Centro verwandelt sich mit VR-Brille in Pariser Konzertsaal

Virtueller Rundum-Blick: In einer unscheinbaren Box können sich die Zuschauer bis Samstag im Centro Oberhausen eine 360-Grad-Brille auf die Nase setzen
Virtueller Rundum-Blick: In einer unscheinbaren Box können sich die Zuschauer bis Samstag im Centro Oberhausen eine 360-Grad-Brille auf die Nase setzen
Foto: Funke Foto Services
  • Oculus-Rift-VR-Brillen erlauben einen 360-Grad-Blick in einer virtuellen Welt
  • Bis Samstagabend um 19 Uhr gibt es im Mitteldom stündlich Musik-Shows
  • Zuschauer können durch die Technik Soul-Sängerin Yael Naim über die Schulter schauen

Oberhausen.. Und plötzlich ist es Winter. Mitten im Centro. Die dicken Kopfhörer pressen sich fest auf die Ohrmuschel wie beim molligen Kälteschutz vom letzten Skiurlaub. Durch die dicke Brille kann sowieso kein Lichtstrahl durchdringen. Sie sieht aus wie eine Taucherbrille mit eingebautem Aquarium — kann aber deutlich mehr.

Denn das Centro baut im Mitteldom des Einkaufszentrum mal eben einen heimeligen Konzertsaal aus Paris auf, der, man höre und staune, komplett durch die virtuelle Projektion innerhalb der voluminösen Technik-Brille erzeugt wird. Der Fachmann spricht von sogenannten Oculus Rift VR-Brillen, die dem Betrachter einen 360-Grad-Blick in fremde Welten bietet sollen. Doch funktioniert ein Ausflug zu einem Clubkonzert, der in Frankreich schwer angesagten Soul-Stimme Yael Naim tatsächlich täuschungsecht?

Wunder der Technik

Nun, zuerst kommt eine junge Dame mit einem Zettel samt Haftungsausschluss. Denn für Menschen mit Vorerkrankungen wie Epilepsie ist die Reise nicht geeignet. Und ja, es fühlt sich zunächst auch tatsächlich etwas mulmig an. Schließlich sitzt man gerade noch in dem durch Stofftücher abgetrennten 360-Grad-Theater auf einem Klappsitz. Und schon — Klack! — baut sich vor den Augen eine Bühne in einem dunkel schimmernden Saal auf.

Vorne macht sich die Sängerin bereit — und lächelt. Von hinten dringt eigentümliches Murmeln und Klatschen ins Ohr. Wer sich jetzt umdreht, erlebt sein blaues Wunder der Technik. Nun blickt man den am Bühnenrand stehenden Zuschauern mitten ins Gesicht. Obwohl man, aber sicher, noch immer auf dem Klappstuhl im Centro sitzt. Man kann die blonde junge Frau beobachten, die am Stützpfeiler lehnt, sich durchs Haar fährt und das erste Lied der Soulsängerin mitsummt. Oder man schaut auf die Saaldecke, an der Kronleuchter strahlen. Oder man blickt auf den Fußboden, auf dem nichts passiert, der aber natürlich genauso aussieht wie im Konzertsaal in Paris.

Zwei Lieder in Brillenperspektive

So hat jeder der maximal 25 zeitgleich teilnehmenden Brillen-Zuschauer unterschiedliche Blickwinkel, je nachdem, wohin man seinen Kopf bewegt. Zehn Minuten dauert die Vorstellung, zwei Lieder kann man aus der Brillenperspektive beobachten. Fazit: Eine Technik, die sich noch weiterentwickeln wird. Zwar sieht man heute in dunklen Passagen noch deutlich einzelne Bildpunkte auf den Videopersonen, doch man fühlt sich tatsächlich schon mittendrin.

Das VR-Konzert ist täglich von 11 bis 19 Uhr bis Samstag kostenlos im Centro-Mitteldom zu sehen.

 
 

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