Ziel: Die Wildnis an Neheimer Ruhr erlebbar machen

Zwei Welten treffen aufeinander: Ein bequemer asphaltierter Ruhrtal-Radweg im Neheimer Binnerfeld, dem sich direkt die naturbelassene, „wilde“ Uferzone der Ruhr anschließt. Eine Projektgruppe will nun herausfinden, wie die „Wildnis an der Ruhr“ stärker für Bürger erlebbar werden kann.
Zwei Welten treffen aufeinander: Ein bequemer asphaltierter Ruhrtal-Radweg im Neheimer Binnerfeld, dem sich direkt die naturbelassene, „wilde“ Uferzone der Ruhr anschließt. Eine Projektgruppe will nun herausfinden, wie die „Wildnis an der Ruhr“ stärker für Bürger erlebbar werden kann.
Foto: WP Ted Jones
Wie kann man den Naturschutz, der für die Ruhr-Uferflächen gilt, mit dem immer stärkeren Wunsch der Bürger nach Naherholung und Natur-Erlebnis vereinbaren? Antworten auf diese Frage versucht das in Neheim gestartete Projekt „Wildnis in der Stadt“ zu finden.

Arnsberg. Bei „Wildnis in der Stadt“ handelt es um ein von der Deutschen Umwelthilfe initiiertes Projekt, an dem neben Arnsberg auch die Städte Berlin, Leipzig und Gelsenkirchen beteiligt sind. „Da die Stadt Arnsberg bei der Ruhr-Renaturierung und der damit verbundenen Schaffung neuer Wildnis-Flächen vorbildlich gehandelt hat, fiel es der Deutschen Umwelthilfe leicht, sich für Arnsberg als eine der vier Projekt-Kommunen zu entscheiden“, erklärte gestern bei der Projekt-Auftaktveranstaltung im Neheimer R-Café Ulrich Stöcker von der Deutschen Umwelthilfe.

Am Beispiel der Ruhr-Renaturierung im Neheimer Binnerfeld will nun eine Arbeitsgruppe nach Wegen suchen, die rechtlich geschützte Wildnis an der Ruhr für Bürger erlebbar zu machen. Es hat sich hierzu eine Arbeitsgruppe mit Behörden- und Vereinsvertretern gebildet. Vorschläge kann aber jeder interessierte Bürger machen, sei es über unsere Zeitung (siehe Aufruf auf der 2. Lokalseite) oder im Netz: facebookcom/WildnisArnsberg bzw. per Twitter (@wildnis AR).

Illegal: Picknick direkt am Ruhr-Ufer

In der Auftaktdiskussion wurde deutlich, das der von vielen Bürgern gewünschte, möglichst nahe Zugang zur Natur einer Reglementierung bedarf. Denn um wertvolle Flora- und Faunabeständen an der Ruhr in Neheim zu schützen, kann man nicht überall und jederzeit direkten Zugang in die Uferzonen erlauben. „Örtlich klar beschränkte Zugangsmöglichkeiten wären aber durchaus denkbar. Dies kann man ordnungsrechtlich durch Duldung regeln“, meinte Bürgermeister Vogel, als unsere Zeitung ihn auf ein Foto ansprach, das der städtische Umweltbüro-Leiter Dr. Gotthard Scheja von einem Picknick in der Ruhr-Uferzone zeigte. Naturschutzrechtlich ist das Picknick illegal, aber soll so ein Picknick an jeder Ufer-Stelle der Ruhr jederzeit mit Strafe geahndet werden? Der Umgang mit Picknicks an der Ruhr wäre eine von vielen Fragen, mit denen sich die Arbeitsgruppe befassen könnte. Es wurden aber auch noch weitere Fragen gestellt (siehe nachfolgende Meinungen von Akteuren aus der Gruppe).

Dieter Beckmann, Kinder-und Jugendreferent der Stadt Arnsberg,meint: Viele Kinder und Jugendliche kann man für Natur-Erlebnisse begeistern. Aus Erfahrung mit der „Kinderstadt“ weiß ich, dass der Wechsel aus der digitalen Welt ins reale Leben bei vielen jungen Menschen gut ankommt. Ich frage mich, ob ein Übernachtungs-Camp an der Ruhr erlaubt werden könnte.“

Birgit Jabubzik, BUND Arnsberg, meint: „Ich freue mich, dass über das Projekt „Wildnis in der Stadt“ nun in der Öffentlichkeit mehr Akzeptanz für Naturschutz geschaffen werden kann. Erfreulich ist auch der Freiraum für die Natur, der an der Ruhr entstand. Man kann hier durchaus einen geregelten Zugang schaffen, um Wildnis für die Bürger erlebbar zu machen.“

Bernd Keller, Angler aus dem Sportfischerverein Sauerland, meint: „Für das Ziel ,Wildnis erlebbar machen’ schlage ich als Vorsitzender des Sportfischervereins Sauerland die Einrichtung eines Fischerei-Lehrpfads an der Neheimer Ruhr vor. In den 1970er Jahren gab es das schon mal, doch Vandalismus beendete damals die Aktion. Der SFV Sauerland würde gern einen neuen Versuch starten.“

HINTERGRUND

Die von der Stadt Arnsberg gebildete Projekt-Arbeitsgruppe setzt sich wie folgt zusammen: Vertreter des ehrenamtlichen und amtlichen Naturschutzes, Vertreter der örtlichen Gastronomie, Mitglieder des Arnsberger Jugend-Projekts „Generation Zukunft“, Vertreter des Seniorenbeirats, Angler, Umweltbildungseinrichtungen (NUA) und Vertreter der Stadtverwaltung.

Bei der Auftaktveranstaltung beriet die Arbeitsgruppe einige grundsätzliche Fragen zum Thema sowie das weitere Vorgehen.

 
 

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