Bienen gehen in die Winterpause

Dieses Hobby ist ein Honigschlecken - Imker Hans Pahl hat kürzlich die Leistungsmedaille in Silber vom Imkerverband Rheinland 2011 bekommen. Foto: Kerstin Bögeholz
Dieses Hobby ist ein Honigschlecken - Imker Hans Pahl hat kürzlich die Leistungsmedaille in Silber vom Imkerverband Rheinland 2011 bekommen. Foto: Kerstin Bögeholz
Foto: WAZ FotoPool

Oberhausen..  Er ist der Herr über 18 Völker, betreut 18 Königinnen und ihren Hofstaat: Hans Pahl ist Imker aus Leidenschaft und heimst immer wieder Auszeichnungen für seinen Honig ein. Diesmal war es die Leistungsmedaille in Silber anlässlich der Prämierung des Imkerverbandes Rheinland ‘11.

Der Oberhausener fährt täglich zu seinen Völkern, um sie zu pflegen und zu schauen, ob sie auch bienenfleißig sind: „Ich habe dazu in Buschhausen eigens ein Gelände von der Stadt gepachtet“, sagt der Imker, der in der Nähe des Bero-Zentrums zu Hause ist.

Seitdem er im Vorruhestand ist, sind die Bienen seine Leidenschaft: „Als ich noch als Busfahrer bei der Stoag gearbeitet habe, hat mir ein Arbeitskollege von seinem Hobby erzählt - von der Imkerei“, erinnert sich der heute 74-Jährige. Er wurde neugierig, half dem Kollegen dann und wann aus. Die Bienen und ihre Lebensweise begeisterten ihn so, dass er sich immer mehr Wissen aneignete, einen Kurs machte, der ihn dazu berechtigt, als Imker tätig zu werden.

Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Bienenvölker hinzu. Inzwischen sind es gesagte 18. Sie brauchen intensive Pflege - und das kostet viel Zeit: „Gerade jetzt muss ich alles für die Winterruhe der Tiere vorbereiten.“ Dazu gehört die Behandlung der Bienen mit Ameisensäure: „Das vernichtet Parasiten.“ In der Zeit, in der die Bienen keinen Nachwuchs haben, serviert Hans Pahl den Völkern Zuckerwasser mit ein wenig Oxalsäure: „Das fressen die Tiere und nehmen den Wirkstoff im Blut auf. Das tötet Milben.“

Bis zum Februar verschwinden die Bienen in ihren Häusern, kuscheln sich in Trauben zusammen. Hunger bekommen sie dennoch - so braucht Pahl 20 Kilo Zuckerwasser für seine Völker, um ihnen die kalte Jahreszeit zu versüßen.

Im Februar legt die Bienenkönigin wieder Eier für den neuen Nachwuchs. Der Flug der Bienen zu Bäumen und Blumen beginnt aber erst, wenn es draußen mindestens 12 Grad warm ist. Hans Pahl: „Bis Mai oder Juni geht die Hochsaison. In dieser Zeit kann eine Königin schon so um die 2000 Eier legen.“

Vor allem Lindenblüten

Die Honigsaison endet gewöhnlich im Juli oder August, dann wird das letzte Mal Honig geschleudert. In Oberhausen naschen die Bienen von Hans Pahl in erster Linie von Lindenblüten und verschiedenen Obstblüten. Auch Akazien stehen auf dem Speiseplan der Bienen. Eine Rarität ist der Tauhonig, sagt Pahl: „Er ist dunkler und herber und stammt von der Linde. Dort lebt eine Laus, die die Blätter ansticht, da kommt dunkle Flüssigkeit heraus und die nehmen die Bienen auf. Am Ende gibt es den Tauhonig.“

Der Jury des Imkerverbandes Rheinland präsentierte Hans Pahl eine Auswahl seines Obstblüten-Honigs. Die Bewertung schrammte nur knapp vorbei an der für eine Goldmedaille notwendigen Bewertung. Geprüft werden neben der Sauberkeit des Honigs auch Geruch, Geschmack und Wassergehalt sowie einige Laborwerte und sogar die Gestaltung des Honig-Glases.

Hans Pahl wird die Bienen so lange hegen wie es seine Gesundheit zulässt. Inzwischen hilft ihm sein 19-jähriger Enkel, wenn Muskelkraft gefragt ist. Und vielleicht, so hofft, Hans Pahl, entwickelt der ja genug Interesse, um die Imkerei weiterzuführen.

Jedenfalls sagt Pahl: „Ich habe dem Honig viel zu verdanken. Ich nehme zum Beispiel den Manuka-Honig aus Neuseeland als Salbe. Wenn nichts anderes mehr hilft, der hilft!“

Wer herausfinden möchte, wie echter Honig aus Oberhausen schmeckt, findet Hans Pahl freitags auf dem Markt in Alt-Oberhausen und samstags auf dem Sterkrader Markt.

 
 

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