Charme der gemütlichen Eifel in der Oberhausener Fabrik

Dirk Hein
Ein edler Tropfen gehört beim Eifelmarkt dazu: Die „Nelches Birne“ verleiht Schnäpsen der Region eine besondere Note.
Ein edler Tropfen gehört beim Eifelmarkt dazu: Die „Nelches Birne“ verleiht Schnäpsen der Region eine besondere Note.
Foto: WAZ FotoPool

Oberhausen. Dieser Markt hat Geist und Charme. Und das liegt nicht nur an den edlen, selbstredend in eigener Produktion hergestellten Tropfen, die Familie Thiel regelmäßig ins kulturelle Zentrum „K14“ mitbringt.

Der Eifelmarkt lockt seit einem Jahrzehnt Handwerker und Händler der Eifel nach Oberhausen, um ausschließlich Spezialitäten aus der Region anzubieten. Dieser kleine Spezialitäten-Markt zeigt, dass sich Gemütlichkeit und ein reges Markttreiben nicht ausschließen müssen.

Angefangen hat alles mit einem Mord: Zum Glück fand dieser nur auf dem Papier statt. Eifelkrimis lockten viele Interessenten ins K14. Zu den Lesungen gab es oft ein Stück typisches Stück Eifelbrot, ein kühles Getränk. Warum also nicht ein ganzer Markt mit dem Charme der Region?

Mit einem Mord fing alles an

Noch heute existieren die Lesungen mit Eifel-Krimis, so kommt am Freitag, 19. September, um 20 Uhr der Autor Ralf Kramp vorbei. Doch der Markt hat sich längst selbstständig gemacht. Die Gäste sitzen im Hof, naschen an einem Stück geräuchertem Schinken oder nippen an einem Glas Wein. „Der Wilderer“, gemeint ist der Händler für Wildfleisch, „hat schon ganz früh gut zu tun“, weiß man hier zu berichten. Überhaupt lohne sich die Reise der Händler, die während des Jahres überwiegend ihre kleinen Fachgeschäfte betreuen und nur einmal ein Gastspiel wagen: das im „K14“. Ein Oberhausener Händler mit besonderer Glaskunst hat sich diesmal unter die Gäste aus der Eifel gemischt. Eine Ausnahme. Oberhausen wird in diesem Fall von den Initiatoren einfach kurzerhand zur „Süd-Eifel“ erklärt.

Der Markt ist eine Herausforderung für alle Geschmacksnerven: Denn es breitet sich in den schmalen Gängen des „K14“, zwischen mit Grünranken umschlungenen Hofwänden, der fein-angenehme Duft von gerösteten Hülsenfrüchten aus. Pasteten werden mit einem Stück Weißbrot vor dem Kauf gekostet, um den „Mhhhh“-Faktor zu ermitteln.

Probieren dürfen Erwachsene auch bei Familie Thiel. Der im vergangenen Jahr verstorbene Ehrenringträger Hugo Baum schrieb für die markante „Nelches Birne“ aus der Eifel sogar einst ein Gedicht.