Bund beschleunigt A3-Ausbau in Oberhausen

Das Autobahnkreuz Oberhausen liegt mitten im Sterkrader Wald.
Das Autobahnkreuz Oberhausen liegt mitten im Sterkrader Wald.
Foto: www.blossey.eu
Die Fahrbahnerweiterung erhält im Bundesverkehrswegeplan eine hohe Priorität. NRW-Minister Groschek fordert Akzeptanz für Infrastrukturprojekt.

Oberhausen. Die Autobahn A3 soll in Oberhausen auf sechs und an einigen Stellen sogar auf acht Spuren ausgeweitet werden. Im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 erhält dieses Vorhaben, das über 320 Millionen Euro kosten wird, die höchste Prioritätsstufe verpasst – sehr zur Freude von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. „Diese Baumaßnahme ist lange überfällig“, kommentiert der gebürtige Oberhausener diese Entscheidung aus Berlin. „Die A3 ist in diesem Bereich eine der Staufallen im Land.“

Groschek befürchtet jedoch, dass Einsprüche aus der Bevölkerung die Umsetzung verzögern. Darum fordert er mehr Akzeptanz für Infrastrukturprojekte ein. Die Naturschutzorganisation BUND in Oberhausen kritisiert bereits starke Eingriffe in die Natur.

„Trotz aller Bemühungen, mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu bringen, nimmt der Verkehr auf den Autobahnen zu“, sagt Groschek. Dieser Entwicklung, die nach allen Prognosen auch künftig weiter anhalten werde, müsse nun Rechnung getragen werden.

„Wir erwarten, dass wir relativ kurzfristig mit der Planung anfangen können.“ Realistisch betrachtet sei eine Umsetzung in acht bis zehn Jahren denkbar, erklärt der Minister. Planfeststellungsverfahren, Umweltverträglichkeitsprüfungen und die Bürgerbeteiligung stünden vor Baubeginn auf der Aufgabenliste.

Willkommenskultur für Bagger

In diesem Zusammenhang spricht Groschek von einem „Planungsdschungel“, der verhindere, dass dringend benötigte Großprojekte zeitnah angepackt werden können. „Es braucht eine Willkommenskultur für den rollenden Bagger.“ Dem früheren Vorsitzenden der örtlichen SPD ist noch lebhaft in Erinnerung, dass vor gut einem Jahr die Bürger die Weiterführung der Straßenbahnlinie 105 stoppten. Eine Akzeptanz für solche Infrastrukturprojekte sei für ein Wirtschaftsland wie Deutschland enorm wichtig.

Die Naturschützer aus den Reihen des BUND äußern dagegen Bedenken, vor allem weil der A3-Ausbau im Bereich des Autobahnkreuzes Oberhausen mitten im Sterkrader Wald liegt. „Das wäre ein erheblicher Eingriff in die Natur“, betont Kreisgruppensprecherin Cornelia Schiemanowski. Dass immer mehr Güter auf der Autobahn transportiert werden, sei bedenklich.

„Wir setzen uns für eine Stärkung öffentlicher Verkehrsnetze ein.“ Das Planfeststellungsverfahren werde der BUND kritisch begleiten. Neben dem Naturschutz geht es Schiemanowski auch um den Lärmschutz an der Autobahn.

 
 

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