Biefang - Der Frosch als Wappentier

Die Baumeister Mühle.                                                                                                                              Foto: Gerd Wallhorn
Die Baumeister Mühle. Foto: Gerd Wallhorn
Foto: WAZ FotoPool

Oberhausen.. Ein Frosch begrüßt am Rathenauplatz die Autofahrer in Oberhausen-Biefang. In dem über 725 Jahre alten Ortsteil gab es früher viele Sümpfe - und eben viele Frösche. "Unser Frobi" nennen sie die knapp zweieinhalb Jahre alte Skulptur hier liebevoll.

Da ist er also der Frosch. Sitzt mitten auf dem inneren Rund des Kreisverkehrs am Rathenauplatz. „Unseren Frobi“, nennt Ute Weyen (66) die Skulptur liebevoll. Frobi ist gewissermaßen ein Kind der Bürger-Interessen-Gemeinschaft Biefang (BIG). Zu der gehören zehn Leute, auch Ute Weyen und Marlene Haselmeyer (71).

Frobi sieht seit dem 4. Mai 2008 die Autos durch Biefang kreisen, diesen westlichsten Teil der Stadt. Ute Weyen über die Skulptur: „Wir haben ihn mit einem großen Froschfest eingeweiht.“ Ein Frosch als Wappentier war naheliegend, weil in dem einst sumpfigen Gebiet Biefangs zwischen König- und Siegesstraße viele Frösche lebten.

Der Ortsteil, früher ländlich idyllisch geprägt und sehr ruhig, hat mehr zu bieten als ein Wappentier. Obwohl, mit Landwirtschaft ist es nicht mehr viel. „Es gibt noch den Hof Klapheck“, sagt Marlene Haselmeyer. Und die Biefanger zählten den Bauernhof Rademacher immer noch zu einem der ihren, obwohl er jenseits der Grenze liegt.

Heute nur zwei Bauernhöfe im Ortsteil

Zwei Höfe also nur, die blieben. Neben der Landwirtschaft schwand auch die Ruhe dahin. Viel Verkehrslärm gibt es heute. „Aber es ist immer noch schön hier zu wohnen, weil die Leute sich kennen, sich bemühen, eine Gemeinschaft zu sein“, sagt Marlene Haselmeyer, die in Biefang geboren wurde während Ute Weyen seit 45 Jahren in diesem Teil Oberhausens wohnt.

Das Oberhausen-Quiz Zurück zum Frosch. Er sitzt in direkter Nachbarschaft zum Rathenauplatz. Auf dem Platz selbst die Skulptur eines Mannes. Ein Denkmal als Andenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Der Platz ist klein, aber groß genug, um bei den mittlerweile traditionellen Nikolausmärkten 500 Leute aufzunehmen. So viele sollen es in diesem Jahr gewesen sein, die von dem vorweihnachtlichen Ereignis angelockt wurden.

Ein Stückchen weiter an der Dienstraße steht der Neubau des evangelischen Gemeindehauses. Im Garten noch die Glocke vom Turm des einstigen Gebäudes. Eingraviert ins Metall die Jahreszahl 1957.

2006 feierte man hier die 725-Jahr-Feier

Biefang selbst ist viel älter. Hatte 2006 zur großen 725-Jahr-Feier eingeladen. „Früher waren hier nur Felder und Wiesen“, erzählt Marlene Haselmeyer und zeigt auf das älteste Haus an der Dienstraße. Ein Gebäude aus dem Jahr 1732, in dem früher mal ein Kiosk untergebracht war. Früher. Auch die typischen Ruhrgebietsbüdchen sterben aus. Noch ein Stückchen weiter leuchtet weiß ein Gebäude: erst die Feld-, dann die Biefangschule, seit 1971 ein Kindergarten.

An der Stelle, an der die heutige Königschule, eine Gemeinschaftsgrundschule, steht, war früher „ein Marktplatz mit Feuerwehrturm“, sagt Ute Weyen. Auf dem Gelände der Schule wurde auch der 725. Geburtstag gefeiert.

Der Flugplatz musste der Ruhrchemie weichen

Es sind die Emscher und die Autobahn, die Biefang teilen. „Hier ist die lauteste Stelle“, sagt Marlene Haselmeyer. Hier, das sind die Auffahrt zur Autobahn und die Lkw-Einfahrt zur Ruhrchemie an der Königstraße. Immerhin hat die Emschergenossenchaft an der Brücke ein Schild aufgehängt. „Willkommen in Biefang“ grüßt ein freundlicher Frosch.

Etwas weiter die Straße hoch geht rechts der Kuhweg ab, pardon, die Flugstraße. 1909 war hier der erste westdeutsche Flugplatz mit einer Abschussrampe für Gleitflieger gebaut worden. Er musste später der Ruhrchemie weichen. Die beiden Frauen erzählen noch viel über Biefang, den Golfplatz, Tennisclub, die „geliebte Gaststätte Wichmann“ und natürlich den Turnverein Biefang, der alle eint. Und da wirft ein großes Fest bereits seine Schatten voraus. 2012 wird der Verein 100 Jahre alt.

 

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