Arbeitskreis Oberhausener Künstler zeigt neue Ausstellung

Nadine Gewehr
Die Künstler laden für Sonntag zur Vernissage.
Die Künstler laden für Sonntag zur Vernissage.
Foto: Funke Foto Services
Zum 750-Jahr-Jubiläum der Burg Vondern zeigen Oberhausener Künstler imposante Werke im Herrenhaus. Motto: „Pimp the Burg“.

Oberhausen. Die Räume der Burg Vondern sind ja an sich schon recht imposant. Doch pünktlich zum Start der Feierlichkeiten zum 750-Jahr-Jubiläum am Wochenende wird es noch ein bisschen eindrucksvoller im Herrenhaus an der Arminstraße. Unter dem Titel „Pimp the Burg“ präsentiert ein Teil des Arbeitskreises Oberhausener Künstler ungewöhnliche Werke in den herrschaftlichen Gemäuern.

Ein erhabenes Gefühl bekommt man, wenn man den Raum betritt. Dafür sorgen die Werke der Künstlerin Simone Kamm. Sphinxen­gleich flankieren sie die Eingangstür. Mehr als vier Meter ragen sie in die Höhe, wirken zugleich zart, ein bisschen zerbrechlich gar. Durch das Papier, hergestellt aus Spargel-Fasern, scheint warmes Licht. Weibliche Ansichten sollen die drei Figuren repräsentieren.

Neue Ebene des Alltäglichen

Neben Simone Kamm stellen sieben weitere Künstler im Herrenhaus aus: Surrealist Helmut Kottkamp, Fotograf Heinrich Voss, Marie-Luise O’Byrne-Brandl, Petra Ehrhardt und Jörg Rosendal. Ursprüngliche Idee der Ausstellung: die alten Gemäuer der Burg beleben, „pimp the Burg“ eben.

Doch geht das überhaupt? Darf oder will Kunst Räume verschönern? Oder steht sie für sich selbst? Diese Fragen greifen die Künstler auf – und wollen mit ihren Werken Antworten geben.

Die alte Burg mit neuen Ideen verbinden – damit haben sich auch Petra Ehrhardt und Peter Helmke beschäftigt. Ehrhardt zeigt unter anderem bunte, mit Mustern übersäte Selbstbildnisse. Peter Helmke macht Objektkunst, die in gewisser Weise keine ist: Denn seine Objekte sind gescannt. Während des Vorgangs bearbeitet er seine Objekte. Das Ergebnis: spannende Ausdrucke, die dem Alltäglichen eine neue Ebene geben.

Nicht Pinsel und Palette, sondern Hände und Füße

Marie-Luise O’Byrne-Brandl ist bekannt geworden durch ihre Performance-Kunst, zuletzt als „amouröse Stadtschreiberin“ am Hauptbahnhof. In der Burg zeigt sie neben einer Collage auch Malerei – deren Entstehung durchaus einer Performance gleichkommt. Denn die Künstlerin arbeitet nicht mit Pinsel und Palette, sondern nutzt Hände, Füße, Arme und Beine, um die Acrylfarbe auf die Leinwand aufzutragen.

Zu sehen sind die Werke ab Sonntag, 25. September. Nach der Vernissage (13 bis 18 Uhr) steht Besuchern das Herrenhaus noch am 12. Oktober, 18 bis 21 Uhr, sowie am 15. und 16. Oktober, 12 bis 18 Uhr, zum Besuch offen.

Jubel-Wochenende zum Geburtstag 

Die Burg Vondern feiert 750. Geburtstag und öffnet am Wochenende die Tore für Groß und Klein, der Förderkreis lädt zur Burgbesichtigung ein.

Los geht’s mit der Treckerschau von Autohaus Willi Köster und dem Transportunternehmen Heinz-Willi Timmerhaus am Samstag, 24. September, um 12 Uhr (bis 18 Uhr). Um 15 Uhr führt Heinrich Bahne in die Natur rund um Burg Vondern, die Kumpel aus Bergkamen lassen die Geschichte des Bergbaus wieder lebendig werden.

Am Sonntag, 25., geht ab 12 Uhr die Treckerschau weiter. Die Matinee mit spanischen Liedern in der Remise beginnt um 11 Uhr; Karten kosten 12 Euro.

Am Nachmittag folgt eine kulinarische Landpartie mit Waffeln der Kirchhellener Landfrauen. Zudem zeigt Silvia Schnell vom Wikingerhort, wie man mit Pflanzen Stoffe färben kann.