Ausgezeichnete Architektur

Das historische Flottmanntor in Herne.
Das historische Flottmanntor in Herne.
Foto: privat
Drei junge Oberhausener Architekten wurden mit dem Künstlerförderpreis des Landes geehrt.

Oberhausen. Drei junge Oberhausener Architekten dürfen sich freuen, zur künstlerischen Avantgarde unseres Landes zu gehören: Das Architektenduo Ben und Daniel Dratz sowie die Architektin Agnieszka Wnuczak wurden von NRW-Kulturministerin Ute Schäfer mit dem Förderpreis 2012 des Landes für Künstler bis 35 Jahre geehrt. Der mit jeweils 7500 Euro dotierte Preis, der in den Sparten Bildende Kunst, Literatur, Musik, Film, Theater, Architektur und Medienkunst vergeben wird, würdigt den „vielversprechenden Nachwuchs, den die Kultur braucht“, betonte Schäfer bei der Verleihung in Düsseldorf.

Überraschende Lösungen gefunden

In nur wenigen Jahren sei aus den zum Teil aus Wettbewerben hervorgegangenen Bauten und Projekten der Brüder Daniel Dratz (geboren 1978) und Ben Dratz (geboren 1977) „ein sehr ansehnliches Œvre herangewachsen, das bereits große Beachtung in Fachzeitschriften und Anerkennung in Form von Nominierungen und Ausstellungsbeteiligungen gefunden hat“, hieß es in der Laudatio. Besonders hervorgehoben wurde das erst in diesem Jahr realisierte neue Eingangsbauwerk für das Emschertalmuseum Schloss Strünkede in Herne. Dabei „zeige sich eine große baukonstruktive Sicherheit in der materiellen Umsetzung“.

Mit scharfkantigem Sichtbeton und spiegelnden Gläsern hebe sich der neue Anbau vom historischen Gebäudeensemble ab, zugleich setze sich das Bestehende des Ortes als Spiegelung im Neuen fort. „In den Arbeiten der beiden Brüder zeigt sich eine künstlerische Herangehensweise, die im Ort und/oder in der sich stellenden Aufgabe einen immer wieder neuen Ausgangspunkt findet“, lobte die Jury, die auch die vielfach überraschenden Lösungen der Dratz’schen Entwürfe hervorhob, die meist „eine Wandlung zu Neuem bedeute, ohne die Erinnerung an Altes, an Vorausgegangenes, aufzugeben.“

Auf überraschende Weise neues Leben in alte Gemäuer zu bringen – darauf versteht sich auch die 1979 im polnischen Landsberg/Warthe geborene Agnieszka Wnuczak. Zahlreiche Ausstellungen, Wettbewerbe und Projekte hat die junge Architektin in ihrer beruflichen Laufbahn schon in Angriff genommen. Die für Oberhausen wohl wichtigste Station ihres künstlerischen Wegs ist die Mitgründung des Vereins „kitev“ („Kultur im Turm e.V.), um den lange Zeit unbeachteten Wasserturm am Hauptbahnhof „aus dem Dornröschenschlaf zu wecken und ihm neues Leben einzuhauchen“, so die Laudatio.

Mit Spontanität und Beharrlichkeit

Schon seit 2008 entstehen aus der Hand der jungen Architektin Licht-, Video- und Rauminstallationen wie der Museumsbahnsteig oder „Funkturm“, die permanente Videoinstallation in der obersten, umlaufenden Fensterreihe des Wasserturms am Hauptbahnhof. „Durch das zielgerichtete Engagement der Architektin wird der Wasserturm erneut zum pulsierenden Bindeglied in der Stadt“, lobte die Jury. Vor allem die „Spontanität und Beharrlichkeit, mit der die junge Architektin ihre Ideen realisiert“, hat die Juroren überzeugt: „Das ist super, eine ganz große Freude“, ist Wnuczak begeistert: „Das motiviert, wenn man solche Anerkennung für sein Engagement bekommt.“

 
 

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