Wie Jugendliche ihre Konfirmation sehen

Drei Neheimer Konfirmanden (v. l.): Tabea Pakull, Anastasia Janzen und Hanna Jasinsky
Drei Neheimer Konfirmanden (v. l.): Tabea Pakull, Anastasia Janzen und Hanna Jasinsky
Foto: WP

Neheim.  In der Evangelischen Kirchengemeinde Neheim wird Pfarrerin Elisabeth Pakull am 13. und 14. April und Pfarrer Dr. Udo Arnoldi am 5. Mai insgesamt 31 Jugendliche konfirmieren.

Alle Konfirmationen finden in der Pauluskirche statt. In den vergangenen Jahren nahm der Anteil der Jugendlichen, die sich konfirmieren lassen wollen, ab. Zu den Gründen dieser Entwicklung befragte unsere Zeitung Pfarrerin Pakull. Auch sprachen wir mit einigen Neheimer Jugendlichen darüber, wie sie zur Konfirmation stehen.

Mit 14 Jahren religionsmündig

„In der evangelischen Kirche bedeutet die Konfirmation zunächst ein Unterstreichen der Tatsache, dass die Jugendlichen mit 14 Jahren religionsmündig sind. Der Unterricht ist quasi der nachgeholte Taufunterricht“, erklärt die Neheimer Pfarrerin Elisabeth Pakull. Manche fühlten sich dadurch auch erwachsener und der Unterricht werde mit sehr unterschiedlich großem Interesse aufgenommen. „Es gibt bestimmt auch Kinder, die sich hauptsächlich auf das Fest mit Geschenken und schönem Essen freuen“, meinte sie.

Die Konfirmandin Tabea Pakull, 14-jährige Tochter der Pfarrerin, sieht die Konfirmation so: „Sie gehört zu meinem Glauben und zur Religion dazu.“ Die Konfirmation vermittle ein besonderes Erlebnis und das Gefühl dazuzugehören. „Jugendliche, die aus dem Konfirmandenunterricht aussteigen, hatten wahrscheinlich keinen großen Bezug zur Religion oder keine Lust, zum Unterricht zu gehen, obwohl es wohl eher am Glauben liegt“, meint Tabea Pakull. Die gleichaltrige Hanna Jasinsky ist der gleichen Meinung und behauptet, dass der Unterricht die Aussteiger wahrscheinlich nerve.

Konfirmandenzahl sinkt

Bisher gab es nur in den Jahren 2008 und 2012 weniger Konfirmanden als jetzt. Sonst hatte sich die Anzahl seit 2002 von 47 bis 61 Konfirmanden bewegt. Ein Zusammenhang mit den Kirchenaustritten in der Gemeinde ist nicht ersichtlich, denn diese blieben von 2002 bis 2012 gleich. Diese Zahlen gehen aus dem Gemeindebrief „Das Blättchen“ der Evangelischen Kirchengemeinde Neheim hervor.

Noch niemanden zurückgewiesen

Pfarrerin Pakull ergänzt: „Es gehen immer noch die meisten evangelischen Mädchen und Jungen zur Konfirmation, und es kommen auch welche, die noch nicht getauft sind und dann getauft werden. Es kommt auch immer wieder vor, dass jemand bewusst entscheidet aufzuhören und sagt ‘Das ist nicht mein Weg.’

Die absolute Zahl der Konfirmanden sinkt. Das liegt aber daran, dass es wegen des demografischen Wandels jetzt gerade weniger Vierzehnjährige gibt als vor ein paar Jahren, wo wir doppelt so viele Konfirmanden hatten.“ Außerdem müssten manche Jugendliche ein Jahr Unterricht wiederholen, wenn sie zu viel versäumt hätten, jedoch wäre noch niemand kurz vor der Konfirmation ausgeschlossen worden.

Unter den meisten Konfirmanden ist eine grundsätzlich positive Einstellung zum Fest festzustellen. Dies ergab unsere Umfrage unter den Konfirmanden. Die Konfirmandin Anastasia Janzen freut sich auf die Konfirmation, „weil mich an dem Tag alle feiern. Man braucht das jetzt nicht unbedingt, aber alle machen das. Wenn Aussteiger keine Zeit haben, kann ich das verstehen, aber wenn sie nicht an Gott glauben, hätten sie von Anfang an nicht mitmachen sollen.“

Hanna Jasinsky findet es schön, „dass an dem Tag alle Verwandten, Freunde und Bekannten für mich zusammenkommen. Mit der Konfirmation bist du sozusagen in der Kirche erwachsen und kannst mitentscheiden, zum Beispiel bei den Wahlen.“