Restauratorin nimmt Arbeit auf

Achim Benke
Das Bild des Marienaltars soll restauriert werden. Der Untergrund (Holzplatte) ist gerissen. Auf der Rückseite der Platte wurden zwei unbekannte Gemälde entdeckt, mit im Bild: Johanna Fuchs und Alfred Hilbig.
Das Bild des Marienaltars soll restauriert werden. Der Untergrund (Holzplatte) ist gerissen. Auf der Rückseite der Platte wurden zwei unbekannte Gemälde entdeckt, mit im Bild: Johanna Fuchs und Alfred Hilbig.
Foto: WP

Oelinghausen.  Die Spannung war groß, als Restauratorin Johanna Fuchs und David Mühlenhaupt das Gemälde am Marienaltar in der Klosterkirche Oelinghausen aus dem Altaraufbau herauslösten.

Bernhard Padberg, stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises Oelinghausen, und Alfred Hilbig vom Kirchenvorstand der Großpfarrei St.-Petri-Hüsten hofften, vielleicht doch noch etwas Ver-borgenes zu finden. Das war bei Restaurierungsarbeiten im vergangenen Jahr der Fall gewesen, als sie auf der Rückwand des Seitenaltars in der Marienkapelle zwei unbekannte Bilder entdeckten.

„Ja, wie es aussieht, hat der Marienaltar keine weitere Überraschung für uns“, so Padberg. Außer, dass das Gemälde von Christi Geburt auf die Rückseite der beiden unbekannten Bilder mit biblischen Szenen gemalt wurde. „Wir wissen, dass die beiden unbekannten Bilder viel älter sind als das Marienbild“, so Hilbig.

Das Marienbild soll konserviert werden, weil der Untergrund, eine Holzplatte, gerissen ist.

Expertenrunde tagt heute

Am heutigen Donnerstag wird eine Expertenrunde aus den verschiedenen Denkmalbehörden, sowie Landschafts- und Gemeindeverband die Werke besichtigen und über weitere Schritte beraten beziehungsweise entscheiden. Das Ergebnis wird am kommenden Dienstag, 25. Februar, bei einem Werkstattgespräch im Klostersaal bekannt gegeben.

Etwas Neues gab es aber doch. Unter der Tischabdeckung des Marienaltars hat man eine kleine schwarze Klappe mit kleinen Kreuzen entdeckt. „Das zeigt uns, dass der Altar geweiht wurde. Unter die Klappe legte man Reliquien“, so Padberg. Küsterin Schwester Maria-Michaela versichert aber, dass dort keine Reliquien mehr liegen: „Ich kann leider nicht sagen, was einmal darin gelegen hat.“

Rätselhaftes Fehlen

Für Padberg und Hilbig ist es momentan noch rätselhaft, warum keine Dokumentationen von den beiden unbekannten Bildern in den schriftlichen Unterlagen der Kirche vorhanden sind. Die Kirche wurde in den Jahren 1957 bis 1965 renoviert. „Wir haben die Bilder auch nur zufällig entdeckt, als wir die Rückwand mit ausgeleuchtet haben. Sie waren total verstaubt und mit Spinngewebe überzogen“, erklärt Hilbig. Er und Padberg vermuten, dass die beiden Bilder die Vorderseite des Altaraufbaus zierten und aus Material- und Geldmangel einfach als Untergrund für das Marienbild genutzt wurden.

Jetzt macht sich der Freundeskreis Oelinghausen Gedanken, wie er die Bilder nach der Restaurierung präsentieren soll. Es ist klar, dass sie nicht wieder hinter dem Marienaltar verschwinden. Momentan sind sie übersät mit kleinen Pflastern. „Sie sind mit ­Cellulose-Leim getränkt und sichern die Farbe auf dem Untergrund, damit sie beim Ausbau und Transport nicht abblättert“, so die Restauratorin Fuchs.

HINTERGRUND:

Am morgigen Freitag, 21. ­Februar, wird das Gemälde „Ermordung des Grafen Engelbert“ auf die Reise in die Werkstatt von Restauratorin Fuchs nach Hildesheim (Niedersachsen) gehen. Die Leinwand wird dort vom Rahmen gelöst und die Firnis gereinigt. Danach erhält das Gemälde einen Keilrahmen.

Begleitet wird „Graf Engelbert“ von der Marienstatue aus der Krypta. Sie wird ein wenig herausgeputzt. „Die Gebrauchs­spuren aber bleiben. Es werden nur einige Farbablösungen ausgebessert“, teilte Alfred Hilbig mit.

Ostern 2014 sollen die Restaurierungsarbeiten in der Klosterkirche Oelinghausen abgeschlossen sein.