Baum-Riese erwacht im Gasometer Oberhausen zum Leben

Gudrun Mattern
Der "Baum des Lebens" ist der Höhepunkt der Ausstellung "Magische Orte" im Gasometer Oberhausen.
Der "Baum des Lebens" ist der Höhepunkt der Ausstellung "Magische Orte" im Gasometer Oberhausen.
Foto: WAZ FotoPool
Mit dem "Auge des Himmels" blickten wir auf unseren Planeten, erlebten "Sternstunden des Sonnensystems". Die neue Ausstellung im Gasometer entführt ihre Besucher an "Magische Orte". Höhepunkt der Präsentation ist der 43 Meter hohe "Baum des Lebens".

Oberhausen. Dank des enormen Publikumszuspruchs für die beiden Vorgänger-Präsentationen ist die Erwartung an „Magische Orte“, die neue Ausstellung im Gasometer, wahnsinnig hoch. Sie ist „der vorläufig letzte Höhepunkt einer Trilogie“, so Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin der Gasometer GmbH.

Das Medieninteresse einen Tag vor der Eröffnung ist ungewöhnlich groß. Alle starren gebannt auf den „Baum des Lebens“, der, 43 Meter hoch, in der Manege auf der oberen Ebene der Kulturtonne thront. Fotografen bringen Stative in Stellung, suchen nach der besten Schuss-Position. Sie liegen auf der Seite, auf dem Rücken gar, kriechen hinein in das Wurzelwerk. Eine einzigartige Premiere steht kurz bevor: Der Baumriese wird Theater spielen. „Einen Tag aus dem Leben eines Regenwaldbaums werden Sie in einer 15-minütigen Licht-Klang-Installation verfolgen können“, so Jeanette Schmitz.

Großartiges Schauspiel

Wolfgang Volz, der diesen Baum als würdigen Nachfolger für den größten Mond auf Erden, „als Attraktion im oberen Luftraum des Gasometers“ schuf, behält Recht: „Das ist etwas, was man erleben muss.“ Zu beinahe sakralen Klangkompositionen und durch wunderbare Lichteffekte der Regisseure Herbert Cybulska (Licht) und Sebastian Studnitzki (Ton) wird die Baumskulptur lebendig, wirft faszinierende Schatten und verwandelt den Spielort in eine Kathedrale der Natur.

Es ist ein großartiges Schauspiel, das berührt. Der Baum hat es geschafft, hat sich behauptet als dramaturgischer Höhepunkt über den Natur- und Kulturwundern, die auf zwei Ebenen zu bestaunen sind. „Zum ersten Mal begegnen sie sich in dieser Ausstellung auf Augenhöhe“, sagt Peter Pachnicke. „Unterschiedliche Wunder ziehen uns an.“

Spektakuläre Farbenvielfalt

Dem Erfolgsprinzip der ersten beiden Teile der Trilogie folgend, sind es wieder die großformatigen Bilder, die faszinieren. Wie Kunstwerke wirken sie auf den ersten Blick, mit spektakulärer Farbenvielfalt. Wissbegierde wird geweckt. Wir interessieren uns für das Phänomen und erfahren zum Beispiel, dass es sich beim Naturwunder Grand Prismatic Spring im Yellowstone Park um eine Quelle, gesättigt mit Mineralien und Algen, handelt.

Oder: Wir staunen über ein Wesen aus einem Fantasy-Film und wissen dann: Dieses Geschöpf ist eine Leuchtgarnele. Wir entdecken Seerosen in der afrikanischen Wüste und sehen die Sahara wie ein Meer aus Sand. Pachnicke: „Es geht um große dynamische Kräfte der Erde, die Schöpfung der Natur, Götterbilder der Kulturen und die Selbstvergötterung des Menschen.“

Geöffnet bis Ende Dezember

Die Ausstellung wird in Kooperation mit der Deutschen Unesco-Kommission und TUI Deutschland präsentiert. Sie ist ab 8. April bis zum 30. Dezember (Verlängerung möglich) zu sehen. Sie bietet eine faszinierende Weltreise zu Kulturstätten der Natur- und Menschheitsentwicklung. Zu sehen sind spektakuläre Fotos, fantastische erdgeschichtliche Objekte und beeindruckende Werke aus der Kunstgeschichte und Meisterwerke menschlicher Baukunst. Eintritt: 8 Euro, dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr geöffnet.