500 Eltern wollen Primusschule

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Gemeinsames Lernen von der ersten bis zur zehnten Klasse – das könnte in Oberhausen ab dem Schuljahr 2014/15 Realität werden. Sofern der Rat zustimmt, kann die Stadt einen Antrag auf Teilnahme am Schulversuch „Primusschule“ beim nordrhein-westfälischen Schulministerium stellen. Die wichtigste Hürde ist bereits genommen: Genügend Eltern haben bei einer Befragung ihr Interesse an der Primusschule bekundet.

Die Schulverwaltung hatte Mitte Juni rund 6700 Eltern von Vier- und Fünfjährigen sowie von Zweit- und Drittklässlern angeschrieben. Sie sollten bis zum 24. Juni die Frage beantworten: „Falls es in Oberhausen ab dem Schuljahr 2014/2015 neben den bestehenden Schulen eine Primusschule in Alstaden gäbe, würden Sie Ihr Kind dort anmelden?“ „Für eine erste Klasse, die im Schuljahr 2014/15 starten würde, antworteten 137 Eltern mit ‘ganz bestimmt’ und ‘eher ja’, für eine erste Klasse, die im Schuljahr 2015/16 eingeschult würde, bekundeten 134 Eltern ihr Interesse“, bilanziert Schuldezernent Reinhard Frind die Elternbefragung, die eine Rücklaufquote von 7,39 Prozent hatte. Auch für fünfte Klassen, die parallel im Schuljahr 2014/15 beziehungsweise im Schuljahr 2015/16 starten könnten, meldeten 114 und 113 Eltern ihr Interesse an.

Damit sind die benötigten 75 „Ja-Stimmen“ sowohl für die erste als auch für die fünfte Klasse, die das Ministerium als Voraussetzung für eine Antragstellung vorgibt, mehr als erreicht. Die formalen Vorgaben sind erfüllt, nun muss die Politik entscheiden, ob eine Primusschule in Oberhausen entstehen und die Schulverwaltung bis zum 1. August ein Konzept dafür beim Ministerium einreichen soll. „Wir werden eine Vorlage erarbeiten, die vorschlägt, die Ruhrschule aufzulösen und in eine Primusschule umzuwandeln – unter dem Vorbehalt, dass der Modellversuch in Oberhausen genehmigt wird“, sagt Reinhard Frind.

Entscheidung Mitte Juli

Die Fraktionen können in der Sitzung des Schulausschusses am 4. Juli darüber beraten, der Rat muss am 15. Juli entscheiden. Wie berichtet, soll die Ruhrschule in Alstaden der Standort für eine Primusschule werden. Die Klassen fünf bis zehn wären in der fußläufig zehn Minuten entfernten Hauptschule Alstaden an der Bebelstraße untergebracht – diese Schulform läuft aus. Wenn der Rat sich für die Primusschule ausspricht und das Ministerium bis zum 1. Oktober die Genehmigung für den Schulversuch erteilt, „läuft das Anmeldeverfahren für die erste Klasse der Primusschule im Schuljahr 2014/15 im Oktober dieses Jahres an“, erklärt Frind, „das wird ein vorgezogenes Verfahren sein, damit Eltern im Falle des Nicht-Zustandekommens der Primusschule ihr Kind an einer regulären Grundschule anmelden können“.

Eine Prognose, ob genügend Anmeldungen zusammen kommen – die neue Schule muss dreizügig in Klasse eins starten – wagt der Dezernent nicht.