150.000 Euro gegen Fremdenhass

Am 1. Mai stellten sich viele Oberhausener Bürger einer Kundgebung von Pro NRW entgegen,
Am 1. Mai stellten sich viele Oberhausener Bürger einer Kundgebung von Pro NRW entgegen,
Foto: Funke Foto Services
Oberhausen erhält Geld aus einem Bundesprogramm. Vereine und Verbände können Mittel für den Einsatz gegen rechtes Gedankengut beantragen.

Oberhausen.. Der Einsatz gegen rechtes Gedankengut und für Demokratie wird in den kommenden fünf Jahren in Oberhausen mit 150 000 Euro unterstützt: Das Geld, das über das Bundesprogramm „Partnerschaften für Demokratie“ ausgeschüttet wird, soll auf Antrag Projekten von Vereinen, Verbänden und weiteren Gruppen zu Gute kommen. „Es geht vor allem darum, die Bürgergesellschaft zu aktivieren“, erklärt Clemens Heinrichs, der Leiter der Gedenkhalle. Zuletzt hätten die Oberhausener am 1. Mai in Osterfeld bei einer Kundgebung gegen Pro NRW gezeigt, dass Fremdenfeindlichkeit keinen Platz in der Stadt habe.

„Dies gibt uns die Möglichkeit, das breite Engagement in unserer Stadt gegen Neonazismus und Diskriminierung verstärkt zu unterstützen“, freut sich auch Kulturdezernent Apostolos Tsalastras, der die Stadt im „Oberhausener Bündnis für Demokratie und Toleranz“ vertritt, über die Mittel aus dem Förderprogramm.

Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament

„Darüber hinaus wird aus dem Programm eine halbe Stelle bei einem freien Träger finanziert, der entsprechende Aktivitäten koordinieren und die Akteure noch stärker vernetzen soll.“ Derzeit würden dazu Gespräche geführt. Tsalastras begrüßt, dass es im Rahmen des Projektes eine Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament geben wird. Dafür stünden Gelder in Höhe von mindestens 25 000 Euro zur Verfügung, um Aktivitäten von und für Jugendliche gegen Rechts zu unterstützen.

„Es ist besonders wichtig, dass wir Jugendliche für den aktiven Kampf gegen Intoleranz und für den Einsatz für Demokratie gewinnen. Nur so können wir den friedlichen Zusammenhalt unserer Gesellschaft dauerhaft sichern.“ In diesem Zusammenhang weist Tsalastras darauf hin, dass Oberhausen insbesondere mit seiner Gedenkhalle schon jetzt einen herausragenden Beitrag zur Aufklärung über die Gräuel des Nationalsozialismus und zur Bekämpfung neonazistischer Tendenzen leistet.

Bürger bei ihren eigenen Ideen unterstützen

Die Gedenkhalle ist es auch, die den Förderantrag für das Bundesprogramm auf den Weg gebracht hat. „Unser Ziel ist es jedoch nicht, selbst mehr Aktionen auf die Beine zu stellen“, so Heinrichs. „Wir wollen die Bürger mit bei ihren eigenen Ideen unterstützen.“ Wie dies genau ausgestaltet wird, ist offen. Ein Demokratiefest ist ebenso denkbar wie eine Plakataktion oder die Finanzierung von Lehr- und Informationsmaterialien.

Besonders wichtig ist es Heinrichs, dass nun Strukturen geschaffen werden, die über den Förderzeitraum hinaus Bestand haben. „Ich sehe uns da als Vermittler und Koordinatoren.“

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