Neues Kapitel der christlichen Aussöhnung

50. Jahrestag der Umbettung von Franz Stock
50. Jahrestag der Umbettung von Franz Stock
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„Franz Stock - das ist nicht nur ein Name, das ist auch ein Programm.“ Die Worte von Papst Johannes XXIII. aus dem Jahre 1963 lagen wie ein Vermächtnis über dem deutsch-französischen Treffen in Chartres, das gemeinsam mit dem Neheimer Franz-Stock-Komitee organisiert worden ist.

Neheim/Chartres. „Franz Stock - das ist nicht nur ein Name, das ist auch ein Programm.“ Die Worte von Papst Johannes XXIII. aus dem Jahre 1963 lagen wie ein Vermächtnis über dem deutsch-französischen Treffen in Chartres, das gemeinsam mit dem Neheimer Franz-Stock-Komitee organisiert worden ist.

In Anwesenheit von zwölf Kardinälen, Erzbischöfen, Bischöfen und Weihbischöfen wurde dabei eine neuerliche Aussöhnungsbegegnung veranstaltet. Der katholische Priester Franz Stock (1904 - 1948) aus Neheim, der im Zweiten Weltkrieg zahllose Inhaftierte in den Pariser Gefängnissen und an den Hinrichtungsstätten auf dem Mont Valérien seelsorgerlich begleitet hat, gilt als einer der wichtigsten Wegweiser der deutsch-französischen Freundschaft - über Schuld und Unrecht, Krieg und Leid hinweg.

Seligsprechungsverfahren läuft

Vor drei Jahren hat der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker das Seligsprechungsverfahren für Stock eröffnet. Thomas Bertram, stellv. Vorsitzender des rührigen Franz-Stock-Komitees, hofft, dass vielleicht schon in zwei Jahren das Verfahren erfolgreich abgeschlossen wird. Sowohl Bertram wie auch Erzbischof Becker gehörten zur deutschen Delegation, die jetzt in Frankreich den „50. Jahrestag der Umbettung Franz Stocks“ besuchte. Es seien sehr würdige und zutiefst beeindruckende Momente und Erlebnisse gewesen, betont Thomas Bertram im Gespräch mit unserer Zeitung. Ein mehrtägiges Programm mit Messfeiern, Gebetswache, Konzerten, Filmvorführungen und Diskussionsrunden wurde nahe Chartres an der Gedenkstätte Le Coudray angeboten. Ein weiterer Höhepunkt war die Eröffnung der Ausstellung „Franz Stock und der Weg nach Europa“, die zuvor vom 20. Mai bis 26. August 2012 im Arnsberger Sauerlandmuseum mit großem Erfolg gezeigt worden war.

Die deutsche Botschafterin in Frankreich, Dr. Susanne Wasum-Rainer, wie auch der frühere EG-Präsident Jacques Delors (88) unterstrichen mit ihrer Anwesenheit in Chartres auch die hohe politische Bedeutung des deutsch-französischen Christentreffens. Für Komitee-Vorstandsmitglied Thomas Bertram war es zudem eine besondere Freude, dass unter den deutschen Teilnehmern auch zahlreiche junge Leute dabei waren, die sich von der inspirierenden Atmosphäre unmittelbar begeistern ließen.

Hoffnung ruht auf der Jugend

Vor allem aber machte das Lebensvorbild des gebürtigen Neheimers Franz Stock Eindruck auf sie: „Einige haben spontan zugesagt, künftig im Stock-Komitee mitarbeiten zu wollen“, freut sich entsprechend Thomas Bertram. Die These „Europa braucht das Christentum“, die kürzlich noch als Schlagzeile in unserer Zeitung formuliert worden ist, fand, nach Bertrams Überzeugung, „in Chartres ein höchst überzeugendes Beispiel“.

 
 

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