„Sollbruchstellen“ als Kunstobjekte

Karl-Heinz Hosse (KAHOS) zertritt Scheiben für ein neues Kunstobjekt.
Karl-Heinz Hosse (KAHOS) zertritt Scheiben für ein neues Kunstobjekt.
Foto: WP

Neheim..  Sollbruchstellen sollen bei Überlastungen gezielt und vorhersehbar versagen, um möglichen Schaden vom Gesamten klein zu halten. Das trifft sicherlich bei mechanischen oder physikalischen Konstruktionen zu, doch was versteht die Künstlergruppe der Werkstattgalerie „Der Bogen“ unter „Sollbruchstellen“? Bei der Vernissage der Jahresausstellung „Sollbruchstellen“ machte Pit Schrage vor knapp 100 Gästen deutlich, bei welchen Begebenheiten im Leben Sollbruchstellen brechen, abbrechen oder rausbrechen.

Gebrochene Kunstrichtungen

Was liegt zwischen Recht und Un-recht, Krieg und Frieden, arm und eich oder gut und böse? Das stellte Axel Schubert deutlich mit seinen Bildern und Installationen dar. Darauf sah man deutlich, an welchen Punkten die Schwachstelle, die Perforierung, liegt. Man kann einen Bruch auch mit zwei Bildern darstellen, wenn sie aus zwei verschiedenen Kunstrichtungen kommen und übereinandergelegt werden.

Stephanie Neuhaus versuchte abstrakte und Comic-Kunst zu vermischen, doch man sieht immer eine Sollbruchstelle zwischen den Kunstrichtungen. Kirsten Minkel arbeitete in ihren Werken mit Licht. Sie nannte die Eitelkeit eine „Sollbruchstelle“. In einem leuch-tenden „High-Heel“ steckt ein gebrochener Fuß und auf einer Lichtkonstruktion steckten Röntgenbilder.

Performance mit Karl-Heinz Hosse

Karl-Heinz Hosse (KAHOS) machte aus einer seiner Kindheitserinnerung eine Performance. Trübe Glasscheiben lagerten auf kleinen Klötzen und sollten eine dünne Eisfläche symbolisieren. Kahos schritt darüber und die Scheiben zerbrache. Haimo Hieronymus rezitierte die Kindheitserinnerungen. Als das Glas gebrochen war, besprühte Kahos die Scherben und den darunterliegenden Karton mit Ölfarben. „Die Scherben werden entfernt und das somit entstandene Kunstwerk wird bei der Übernacht am 7. Dezember ausgestellt“, so KAHOS. Bei Pit Schrage zeigte eine dünne Verbindung zwischen zwei Baumstämmen die Sollbruchstelle. „Wenn die Säge kommt, ist der Augenblick des Todes für den Baum gekommen“, so Schrage. Hieronymus Kunst-Bruchstelle ist die Vereinigung von Arbeiten aus 2002 und den heutigen, es ist ein Blick in die Vergangenheit. Gleichzeitig präsentierte er sein neues Buch „etwa 40% - Prozent“ (Zeichnungen und Lyrik), die einzelnen Seiten klebten an der Wand. Es entstand in nur sieben Stunden.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung „Sollbruchstellen“ kann noch bis Samstag, 21. Dezember, besucht werden (Atelier „Der Bogen“ im Kunstwerk, Möhnestraße 59 in Neheim). Öffnungszeiten der Ausstellung sind donnerstags von 17 bis 20 Uhr und samstags von 14 bis 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.der-bogen.de

 
 

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