Aktenzeichen XY zeigt Fall der verschwundenen Oberhausenerin Doris S.

Andrea Micke
Doris Seyffahrt verschwand spurlos. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus.
Doris Seyffahrt verschwand spurlos. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus.
Foto: Polizei
Im Mai des vergangenen Jahres verschwand die Oberhausenerin Doris Seyffarth spurlos. Die Polizei hofft, jetzt Hinweise zu bekommen, was mit der 57-Jährigen passiert sein könnte. Heute wird der Fall bei "Aktenzeichen XY... ungelöst" neu aufgerollt. Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus.

Oberhausen. Es hat etwas zutiefst Verstörendes, wenn Menschen plötzlich verschwinden. Manche tauchen nach einiger Zeit wieder auf, von anderen fehlt jede Spur. Und in manchen Fällen geht die Polizei sehr konkret von einem Tötungsdelikt aus. Das ist bei Doris Seyffarth (57) der Fall. Die Osterfelderin ist seit Mai 2013 spurlos verschwunden. Blutspuren in ihrer Wohnung und im Kofferraum ihres Wagens legen die Vermutung eines Kapitalverbrechens nahe.

Hoffnung auf Hinweise

Am heutigen Mittwoch (24. 9.) strahlt das ZDF in der Sendereihe „Aktenzeichen XY . . . ungelöst“ um 20.15 Uhr noch einmal die Geschichte der Oberhausenerin aus. Die Polizei erhofft sich von jeglicher Berichterstattung neue Hinweise, die doch noch zu einer Aufklärung des tragisch-mysteriösen Falls führen. „Vielleicht“, betont Marco Überbach, Sprecher des Polizeipräsidiums Essen, „erinnert sich doch noch jemand an etwas, das ihm damals aufgefallen ist.“

Damals, das war der 17. Mai, als Zeugen Doris Seyffarth zum letzten Mal an ihrer Wohnung sahen. Am 25. Mai dann meldete sie ihr Ex-Mann, von dem sie seit drei Jahren getrennt lebte, als vermisst. Schnell machte damals in Osterfeld das Gerücht die Runde, Doris Seyffarth habe Kontakte zur Rocker-Szene gehabt. Die Polizei bestätigte auch, dass der Ex-Mann Mitglied eines Rocker-Clubs war. Aber auch hier ließ sich kein Motiv für ein Tötungsdelikt finden.

Lebensbejahende Frau

Was die Polizei sagen kann: „Doris Seyffarth war eine sehr lebensbejahende Frau.“ Deshalb habe man einen Suizid ausgeschlossen. Hinzu kam: In der akribisch geputzten Wohnung der Vermissten machten Kripo-Beamte mit Hilfe besonderer Verfahren Blutspuren sichtbar. Blut fand sich auch im Kofferraum von Doris Seyffarths Auto, einem schwarzen Fiat Panda mit dem Kennzeichen OB-DS 2001, der zunächst ebenfalls verschwunden war, dann aber an der Wittekind­straße entdeckt wurde. „Vielleicht hat jemand beobachtet, wer den Wagen dort abgestellt hat“, hofft Überbach.

Was die Polizei zu den Lebensumständen von Doris Seyffarth sagt: Zum Zeitpunkt des Verschwindens war die gelernte Näherin aktiv auf Arbeitssuche. Sie ar­beitete damals nur nebenbei als Haushaltshilfe. Außerdem hatte sie ihre Wohnung gekündigt. Ein Umzug stand bevor. „Sie hatte einen Freund, aber das war wohl eher eine lose Beziehung“, erklärt Überbach.

In der Wohnung getötet

Nach dem Verschwinden der Osterfelderin leitete die Polizei unheimlich viele Suchmaßnahmen ein. Mit Hubschraubern, mit Leichenspürhunden, Tauchern, die den Rhein-Herne-Kanal absuchten. Alles ohne Erfolg.

Gesucht wird auch immer noch nach einem Zeugen, der Doris Seyffarth als einer der letzten Menschen gesehen haben könnte. Ein Freund und ein bislang unbekannter Mann mit dem Vornamen „Karsten“ haben die Frau am 17. Mai in ihrer Wohnung besucht. Trotz eines Presseaufrufs an „Karsten“, sich zu melden und einem Phantombild, das von dem Mann angefertigt wurde, konnte die Polizei keinen Kontakt zu ihm herstellen.

Nach dem jetzigen Ermittlungsstand geht die Polizei davon aus, dass Doris Seyffarth in ihrer Wohnung getötet und in ihrem eigenen Auto, dem Fiat, abtransportiert wurde. Sowohl der exakte Tatzeitpunkt als auch ein mögliches Motiv liegen völlig im Dunkeln.