CDU steht vor Neuorganisation

Von Peter Szymaniak

Ist der politische Stammtisch in Hinterzimmern verräucherter Kneipen tot? Die Oberhausener CDU beantwortet die Frage mit einem entschiedenen Ja. Die seit Jahrzehnten in der undankbaren Funktion als Oberhausener Nur-Oppositionspartei gestählte CDU stellt sich anderthalb Jahre vor den Kommunalwahlen in NRW neu auf: Mit einer strafferen Struktur will sie schlagkräftiger die Bürger in der Stadt für sich einnehmen.

„Früher kamen die Mitglieder der Ortsverbände in Kneipen zusammen, um sich vom Stadtverordneten über das örtliche Geschehen aus erster Hand informieren zu lassen. Dafür sind die Treffen der Ortsverbände nicht mehr nötig: Heute erhalten unsere Mitglieder direkte Infos übers Internet und über Mails“, meint Wilhelm Hausmann, Vorsitzender der CDU Oberhausen.

Publikumswirksame Themen

Heute bestehe die Aufgabe der Ortsverbände darin, publikumswirksame Themen zu setzen, die Bürgern auf den Nägeln brennen, und breitenwirksame Veranstaltungen zu organisieren. „Offene Diskussionen zu heiklen Themen, wie etwa zur Sicherheit in Oberhausen, locken über hundert Leute an.“ Darunter auch viele Nicht-Mitglieder, wie beim Schmachtendorfer „Talk im Dorf“.

Nach einer über ein halbes Jahr laufenden internen Diskussion mit der Basis will Hausmann nun am Samstag auf dem Kreisparteitag die Zeit der kleinen und kleinsten Ortsverbände beenden, die des Öfteren bei ihren Stammtisch-Treffen gerade mal eine Handvoll Mitglieder anlockten. Aus 21 Ortsverbänden mit einem Überbau aus drei Stadtbezirksverbänden sollen nur noch sechs Ortsverbände werden. Die bisher koordinierenden Stadtbezirksverbände werden aufgelöst. Noch vor zehn Jahren, vor der letzten Parteistrukturreform, hatte sich die CDU sogar in 29 Ortsverbänden organisiert.

Je zwei Ortsverbände

Künftig soll sich die CDU Sterkrade in zwei Ortsverbänden formieren, die CDU Alt-Oberhausen ebenfalls in zwei Teilen – und die CDU Osterfeld, der kleinste Parteibezirk, meint mehrheitlich, dass auch hier zwei Ortsverbände nötig seien. Vertreter der Idee, für Osterfeld nur einen Ortsverband vorzusehen, setzten sich nicht durch.