17.000 Quadratmeter für P&C und Co. im Oberhausener Centro-Anbau

Dirk Hein
Auch auf dem Dach des Centro in Oberhausen wird für die Erweiterung gewerkelt. Am 27. September muss alles fertig sein.
Auch auf dem Dach des Centro in Oberhausen wird für die Erweiterung gewerkelt. Am 27. September muss alles fertig sein.
Foto: Ulla Emig WAZFOTOPOOL
Am 27. September 2012 ist es soweit: Der Centro-Anbau in Oberhausen soll eröffnet werden. Seit zwei Jahren arbeitet die Bau-Mannschaften auf Hochtouren an dem neuen Gebäudekomplex. Auf den 17.000 Quadratmetern zusätzlicher Fläche sollen unter anderem Peek & Cloppenburg, Thalia und adidas einziehen.

Oberhausen. Von außen betrachtet wirkt das Gebäude mit seinen dicken Glasscheiben in der Julisonne wie ein Stillleben. Der blaue Himmel spiegelt sich in der Fassade wider. Alles wirkt seltsam bedächtig an der Centroallee – doch der Eindruck täuscht. Seit knapp zwei Jahren arbeiten 400 Fachleute unter Hochdruck, um den gewaltigen Gebäudekomplex für die Centro-Erweiterung ans „Mutterschiff“ anzudocken.

Am 27. September sollen 17.000 Quadratmeter Verkaufsfläche eröffnet werden, für die Bau-Mannschaft beginnt nun im Inneren die „heiße Phase“. Wir durften gemeinsam mit dem Architekten Michael Gliss einen Blick ins Innere werfen.

Wenn es um die Arbeitsstunden geht, in denen Michael Gliss in Gedanken und Taten mit dem Centro-Anbau beschäftigt ist, muss der Architekt nicht lange überlegen. „Von morgens bis abends!“

Über die Parkhäuser in das neue Gebäude

Meistens beginnt der Tag um 7 Uhr und endet irgendwann um 21 Uhr, nicht im entfernten Büro, sondern dort, wo gesägt, gehämmert und montiert wird. „Es ist wichtig, jeden Tag vor Ort zu sein.“ Die Baustelle ersetze das Wohnzimmer. Um in dieses „Wohnzimmer“ die Möbel hineinzuräumen, dafür ist es jedoch noch ein wenig zu früh.

Aber der Reihe nach: Durch verwinkelte Gänge innerhalb des Einkaufszentrums geht es direkt in den abgesperrten Bereich neben dem zusätzlichen Gebäude. Arbeiter mit gelben Warnwesten schieben hier Holzplatten auf großen Karren zu ihrem Bestimmungsort.

Den Besuchern bleibt das Treiben hinter grünen Absperrzäunen gänzlich verborgen. Sie parken nur wenige Meter Luftlinie entfernt auf den Parkdecks ihre Fahrzeuge, während nebenan Beton angerührt wird.

Das alte Gebäude muss abgetragen werden, um das neue Gebäude zu bauen 

„Der zeitgleiche Verkauf ist eine Herausforderung“, sagt Michael Gliss und meint damit die Umstände des Millionen-Projektes. „Wir haben mit Tunnelsystemen die Besucher an der Baustelle vorbeigeführt, so etwas beeinflusst die Arbeiten schon.“ Und vor allem musste die Wegführung je nach Baufortschritt angepasst werden – auch damit Fluchtwege erhalten bleiben. 30 verschiedene Berufe waren bei der Planung – von der Bauleitung bis zum Bauherr – nötig, 50 weitere in der Ausführung, um den riesigen Anbau zu schaffen. Schweres Gerät ist notwendig: Baupfahlgeräte, Bagger, Turmdreh- und Mobilkrane.

„Zunächst mussten wir einen Teil des alten Gebäudes abtragen“, sagt Michael Gliss und deutet auf die Außenfassade – dorthin, wo sich einst der Haupteingang der Shopping-Mall befand und nun eine unvollständige Kachelwand die Kante zum alten Gebäude dokumentiert.

Damit zusammenkommt, was zusammengehört

Wie kann man zwei Gebäudeteile miteinander verbinden? Der Architekt zählt auf: „Erforderlich sind: Abstützung, Abbruch, Gründung, Rohbau und Kopplung.“ Das soll heißen: Damit das Gebäude nahtlos ineinander verläuft, muss zunächst der Bagger ran – rund 20 Meter drang dieser in das alte Centro-Gebäude vor. Damit zusammenkommt, was zusammengehört.

Ein problemloses Unterfangen? Mitnichten. „Der Winter hat uns zu schaffen gemacht“, sagt Michael Gliss. Er berichtet von Minus 15 Grad Außentemperatur. „Dann eine Schraube festzuziehen, das ist fast unmöglich.“ Eine zusätzliche mobile Dachkonstruktion musste daher zeitweise über die Baustelle gezogen werden. Zusätzliche Kosten – und vor allem: zusätzlicher Zeitaufwand. Trotz des Winter-Ärgers sieht der aktuelle Fortschritt „richtig gut aus. Wir liegen bestens in der Zeit, so dass wir am 27. September eröffnen können.“

17.000 Quadratmeter Fläche im Anbau

Zwischen den beiden mittleren Parkhäusern gelangt man von beiden Seiten in den Innenraum der Mall. 21 Geschäfte befinden sich dort in den letzten Zügen, danach gestalten die Mieter ihre Inneneinrichtung individuell durch eigene Handwerker. Da wird der Architekt beim Zusammenspiel der verschiedenen Handwerker zum Manager. „In den letzten Wochen geht nichts ohne Absprache.“ Die Bauarbeiter werkeln in den Gängen bereits am Fußboden, der Glanz eines Einkaufszentrums; Werbetafeln, Schriftzüge und Verkleidungen werden erst in den letzten acht Wochen entstehen. Noch sind die riesigen Einbuchtungen an den Gängen leer.

8000 Quadratmeter Beton, 18.500 Quadratmeter Filigranplatten, 6000 Fertigteilunterzüge und 4000 Quadratmeter Glasfassaden. Spätestens am 27. September ist alles zu einem Ganzen verschmolzen.

21 neue Geschäfte wird es im Anbau auf 17.000 Quadratmeter Verkaufsfläche geben - mindestens! Es ist sogar noch möglich, dass weitere Geschäfte kommen. Denn: Bei manchen Händlern könnte die Größe noch variieren und so Fläche für weitere Geschäfte frei werden.

21 neue Geschäfte kommen - Eröffnung am 27. September 

Hauptmieter ist der Moderiese „Peek & Cloppenburg“, der mit 7500 Quadratmetern seine größte deutsche Filiale in einem Einkaufszentrum eröffnen wird.

Das Ladenlokal befindet sich direkt „vor Kopf“ des Anbaus. Aus diesem Geschäft gelangt man in die Verbindungsgänge zur alten Mall, an denen die weiteren 20 Ladenlokale angeschlossen sind.

Diese Flure haben auf zwei Etagen eine Länge von 80 Metern. In der Mitte der Gänge sind Wasser- und Stromverbindungen gelegt worden, eine Nutzung dieser schmalen „Inselflächen“ für Cafés gilt aber als unwahrscheinlich.

Centro bald mit 89.500 Quadratmeter Verkaufsfläche

„Peek & Cloppenburg“ wird das erste Geschäft im Centro, das dreistöckig angeordnet ist. Neben „P&C“ wird noch ein zweites Geschäft diese Möglichkeit erhalten. Zweitgrößter Laden auf der Erweiterungsfläche ist der Modehändler „Wormland“ mit rund 2500 Quadratmetern.

Mit der Centroerweiterung vergrößert sich das Einkaufszentrum um rund ein Viertel seiner bisherigen Verkaufsfläche. Von 72.500 Quadratmeter um 17.000 Quadratmeter auf 89.500 Quadratmeter.

Die weiteren Geschäfte heißen: True Religion, Hilfiger Denim, Gant, adidas, Liebeskind, G-Star, Thalia, Geox, Gerry Weber, Görtz und Jack Wolfskin.