Abriss der Markthalle in Oberhausen gestartet

Am Freitag läutete die Stadttochter OGM den Abriss der seit 2002 ungenutzten Markthalle ein.
Am Freitag läutete die Stadttochter OGM den Abriss der seit 2002 ungenutzten Markthalle ein.
Foto: Fabian Strauch / FUNKE FotoServi
Problemimmobilie soll in fünf Monaten weg sein. Abbruch kostet 430.000 Euro. Neubau mit einzigartigem Dachgewächshaus. Bund fördert das Projekt.

Oberhausen..  Mit dem Abriss der seit Jahren kritisierten Schrottimmobilie Markthalle und ihrer Nachbargebäude bietet sich der Stadt Oberhausen die Chance, mit einem deutschlandweit einzigartigen Projekt mächtig zu glänzen.

Die 100-prozentige Stadttochter „Oberhausener Gebäudemanagement“ (OGM)plant,am Standort der Markthalle für mehrere Millionen Euro ein neues Jobcenter zu errichten. Dort betreuen künftig 210 Mitarbeiter bis zu 10 000 Klienten – damit soll die Innenstadt belebt werden.

Auf dem Dach des bis zu siebenstöckigen modernen Bürogebäudes entsteht ein außergewöhnliches und ressourcenschonendes Gewächshaus für den Gemüseanbau mitten in der City. Dazu kooperiert die OGM mit dem Oberhausener Forschungsinstitut Fraunhofer Umsicht. Die Bundesregierung hat so sehr Gefallen an dem Vorhaben gefunden, dass sie dieses mit bis zu 2,3 Millionen Euro als städtebauliches Premiumprojekt fördert.

„Hier wird ein sichtbares Stück Zukunft geschaffen“, sagte Oberbürgermeister Klaus Wehling (SPD) während der Markthallen-Abrissparty, mit der am Freitag der rund fünf Monate dauernde Abbruch eingeläutet wurde. Wehling sagte, er verspreche sich vor allem von dem neuen Jobcenter mit 210 Mitarbeitern mehr Leben in der Innenstadt. NRW-Städtebauminister Michael Groschek (SPD) ergänzte: „Die Markthalle war immer eine Investitionsruine. Ihr Abriss ist ein Aufbruch für Oberhausen.“

Am nächsten Mittwoch beginnt das Bottroper Unternehmen Becker Sanierungstechnik damit, die zwölf Meter hohe Markthalle sowie drei benachbarte Gebäude zu entkernen. Bis zu acht Wochen wird das dauern, weitere drei Monate nimmt der Abriss in Anspruch. Rund 17 500 Tonnen Bauschutt müssen entsorgt werden. 430 000 Euro inklusive aller Gutachten kostet der Abbruch. Anfang 2016 startet der Neubau, Mitte 2017 soll das Jobcenter mit krönendem Gemüseanbau fertig sein.

Aus den USA kommt die Idee, Gewächshäuser auf Gebäude zu setzen; Fraunhofer forscht dazu seit vielen Jahren. „Dass wir das deutschlandweit erste Projekt dieser Art in meiner Heimatstadt umsetzen können, freut mich sehr“, sagt Volkmar Keuter, „Inhaus“-Leiter bei Fraunhofer. Die Idee: Das Bürogebäude soll zugleich Ressource für Wärme und Wasser im Gewächshaus sein. Abwasser etwa wird gereinigt und für die Pflanzen genutzt. Kosten: 2,7 Millionen Euro. Das Gewächshaus soll etwa für Schülergruppen offen sein.

Besonders freut sich darauf Jobcenter-Chefin Annette Gleibs: Behörden seien ja manchmal etwas farblos. „Hier haben wir etwas Buntes und Leckeres.“

 
 

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