Messe-Trend: Firmen forcieren Markenstrategie

Nina Klauke zeigt eine Bankamp-Leuchte aus der Serie „luce elevata“. Leuchten aus dieser Premium-Serie sind mit Blattgold verziert. Die Hüstener Leuchtenfirma Bankamp ist mit dem Verlauf der Lichtwoche Sauerland sehr zufrieden
Nina Klauke zeigt eine Bankamp-Leuchte aus der Serie „luce elevata“. Leuchten aus dieser Premium-Serie sind mit Blattgold verziert. Die Hüstener Leuchtenfirma Bankamp ist mit dem Verlauf der Lichtwoche Sauerland sehr zufrieden
Foto: WP

Arnsberg/Sundern..  Eine sehr zufriedenstellende Bilanz der am 6. März zu Ende gegangenen „Lichtwoche Sauerland“ ziehen viele ausstellende Leuchtenbetriebe. „Aus meinen bisherigen Gesprächen mit anderen Betrieben weiß ich, dass die Firmen mit dem Verlauf der Messe sehr zufrieden sind“, berichtet Messesprecher Bernd Müller, der mit seinem Unternehmen Trio-Leuchten auch an der Messe teilnahm.

Etwa 7000 Messe-Besucher

Müller schätzt, dass sich insgesamt etwa 7000 Fachbesucher (Einkäufer aus Facheinzelhandel, Großhandel und großen Einzelhandelsunternehmen wie Möbelhäuser) die Leuchten-Neuheiten anschauten. Mehr als 5000 Gäste hatten ihren Besuch schon vor der Messe angemeldet, knapp 2000 Besucher sind wahrscheinlich noch zusätzlich ohne Anmeldung gekommen. „Das Messepublikum wird immer internationaler“, resümiert Müller. Der Anteil der Messe-Besucher aus dem europäischen Ausland steige an. Dies sei ein deutliches Zeichen, dass sich die Lichtwoche auch auf europäischer Ebene etabliert habe.

Trends in der Leuchtenbranche

Aus Gesprächen unserer Zeitung mit zahlreichen Firmenchefs während der Messetage ergeben sich folgende Trends in der Leuchtenbranche:

Das Markenbewusstsein der Endverbraucher wächst. Besonders im oberen Preissegment bleiben zufriedene Kunden gern einer Leuchtenmarke mit anspruchsvollem Design und aufwändiger Technik treu. Hinzukommt aber auch, dass Betriebe (mit Leuchten-Vertriebsschienen in verschiedenen Preisklassen) von der Dachmarke im Premiumbereich insofern profitieren, dass der gute Ruf der Premiummarke das Vertrauen in das mittelpreisige Segment fördert.

„Made in Germany“ ist gefragt

Es gibt aber auch heimische Marken-Anbieter, die keine Tochtergesellschaften gebildet haben und voll und ganz auf das von Kunden geschätzte „Made in Germany“ im oberen Preissegment setzen. Auch diese Betriebe erfreuen sich einer gesunden wirtschaftlichen Lage. Hier könnte man den soliden Geschäftsstatus der Unternehmen als „Klein, aber fein“ bezeichnen, während die Massenproduktion von Leuchten wohl unwiederbringlich an die chinesische Werkbank verloren gegangen ist.

„Tschüss Halogen!“ - so könnte man einem alten Leuchtmittel hinterherrufen, das bei den Leuchten-Neuheiten gar keine Rolle mehr spielt. Viele Wohnraumleuchtenhersteller zeigen als Neuheiten nur noch oder fast ausschließlich LED-Leuchten. Das Argument der Energie-Effizienz schlägt auf dem Markt durch.

Kernfrage: Was gefällt den Kunden?

Die Kernfrage bei jeder neuen Kollektion beleibt natürlich bestehen: Gefällt sie dem Kunden? Das Risiko, eine neue Produktserie mal in den Sand zu setzen, bleibt bestehen. Einige Einkäufer aus dem Facheinzelhandel sind beim Design eher konservativ eingestellt, aus der Furcht heraus, dass sich eine zu ausgefallenes Leuchtendesign als Ladenhüter erweisen könnte.

Langweilig und akzentlos darf die Leuchte aber auch nicht aussehen. Viele Händler wollen durchaus Profil im Sortiment zeigen, aber nicht zu gewagt. So bleibt das Design von Neuheiten immer eine Balanceakt zwischen ausgefallen und zeitlos. Die Lichtwoche 2017 wird eine neue Antwort darauf geben.

INTERVIEW

Fachhandel mit Online-Angebot vernetzen

Während der Messe „Lichtwoche Sauerland“ berichteten mehrere Leuchtenhersteller im Gespräch mit unserer Zeitung über gravierende Umwälzungen im Leuchtenhandel. So würde der zunehmende Online-Handel insbesondere den kleinen, inhabergeführten Facheinzelhandels geschäften zu schaffen machen. Hier gebe es gravierende Umwälzungen, auf die sich - wie in anderen Branchen auch - die Leuchtenhersteller einstellen müssten. Martin Schwarz, Redakteuer unserer Zeitung, sprach mit Elmar Goller-Bittner, geschäftsführender Gesellschafter von Sorpetaler-Leuchten in Amecke.

Wie macht sich der Online-Handels im Fachhandel bemerkbar?

Manche Verbraucher kommen mit einem Smartphone ins Geschäft und vergleichen den Preis im stationären Handel mit dem des preisgünstigsten Händlers im Internet. Diesen Preisvergleich machen viele Verbraucher ganz offen und fordern im Fachgeschäft dann den gleichen Preis des preisgünstigsten Online-Anbieters

Wie kann das Fachgeschäft reagieren?

Das ist schwierig. Beratung, Service und Produktpräsentation im stationären Handel verursachen Kosten, die unweigerlich auf den Verkaufspreis niederschlagen. Man müsste stationären Handel und Online-Geschäft besser vernetzen.

3 Wie könnte das geschehen?

Ich könnte mir vorstellen, dass der Facheinzelhändler in seinem stationären Verkaufsbereich auch einen oder mehrere PC aufstellt, die zum einen auf einen Blick bzw. mit wenigen Klicks das vorhandene Leuchtenangebot im Laden darstellen und darüber hinaus auch bestellbare Leuchten anzeigen. Insbesondere Männer würden gern ein solches Bildschirmangebot nutzen, während die Ehefrauen beim gemeinsamen Einkaufsbummel lieber erst mal kreuz und quer durch die Leuchtenpräsentation gehen möchten. Auf jeden Fall wäre - natürlich auch für Frauen - eine zusätzliche Warenpräsentation am Computerbildschirm eine erste schnelle Einkaufshilfe.

 

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