Betriebsrat der Stoag kritisiert Umstellung beim Funksystem

Der Betriebsrat sieht viele Probleme bei der Umstellung.
Der Betriebsrat sieht viele Probleme bei der Umstellung.
Foto: Funke Foto Services
2,5 Millionen Euro investiert das Nahverkehrsunternehmen Stoag in die Modernisierung. Der Betriebsrat befürchtet einen "Rückschritt in die Steinzeit".

Oberhausen.. Die Stadtwerke Oberhausen GmbH (Stoag) will bis zum kommenden Jahr für rund 2,5 Millionen Euro ihr Funksystem modernisieren. Der Betriebsrat der städtischen Nahverkehrstochter meldet sich nun jedoch zu Wort und kritisiert die Umstellung auf ein digitales System scharf. „Sicherlich müssen 20 Jahre alte Bordrechner und überholte Software aktualisiert werden, jedoch darf die Funktionalität hinterher nicht schlechter sein als vorher“, heißt es in einer Stellungnahme des Betriebsratsvorsitzenden Michael Stemmer.

Man könne die Aussage der Geschäftsführung nicht nachvollziehen, „dass mit einem neuen Funksystem eine Optimierung der Verbindungen zu unseren Nachbarbetrieben erreicht werden soll. Von einer besseren Abstimmung auf Gemeinschaftslinien kann überhaupt keine Rede sein.“ Eine Verbesserung des Betriebsablaufes sei auf Grund des derzeitigen Planungstandes ebenfalls nicht erkennbar.

Inkompatibel zu anderen Systemen

Denn eine direkte Funkverbindung zu Bussen und Straßenbahn in den Nachbarstädten, etwa im Bereich der VIA (Zusammenschluss der Nahverkehrsunternehmen Essen, Mülheim, Duisburg) sei nicht möglich – das dort eingesetzte System sei nicht kompatibel zum geplanten Stoag-System. „Eine Realisierung dieses Vorhabens – ohne entsprechende Modifikationen – würde für den Stoag-Betriebsrat einen Rückschritt in die Steinzeit unter Verwendung von Mitteln in Millionenhöhe bedeuten.“

Es sei naiv und grob fahrlässig, auf die fahrzeugbezogene Kommunikation zu verzichten: Denn so könne nicht sichergestellt werden, dass Fahrgäste beim Umsteigen ihren Anschluss erreichen. Der Betriebsratsvorsitzende sieht zudem die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bei tätlichen Angriffen auf das Fahrpersonal gefährdet. „Der nächste Bus ist nicht selten näher als der nächste Streifenwagen.“ Darum sei es nicht schädlich, so Stemmer, wenn alle im Dienst befindlichen Kollegen einen Notruf eines Kollegen mitbekommen und über den Vorfall vorgewarnt seien.

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