Aids Hilfe besorgt wegen Personalmangels

Maxi Overfeld
Sarah Langhof, Sabine Lauxen, Natali Rudi und Ulrich Breitbach (v.l.) mit dem neuen Aids-Teddy, der an den Infoständen erworben werden kann.
Sarah Langhof, Sabine Lauxen, Natali Rudi und Ulrich Breitbach (v.l.) mit dem neuen Aids-Teddy, der an den Infoständen erworben werden kann.
Foto: WAZ FotoPool

Oberhausen. Zum diesjährigen Weltaidstag am 1. Dezember habe die Aids Hilfe Oberhausen gute Nachrichten zu verkünden, berichtet Ulrich Breitbach, Vorstandsmitglied und ehrenamtlicher Mitarbeiter. Dadurch nehmen die Probleme der Einrichtung jedoch nicht ab.

Die Neuinfektionen stiegen im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht, Sterbefälle durch Aids gab es in Oberhausen seit zwei Jahren nicht mehr und die Präventionsarbeit fällt bei Jugendlichen auf fruchtbaren Boden. Dennoch gibt es auch Schattenseiten: Trotz einer zusätzlichen halben Stelle, die die Stadt der Aids Hilfe zusprach, kämpft die Einrichtung gegen personelle Schwierigkeiten. „Wir müssten mehr tun“, sagt Geschäftsführerin Natalie Rudi. Dazu fehlt jedoch das Personal.

Höhere Dunkelziffer

In diesem Jahr suchten fünf neue Erkrankte, die sich mit dem HI-Virus angesteckt haben, Rat in der Einrichtung, dadurch erhöht sich die Zahl auf 97 Klienten. Hinzu kommen 34 Angehörige. Insgesamt lassen sich 140 Menschen mit HIV aus Oberhausen behandeln. Die Dunkelziffer sei jedoch höher, mutmaßt Natalie Rudi, denn nicht jeder sei sich bewusst, dass er das Virus in sich trägt.

Auf die rund 100 Klienten, die eine Beratung in Anspruch nehmen, kommen aber nur zwei Vollzeit- und eine Halbzeitkraft. Eine Warteliste oder ein Aufnahmestopp für Hilfesuchende kommt für die Geschäftsführerin aber nicht in Frage. Überstunden gehören zum Alltag.

Dass sich die Personalsituation ändert, sieht Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen nicht: „Wir wissen, dass die Aids Hilfe mehr Stellen benötigt, aber der Haushalt gibt nicht mehr her.“ Die Arbeit der Aids Hilfe stuft sie sehr hoch ein.

Mehr Aufklärung

„Jede Neuinfektion ist eine zu viel.“ Daher sei die Aufklärungsarbeit vor allem in Schulen wichtig. 600 Schüler erreichte die Einrichtung in diesem Jahr. Sozialpädagogin Sarah Langhof sieht jedoch noch mehr Chancen, Jugendliche zu erreichen, zum Beispiel in Einzelgesprächen. Das Interesse seitens der Jugend sei auf jeden Fall da.

Rund um den Weltaidstag macht die Einrichtung mit Infoständen auf sich aufmerksam. Denn die Aids Hilfe lebt vor allem von Spenden und durch ehrenamtliche Helfer. Darum sammelt die Aids Hilfe Oberhausen an verschiedenen Stellen, wirbt für Patenschaften und auch für mehr Akzeptanz.

Heute Abend ab 19 Uhr steht bereits ein VIP-Zelt beim RWO-Spiel im Stadion Niederrhein. Weitere Standorte finden Interessierte unter www.aidshilfe-oberhausen.de. Wer sich für ein Ehrenamt bei der Einrichtung interessiert, kann sich auch unter 806 518 informieren.