Oberhausen

Bluttat in Oberhausen: Familie des Getöteten (28) wendet sich mit emotionalem Appell an Öffentlichkeit

An der Bushaltestelle "Im Lipperfeld" wurde ein Mann nach einer Auseinandersetzung niedergestochen und tödlich verletzt. Ein weiterer Mann liegt immer noch im Krankenhaus.
An der Bushaltestelle "Im Lipperfeld" wurde ein Mann nach einer Auseinandersetzung niedergestochen und tödlich verletzt. Ein weiterer Mann liegt immer noch im Krankenhaus.
Foto: Justin Brosch
  • Nach einer fatalen Auseinandersetzung in Oberhausen ist ein 28-Jähriger an seinen schweren Verletzungen gestorben
  • Nun wenden sich die Angehörigen des Getöteten mit einem emotionalen Appell an die Öffentlichkeit

Oberhausen. Nach der fatalen Auseinandersetzung in Oberhausen, bei der ein 28 Jahre alter Mann niedergestochen und getötet wurde, wendet sich die Familie des Getöteten nun an die Öffentlichkeit.

Rückblick: Eigentlich sollte es ein fröhliches Musikfest werden - für einen 28 Jahre alten Mann endete die Nacht auf den 26. November tödlich. Er war zusammen mit anderen auf dem Rückweg vom „Polonia Music Festival“ in der Turbinenhalle. Gemeinsam stiegen sie in den Nachtexpress der Linie 21.

Dort kam es zu einem Streit mit drei Männern, die bereits im Bus saßen. An der Haltestelle „Im Lipperfeld“ öffnete der Busfahrer die Türen, woraufhin die Streitenden den Bus verließen.

Schwere Verletzungen an Hals und Bauch

Die drei Männer zückten dort plötzlich Stichwaffen, woraufhin die Gruppe um den 28-Jährigen flüchtete. Er und ein 26 Jahre alter Mann stolperten und fielen zu Boden. Die Angreifer stachen auf die am Boden liegenden Männer ein. Sie erlitten schwere Verletzungen an Bauch und Hals. Der 26-Jährige liegt noch immer im Krankenhaus, der 28 Jahre alte Mann starb noch am selben Tag an seinen Verletzungen.

Wir sprachen mit Angehörigen des Opfers und veröffentlichen nun auf Wunsch der Familie den nachfolgenden Text.

„Wir als Familie möchten uns zunächst bei allen Usern, Freunden und Angehörigen für die große Anteilnahme bedanken. Dies bedeutet uns außerordentlich viel und wir sehen, dass eine derartige Tat nicht einfach unter den Teppich gekehrt wird. Wir sind alle noch geschockt und können nicht begreifen, was in dieser Nacht passiert ist.

„Der Busfahrer ist ein Held“

Wir möchten allerdings klarstellen, dass der Busfahrer keinerlei Schuld an dieser Tragödie trägt. Der Busfahrer ist in unseren Augen ein Held, da möglicherweise ein viel schlimmeres Unglück hätte passieren können, wenn dieser nicht die Türen geöffnet hätte. Möglicherweise wäre es bereits zu einem heftigeren Unglück im hinteren Teil des Busses gekommen. Was dies bedeutet, können wir uns sicherlich alle vorstellen.

Auch möchten wir betonen, dass der Busfahrer sofort die Rettungskräfte alarmiert hat. Dadurch konnte wenigstens einer der Verletzten überleben.

„Wer kann von sich behaupten, dass er sein Leben für eine andere Person eingesetzt hat?“

Wer denkt, dass der Busfahrer weiterhin Schuld trägt, täuscht sich. Er ist couragiert zwischen die beiden Gruppen gesprungen und hat versucht, sie zu trennen. Wer kann von sich behaupten, dass er sein Leben für eine andere Person eingesetzt hat, die er gar nicht kennt?

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Der Busfahrer hat uns nach Rücksprache mit der Polizei in den vorderen Teil des Busses gesetzt und die Heizung angestellt. Er hat sich in dieser Situation absolut vorbildlich verhalten und dafür sind wir ihm sehr dankbar.

„Du hast ein schlimmeres Unglück verhindert“

Abschließend möchten wir uns noch einmal bei dir, lieber Busfahrer, bedanken. Du hast die ganze Nacht mit uns auf dem Bussteig und im Bus verbracht. Du hast mit uns gesprochen, du hast uns in den Arm genommen und getröstet. Du hast ein viel schlimmeres Unglück verhindert. Du bist einer der Helden der Nacht. Bitte nimm mit uns Kontakt auf, damit wir dir noch einmal persönlich danken können. Glaub uns, du trägst keine Schuld dafür.

Wir hoffen, dass wir mit diesem Appell allen Kritikern die Augen öffnen. Dem Busfahrer muss man danken und ihn nicht für dieses Unglück verantwortlich machen.“

 
 

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