. "Ich hoffe einfach, dass das alles gut endet", sagt die Hotel-Inhaberin. "Etwas anderes bleibt mir auch nicht übrig."

Info:

Die ungewisse Zukunft setzt der Hotelbranche in Oberhausen massiv zu. Uschi Wischermann-Bruckschlegel setzt nicht darauf, dass mit einer möglichen Lockerung der Ausgangsbeschränkungen zum 20. April alles wieder seinen gewohnten Gang gehen wird. "Die Hotels sind mitunter als erstes geschlossen worden und ich vermute, dass sie die letzten sein werden, die wieder öffnen können."

 
 

EURE FAVORITEN