Bündnis will Pflegeberufe aufwerten

Oberbürgermeister Klaus Wehling unterschreibt die Kooperationsvereinbarung zum Aktionsplan für Pflegeberufe am Freitag, 2. März 2012 im Kreise der Vertreter aus den Arbeitsgruppen zum Aktionsplan. Foto Ulla Emig wazfotopool
Oberbürgermeister Klaus Wehling unterschreibt die Kooperationsvereinbarung zum Aktionsplan für Pflegeberufe am Freitag, 2. März 2012 im Kreise der Vertreter aus den Arbeitsgruppen zum Aktionsplan. Foto Ulla Emig wazfotopool
Foto: Ulla Emig wazfotopool

Oberhausen.. Die Pflege ist eine Wachstumsbranche. Die Anzahl offener Stellen steigt, die der qualifizierten Bewerber hingegen kaum. Es droht massiver Fachkräftemangel. Ein bundesweiter Trend, dem ein Bündnis von 30 Kooperationspartnern in Oberhausen nun etwas entgegen setzen will.

Mit der Unterzeichnung des Aktionsplans für Pflegeberufe fiel gestern der Startschuss für eine beispiellose Kampagne. Sie zielt darauf ab, das Image des Berufsfelds zu stärken, um ihm langfristig qualifizierten Nachwuchs zu sichern.

Sichere Arbeitsplätze

Als „wesentlichen Bestandteil von Familienfreundlichkeit und Lebensqualität“ bezeichnete Oberbürgermeister Klaus Wehling die Alten- und Krankenpflege. Es müsse unbedingt gelingen, die Quote der Auszubildenden zu erhöhen, denn die Pflegebranche biete allein schon wegen der demografischen Entwicklung sichere Arbeitsplätze und sei geeignet, auch angelernte Kräfte zu beschäftigen.

Auch gelte es, mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund für die Pflegeberufe zu interessieren.

Zum Bündnis, das offen ist für weitere Mitglieder, gehören ambulante und stationäre Pflegeanbieter, das Fachseminar für Altenpflege, die AOK Rheinland, verschiedene Schulen, das Jobcenter, der Integrationsrat der Stadt, die Deutsch-Türkische Gesellschaft und der Verein Pro Wohnen. Sie alle sind bereit, sich dafür einzusetzen, das Image von Pflegeberufen zu verbessern. Zur Unterzeichnung des Aktionsplans traf man sich im Büro für Chancengleichheit der Stadt, dessen Bereichsleiter, Andreas Stahl, betonte, dass es hier darum gehe, den Bürgern „ein würdevolles und gerechtes Leben im Alter“ zu sichern.

"Immer nur, wenn es einen Skandal gibt, wird über uns berichtet"

Wie soll das gelingen? Zunächst einmal durch eine höhere Wertschätzung und Anerkennung der Pflegeberufe. „Immer nur, wenn es einen Skandal gibt, wird über uns berichtet“, beschwert sich zum Beispiel Monika Rimbach, Pflegedienstleiterin im Haus Abendfrieden, über die Darstellung der Pflege in den Medien. Wenn Angehörige und Bewohner zufrieden seien, interessiere das niemanden. Dem wird künftig die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, eine der Arbeitsgruppen des Bündnisses, etwas entgegen setzen.

Durch gezielte Informationsveranstaltungen soll das Image der Pflegeberufe aufpoliert werden. Eine weitere Arbeitsgruppe will sich um eine Steigerung der Wertschätzung der Arbeit von Pflegekräften in den Einrichtungen kümmern. Dadurch soll die hohe Fluktuation verhindert werden. Motto: Wer sich wohl fühlt, denkt nicht über einen Arbeitsplatzwechsel nach. Teilzeitkräfte seien durch eine positive Arbeitsatmosphäre eher dafür zu gewinnen, Vollzeit zu arbeiten.

Werbung für den Beruf

Ein weiterer Schwerpunkt des Bündnisses betrifft die Werbung für den Beruf. Inhalte und Karrieremöglichkeiten sollen von Pflegedienst-Kräften vermittelt werden, die ihre Arbeit lieben attraktiv finden. Mehr Praktikumsplätze sollen angeboten und mehr Ausbildungsplätze dadurch geschaffen werden, dass ambulante und stationäre Pflege kooperieren. Für den Pflegeberuf interessiert werden sollen zum Beispiel auch Wiedereinsteigerinnen in den Beruf.

 
 

EURE FAVORITEN