Sensibles Buch über Todesängste von Kindern

Annemarie Schulte
Annemarie Schulte
Foto: WP Ted Jones

Herdringen.  Die Herdringerin Annemarie Schulte hatte vor etwa einem Jahr während eines Mittagsschläfchens einen Traum, in dem es um ein todkrankes Mädchen mit Namen Mathilda ging.

Die 55-Jährige erlebte in ihrem Traum nicht nur die Ängste des Mädchens mit, sondern auch die Art und Weise, wie sich das Kind auf ihre Krankheit einließ, den nahen Tod akzeptierte und schließlich eine innere Ruhe fand. Mathilda sagte zu ihren Eltern, die am Krankenbett saßen: „Habt keine Angst! Da, wo ich jetzt hingehe, zum Licht, ist es wunderschön. Dort gibt es keine Schmerzen, alles ist warm und hell.“

Zuvor hatte Mathilda ängstliche Situationen erlebt. So kam an einem Strand eine tosende Flutwelle auf sie zu, in einem Wald drohten Schlingpflanzen sie zu erdrücken und in einem Feuersturm hätte sie untergehen können, wenn sie die Flammen nicht ausgepustet hätte. All dies hatte Annemarie Schulte geträumt - im wahren Leben hatte sie kein Kind beim Sterben begleitet. Um so überraschender kam der Traum, den die Herdringerin sofort nach dem Aufwachen aufschrieb.

Das Manuskript blieb erst mal eine Weile in der Schublade liegen, bis Ehemann Klemens Schulte sie ermunterte, hieraus ein Buch zu machen. Doch dies ist keine leichte Aufgabe. Wenn es absehbar ist, dass ein Kind an einer unheilbaren Krankheit sterben wird und die Eltern ihrem Kind zwar beistehen, aber letztlich den Tod nicht verhindern können, ist ein menschlicher Erfahrungsbereich erreicht, der in unserer Gesellschaft gern ausgeklammert wird. Denn der Tod von Kindern ist so schrecklich, dass viele Menschen ihn im Alltag nicht thematisieren möchten.

Doch Annemarie Schulte dachte anders. Es entstand im Dezember 2012 das kleine, 28-seitige Buch „Mathilda“, in dem Annemarie Schulte die Geschichte über das sterbenskranke Kind erzählt. Außerdem illustriert die passionierte Malerin, die seit einigen Jahren Malkurse gibt, die Textpassagen mit zwölf eigenen Pastellkreide- und Acryl-Bildern.

So ist ein sehr sensibel verfasstes und zu Herzen gehendes Buch entstanden. „Das ist aber kein Kinderbuch, sondern ein Bilderbuch für Erwachsene“, betont die Autorin. Denn das Thema „Todesängste und Einlassen auf den Tod“ sei zu schwierig, als dass man einem Kind dieses Buch einfach in die Hand drücken könne. „Das Buch richtet sich insbesondere an Erwachsene, die ein schwerkrankes Kind haben oder ein Kind hatten, das schon verstorben ist, oder an Erwachsene, die sich aus anderen Gründen mit dem Thema befassen wollen.“

Das Buch wurde in einer Startauflage von 100 Stück vom Neheimer Verlag „PrintSound“ (Andreas Büchel) gedruckt und kostet 16,50 Euro. Es ist bei Annemarie Schulte, 02932 / 34141, erhältlich. Nach Abzug der Druckkosten soll der Reinerlös von 5,50 Euro pro Exemplar dem Kinderhospiz „Balthasar“ in Olpe und dem ambulanten Hospizdienst Sternenweg in Arnsberg zugute kommen. Annemarie Schulte selbst verzichtet auf ein eigenes Autorenhonorar.

Zur Person:

Annemarie Schulte ist gelernte Erzieherin und hat viele Jahre im Bergheimer Kindergarten gearbeitet. Als sie eigene Kinder aufzog, wurde sie freiberuflich tätig und leitet seit nun über 20 Jahren Eltern-Kind-Gruppen der Katholischen Bildungsstätte.

Das Maltalent ist Annemarie Schulte wohl in die Wiege gelegt. Sie ist Tochter des Neheimer Malermeisters Willi Lahme, der auch Ölbilder malte. Nachdem sie geheirat hatte, zog sie von Neheim nach Herdringen.

 
 

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