In Neheim Miniatur-Kunst auf dem Kaugummi

Künstler Karl-Heinz Hosse
Künstler Karl-Heinz Hosse
Foto: WP
Zahlreiche kleine graue Kaugummiflecken auf dem Neheimer Marktplatz, Hauptstraße und Apothekerstraße werden bunt. Der heimische Bogenkünstler Karl-Heinz Hosse nutzt die plattgetretenen Kaugummis als Leinwand und setzt sie künstlerisch in Szene. „Sie werden ausgespuckt, in der Öffentlichkeit entsorgt und bilden Muster auf dem Asphalt oder Pflaster“, betont er.

Neheim.. Die Kaugummiflecken sind für ihn unvergängliche Tropfenbilder. „Wenn sie den Weg vom Mund auf das graue Straßenpflaster finden, sind sie zunächst weiß, rosa oder lindgrün. Der Staub der Zeit lässt sie ergrauen und mit den Asphalt eins werden.“, so Hosse.

Der Bogen-Künstler hat die Miniaturleinwände für seine Kunst entdeckt. Zuerst werden die hässlichen Flecken mit weißer Acrylfarbe grundiert und danach ohne Vorlage und Konzept künstlerisch farblich gestaltet und mit Klarlack versiegelt. „Die bunten Miniaturbilder leuchten inmitten der grauen Wüste und machen auf ein Missstand aufmerksam“, meint Hosse. Es wird wahrscheinlich niemand weniger Kaugummis ausspucken, aber die kleinen Bilder sorgen nicht nur bei den „Verschmutzern“ für Irritation. Die ersten vier Miniaturbilder entstanden ein paar Meter vor dem Citybüro des Vereins „Aktives Neheim“. Dort entdeckte der Künstler schon zehn Kaugummiflecke in einem Durchmesser von nur einem Meter. Zahlreiche Passanten blieben stehen und beobachteten Hosse bei seiner Aktion. Darunter auch Mirian (19 Jahre) und Madita Klocke (13) aus Neheim. „Das habe ich im Fernsehen bei Galileo - Big Pictures - schon mal gesehen. Ein englischer Künstler hat das auch gemacht“, so Mirian. Richtig, er heißt Ben Wilson und hat schon mehr als 10.000 zertretene Kaugummis auf Gehwegen in Europa künstlerisch gestaltet.

Okay aus der Verwaltung

„Ich finde das richtig cool. Wenn die Dinger so rumliegen, kann man sie auch verschönern. Sie zu entfernen, wäre sicherlich wahnsinnig teuer“, meinen die beiden Geschwister.

Für sein Projekt hat Hosse das Okay aus Verwaltung und Vorstand des „Aktiven Neheims“ erhalten. „Etwas Hässliches schön machen und eine Wertigkeit geben. Es ist die Möglichkeit, die Stadt auch als Miniaturgalerie zu begreifen“, betont Karl-Heinz Hosse. In knapp 14 Tagen wird er sein Projekt „Kaugummi-Miniaturen“ fortsetzen und das Bild der Stadt erweitern. „Sie erhält eine neue Facette“, so der Künstler.

 
 

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