250 Lesungen machen am Lesetag 2011 Oberhausen zur Lesestadt

Wilhelm Kurze, Desbina Kallinikidou, Sabine Schulze und Hans Dietrich Kluge- Jindra (v.l.) freuen sich über das breite Angebot am Lesetag 2011 in Oberhausen. Foto: Hayrettin Özcan
Wilhelm Kurze, Desbina Kallinikidou, Sabine Schulze und Hans Dietrich Kluge- Jindra (v.l.) freuen sich über das breite Angebot am Lesetag 2011 in Oberhausen. Foto: Hayrettin Özcan
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Am Dienstag verwandelt sich Oberhausen in einen großen Vorleseraum: Es ist wieder Zeit für den Oberhausener Lesetag. Rund 250 verschiedene Lesungen wird es geben, von früh morgens in der Schule bis zum Abend in der Kneipe.

Oberhausen.. Oberhausen verwandelt sich am Dienstag (10.5.) wieder in einen großen Vor-Leseraum. An allen Ecken und Enden greifen Bürger, Politiker und Promis zum Buch. „Mit allen Sinnen“ - so das diesjährige Motto - lesen sie Lustiges und Trauriges, Dönekes aus dem Pott, Geschichten für Kinder, Texte von Oma und Opa, Literatur für Erwachsene. Vom Kindergarten bis zum Seniorenheim, vom Tiergehege bis zum Tresorraum: Rund 250 verschiedene Lesungen wird es geben, von früh morgens in der Schule bis zum Abend in der Kneipe.

„Vielleicht werden es aber auch mehr“, hofft Hans-Dietrich Kluge-Jindra, kommissarischer Leiter der Stadtbücherei, „viele entscheiden sich nämlich spontan, doch noch an der Aktion teilzunehmen. “ So wie Schauspieler Udo Schenk, der ja bekanntlich derzeit für den Film „Kleine Morde“ vor der Kamera steht. Begeistert von der Lese-Initiative, liest er heute im Rathaus (10 Uhr, Raum 270).

Anfang 2007 hat Oberbürgermeister Klaus Wehling die Initiative „Lesen erleben“ ins Leben gerufen, deren Höhepunkt seitdem jedes Jahr am 10. Mai - dem Tag der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten - der Oberhausener Lesetag ist.

Nominierung für den Deutschen Lesepreis

Die beispielhafte Aktion ist zum festen Bestandteil der Leseförderung und der Integration geworden, die auch überregional großes Ansehen genießt. 2007 wurde die Initiative von der Stiftung Lesen für den Deutschen Lesepreis 2007 nominiert.

„Etwas Vergleichbares gibt es sonst nirgendwo“, freut sich Kluge-Jindra über die Initiative, die Oberhausen alljährlich zur „Lesestadt“ macht. „Ungemein wichtig“ sei das Engagement in der Leseförderung, findet auch Wilhelm Kurze, der als Vorsitzender der Oberhausener Literarischen Gesellschaft bei der Organisation des Lesetages ebenfalls mit im Boot sitzt. Der Buchhändler habe seine Unterstützung direkt zugesagt, als er von der Idee erfuhr.

Vom Erfolg der Initiative war er sofort überzeugt: „Das müssen wir auf jeden Fall durchziehen“, so sein erster Gedanke. Wilhelm Kurze liebt die Literatur und sieht in ihr ein ganz großes Potenzial: „Literatur ist ein Vermittler der Kulturen“, sagt er und spricht damit den Aspekt der Integration an.

„Jeder liest für jeden“

Diese sei nämlich mit ein Anliegen von Klaus Wehling gewesen, als er die Initiative vor fünf Jahren gründete, erinnert sich Kluge-Jindra an die Motivation des Oberbürgermeisters. „Jeder liest für jeden, alle sind nach allen Seiten offen, keiner bleibt für sich. Das verbindet einfach.“ So lesen etwa Frauen unterschiedlichster Herkunft beim internationalen Frühstück in der Schul- und Sozialkirche in Tackenberg. Die Oberhausener Multis lesen Förderschülern internationale Geschichten vor, der Stadtverordnete Hans Jürgen Nagels erzählt „Weisheitsgeschichten der Sufis“ im Osterfelder Verein für Integration, sein Kollege Manfred Flore schmeißt sich in seine Feuerwehr-Uniform und liest im Emek-Kindergarten.

Und überhaupt geht die Stadtverwaltung mit gutem Beispiel voran: Klaus Wehling wird heute Mittag in der Kurbel zum Buch greifen, Bürgermeister, Kämmerer, Dezernenten und Stadtverordnete tun es ihm gleich.

Und das, obwohl der ein oder andere etwas im Stress sein dürfte, schließlich enden heute auch noch die Internationalen Kurzfilmtage in der Oberhausener Lichtburg. Dort will man sich übrigens ebenfalls am Lesetag beteiligen, mit einer Aktion bei der Abschlussfeier.

Programm-Auswahl:

Falschgeld in der Sparda-Bank. „Falschgeldalarm in der Schule - Detektivbüro Lasse Maja ermittelt“, 10.30 Uhr, Lange­markstraße 15.

Schüler der Gesamtschule Alt-Oberhausen lesen eigene Texte. 8.15 bis 9.15 Uhr, Schönefeld 47, Bibliothek 2. Etage.

Lehrer und Eltern der Hauptschule Alstaden lesen für Schüler. 8.30 bis 15.15 Uhr, Bebelstraße 182.

Felix geht auf Weltreise. Kita Herz-Jesu: 9 Uhr, Paul-Reusch-Straße 62. Familienzentrum St. Peter: 9 Uhr, Kluckstraße 2a.

Katholische Bücherei St. Antonius hat Literatur im Schaufenster. 9 bis 18 Uhr, Antoniusplatz 14. Im Anschluss: Marianne Vier liest Alstadener Geschichten.

Bilderbuchlesung evangelische Gemeinde Holten-Sterkrade. Für Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren, 9.15 Uhr, Mozartstraße 10.

Frank Goosen liest im ZAQ. Auszüge aus „Mallorca – ein Jahr“ von Heinrich Breloer und Frank Schauhoff, 10 Uhr, Essener Straße 100, Gebäude E-100.

Märchen im Pflegezentrum Curanum. Für Bewohner, Angehörige und Interessierte, 11 Uhr, Otto-Wediggen-Straße 22, Haus Katharina.

Klangreise in der Salzgrotte. Der musisch-philosophische Garten Kepía lädt zur Märchen-Klangreise, 11 und 18 Uhr, Langemarkstraße 13.

Lebensgeschichten bei der AWO. Demenz aus der Sicht der Betroffenen, 14 Uhr, Bürgerzentrum, Alte Heid 13.

Balladen im Kirchenzentrum. 15, 16 Uhr und 17 Uhr, Neue Mitte, Platz der Guten Hoffnung 1.

Ruhrgebietsgeschichten im Kolpinghaus. 15.30 Uhr, Paul-Reusch-Straße 66, Hofseite, 1. Etage.

Lieblingstexte in der Lutherkirchengemeinde. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, 15.30 bis 17 Uhr, Lipperheidstraße 55.

Das Sams im Falkentreff. 16 Uhr: Bastelaktion, 17 Uhr: Das Sams liest höchst persönlich, Richard-Dehmel-Straße 38.

„Bilder hören“ in der Malschule. Gelesen wird „Die Zauberschule im Wünschelreich“ von Michael Ende, 16 bis 17.30 Uhr, Grevenstraße 36.

Bunkermuseum: „Im gelben Rauch/Über glühenden Trümmern. Mitarbeiter stellen Bücher und Berichte zum Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg vor. 16 Uhr, Alte Heid 13

Gedichte in der Arche. Gedichte, Geschichten und Klangreisen im Familienzentrum, 16 Uhr, Danziger Straße 35.

Kästner im Ateliertheater. Heiteres von bekannten Autoren, 17 bis 18 Uhr, Altmarkt 3, Eingang Gutenbergstraße.

Mordsgeschichten beim Paritätischen. Kriminalgeschichten für Senioren, 18 Uhr, Gutenbergstraße 6.

Polnische Literatur im Gdanska. Janusz Wiesniewski liest aus „Einsamkeit im Netz“, 18 Uhr, Altmarkt 3.

Demenz-Geschichten im Hospiz. Lustiges und Trauriges, 18 bis 20 Uhr, Marktstraße 165.

Willi Fährmann auf Burg Vondern. Schule - Ein Spiegel der Gesellschaft, 18 Uhr, Ar­minstraße 65.

Crime Time im Polizeipräsidium. Spannende Geschichten und Jazz vom Polizeiorchester, 18 Uhr, Friedensplatz 2-5.

Historisches in der Moschee. Geschichten aus der islamischen Kultur, 19 Uhr, Duisburger Straße 121.

Lesebühne im Theater. Anna Polke präsentiert Oberhausener Hobby-Autoren, 20 Uhr in der b.a.r.

 
 

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