Biergeschäft mit eigenen Hausmarken eröffnet in Oberhausen

Frank Helling
Tobias Palmer und Silke Terlinden eröffnen heute in Sterkrade die „Ruhrpottbrewery“ - hier gibt es 140 Sorten Bier. Fotos:Kerstin Bögeholz
Tobias Palmer und Silke Terlinden eröffnen heute in Sterkrade die „Ruhrpottbrewery“ - hier gibt es 140 Sorten Bier. Fotos:Kerstin Bögeholz
Foto: Funke Foto Services
  • Tobias Palmer braut zwei Sorten Bier: ein klassisches Pilsener und ein innovatives Ale
  • 130 weitere aus aller Welt bieten er und Silke Terlinden ab heute im „Pottbrew“ an
  • Es sind allesamt Craft-Biere, Spezialitäten aus kleinen Brauereien, die verkauft werden

Oberhausen. Fragt man Tobias Palmer, welche Geschmacksrichtungen es beim Bier gibt, gerät der gelernte Braumeister ins Schwärmen: „Die Vielfalt ist einfach riesig. Es kann mild, herb, torfig, malzig, fruchtig, süffig, alles von allem und noch nach viel mehr schmecken und das in ganz unterschiedlichen Abstufungen.“

Er selbst braut zwei Sorten: ein klassisches Pilsener und ein innovatives Honey Pepper Ale. Die beiden Hausmarken seiner Ruhrpottbrewery und rund 130 weitere aus Deutschland, Europa und Übersee bieten er und seine Lebensgefährtin Silke Terlinden ab Samstag, 29. Oktober, in ihrem Geschäft „Pottbrew“ an.

Spezialitäten aus kleinen Brauereien

Es sind allesamt sogenannte Craft-Biere, die dort in den Regalen stehen: Spezialitäten aus kleinen Brauereien, die die handwerkliche Tradition pflegen und nicht auf Masse setzen. Um seine zwei Biere nach seinen Vorstellungen und Rezepten zu brauen, nutzt Palmer freie Kapazitäten der Brauerei Rütershoff in Castrop-Rauxel. Weitere Sorten sind in Planung. Erfahrungen hat der 47-Jährige nach seiner Ausbildung in aller Welt gesammelt: „Ich habe in China, in Russland, in den USA, in Indien und anderen Ländern in kleinen Brauereien gearbeitet,“ erzählt er. Der Liebe wegen zog es ihn nach Sterkrade.

Schaut man sich im „Pottbrew“ um, so entdeckt man lauter Marken, die wohl nur den wenigsten etwas sagen: Rye Ipa (Norwegen), Harlem Break (Dänemark), Crew Republic (Deutschland) oder Põhjala (Norwegen) steht auf den Etiketten. Das Schöne: Zu jedem Bier kann Palmer sagen, wie es gebraut wird, welche Geschmacksnoten es enthält, zu welchem Essen es passt. „Das ist so wie beim Wein“, sagt der 47-jährige, „es gibt ganz verschiedene Merkmale, im Aussehen, im Geruch und natürlich auch im Geschmack.“

Das kann sogar so weit gehen, dass bei Craft-Bieren dieselbe Sorte graduell immer wieder anders schmeckt. „Bier ist wie Wein ein Naturprodukt. Der angebaute Hopfen beispielsweise kann in jedem Jahr eine leicht andere Note haben. Und die kleinen Brauereien mischen eben nicht zig Hektoliter so zusammen, damit immer derselbe Geschmack herauskommt.“ Den vor einigen Jahren begonnene Trend zum Craft-Bier haben auch große Konzerne entdeckt. „Craftwerk beispielsweise gehört der Bitburger-Brauerei.“

Auch Bücher zählen zum Angebot

In dem mit Holzfässern, Holzregalen, Holztheke und Kühlschränken ausgestatteten Ladenlokal findet der Kunde auch Bücher: „Das klassische zum Thema Bier, aber auch regionale Krimis mit den passenden Kochbüchern oder auch Reisebücher“, sagt Silke Terlinden, die im Hauptberuf Rechtsanwältin ist. Bücherecke, Biersortiment und die eigene Biermarke wollen Palmer und Terlinden in den kommenden Jahren ausbauen. Bereits ab Januar wird es im „Pottbrew“ Verkostungen geben, bei denen der Kunde seine Geschmacksnerven sensibilisieren kann.

Das Ladenlokal „Pottbrew“ ist am Postweg 29 in Sterkrade. Die Eröffnung ist am Samstag um 11 Uhr. Die weiteren Öffnungszeiten sind mittwochs bis freitags von 10 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr. Montags und dienstags ist geschlossen, weil Tobias Palmer dann in der Brauerei ist.

Der Preis für ein Craft-Bier (0,33 Liter) beginnt bei 1,99 Euro. Am teuersten ist ein halber Liter Krinnawible der Bio-Brauerei Gusswerk, das fünf Jahre in einem Whiskyfass gelagert hat. Alkoholgehalt 14,5 Prozent. Preis: 27 Euro.