BOB will das Mosaik in Sterkrade noch retten

An der Wand der alten Bibliothek Sterkrade ist das Mosaik noch recht gut erhalten. Es kann aber nur teuer abmontiert werden
An der Wand der alten Bibliothek Sterkrade ist das Mosaik noch recht gut erhalten. Es kann aber nur teuer abmontiert werden
Foto: Fabian Strauch
Das Oberhausener Bürgerbündnis BOB will sich nicht mit der Entscheidung der Rathaus-Spitze abfinden.

Oberhausen. Das Bürgerbündnis BOB will sich nicht mit der Entscheidung der Rathaus-Spitze abfinden, das Sterkrader Mosaik des Künstlers Walter Mawick an der Fassade der alten Stadtteilbibliothek aufzugeben – und niederzureißen.

Nach Ansicht von BOB würde die Stadt Oberhausen durch diesen Affront gegen einen Künstler wie Mawick ihr Gesicht verlieren. Der überraschende Entschluss von Planungsdezernentin Sabine Lauxen, aus Kostengründen auf den Erhalt des Mosaiks zu verzichten, „verletzt die Vereinbarung in den Gremien, das Kunstwerk zu erhalten“. Die Stadtverwaltung habe weder die politischen Gremien noch etwa den Gestaltungsbeirat in diese Entscheidung einbezogen, kritisiert BOB-Fraktionschef Werner Nowak. In einem Brief an den Oberbürgermeister Daniel Schranz appelliert die BOB-Fraktion, den Abriss aufzuschieben, bis ein Weg gefunden wurde, das Mosaik zu retten.

Mehrkosten vergleichsweise gering

Der Vorschlag von BOB: Man sollte die komplette Fassadenwand retten, statt die Kunst abzulösen. „Das Mosaik kann man erhalten, indem man die komplette Wand des Gebäudes stehen lässt, und nur das Gebäude dahinter abträgt.“

Aus Sicht von BOB stellt das Mawick-Mosaik einen prägnanten Teil der kulturellen und historischen Identität des Stadtteils dar: „Seine Kunst hat unsere Stadt an vielen Orten geprägt. Dass die untere Denkmalbehörde dies bislang nicht wahrgenommen hat, sagt viel über den katastrophalen Umgang der Verwaltung mit der Geschichte Oberhausens aus“, findet Architekturprofessor und Denkmalschützer Roland Günter. BOB bezweifelt zudem, dass die angegebene Kostenprognose für den Erhalt des Mosaiks in Höhe von mehreren hunderttausend Euro realistisch ist.

„Man macht es sich zu einfach. Welche Experten wurden bei der Ermittlung der Kosten einbezogen?“, stellt Nowak die Angaben infrage. Er schätzt die Mehrkosten für den Erhalt dieser Kunst als vergleichsweise gering ein.

 
 

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