Großes Rätsel: Neheimer Gedenktafel in England gefunden

In England  befindet sich diese Tafel mit Namen von Neheimer Kriegstoten aus dem Ersten Weltkrieg. Um die Entstehungsgeschichte dieser Tafel zu klären, bittet der Heimatforscher Helmuth Euler die Neheimer Bevölkerung um Mithilfe
In England befindet sich diese Tafel mit Namen von Neheimer Kriegstoten aus dem Ersten Weltkrieg. Um die Entstehungsgeschichte dieser Tafel zu klären, bittet der Heimatforscher Helmuth Euler die Neheimer Bevölkerung um Mithilfe
Foto: WP

Neheim..  Ein großes Geheimnis rankt sich um eine Gedenktafel für Neheimer Kriegstote aus dem Ersten Weltkrieg. In England ist diese Gedenktafel aufgetaucht. Auf der Tafel stehen 23 Namen von gefallenen bzw. nach Kriegsende gestorbenen Neheimer Soldaten, die der Kameradschaft Neheim innerhalb des 1. Nassauischen Infanterie-Regiments Nr. 87 angehörten. Fotos dieser Bronze-Tafel wurden dem englischen Verleger Winston Ramsay zugespielt, der 2001 das Buch des Werler Heimatforschers Helmuth Euler über die im Zweiten Weltkrieg bombardierten Talsperren in einer englischen Fassung in den Buchhandel gebrachte hatte

Kontakt zu englischem Verleger

Ramsay nutzte seinen Kontakt zu Euler, der sich insbesondere mit der geschichtlichen Aufarbeitung der Möhnetalsperren-Bombardierung einen Namen in der Heimatforschung gemacht hatte. Euler wiederum wandte sich hilfesuchend an unsere Zeitung. Er fragt: Wer hat diese Tafel wann gefertigt? Befand sich diese Tafel anfangs in Neheim? Falls ja, wo genau? Sollte die Tafel (oder eine frühere Form davon) in Neheim gefertigt worden sein: Wer hat sie warum nach England gebracht?

Andererseits könnte die Tafel auch erst in England gefertigt worden sein. Vielleicht hat ein in England lebender Nachfahr eines Kriegstoten - möglicherweise im Gedenken an Vater oder Großvater - die Tafel erstellen lassen. Das Schriftbild wirkt recht modern, deshalb wäre es möglich, dass die Tafel in heutiger Form noch nicht sehr alt ist. Dass es sich tatsächlich um Namen von Kriegstoten aus dem heutigen Arnsberger Stadtteil Neheim und nicht aus irgendeinem anderen Ort namens „Neheim“ handelt, steht fest. Drei Namen, die auf der geheimnisvollen Gedenktafel stehen, finden sich mit identischem Todestag auch in der Liste der aus der Kath. Kirchengemeinde Neheim stammenden Kriegstoten aus dem Ersten Weltkrieg, die sich im Neheimer Dom befindet.

Bei der in England aufgetauchten Tafel handelt es sich nicht um eine der sechs Kriegstoten-Gedenktafeln, die sich im Ehrenhain des früheren Neheimer Friedhofs im Ruhr-Möhne-Winkel befanden. Denn diese sechs Tafeln mit den Namen von 424 Toten sehen anders aus als die Tafel aus England.

Tafel eines Soldatenvereins?

Für weitere Recherchen schaltete unsere Zeitung den Heimatbund-Experten für Neheimer Friedhofsgeschichte, Gerd Schäfer, sowie den Neheimer Ortsheimatpfleger Karl-Georg Wuschansky ein, die aber beide das Rätsel nicht lösen konnten. Wuschansky vermutet, dass vielleicht ein Neheimer Soldatenkameradschaftsverein nach dem Ersten Weltkrieg eine Tafel fertigen ließ. Doch das ist Spekulation. Deshalb bittet unsere Zeitung Bürger um Mithilfe. Um Hinweise zur Tafel bittet unsere Redaktion unter der Rufnummer 02932 / 971421 oder per Mail an m.schwarz@westfalenpost.de oder postalisch/persönlich: WP-Redaktion, z. Hd. Martin Schwarz, Neheimer Markt 15, 59755 Arnsberg.

Auf der Gedenktafel, die in England gefunden wurde, stehen folgende 23 Namen von im Ersten Weltkrieg gefallenen bzw. nach Kriegsende verstorbenen Soldaten aus der Kameradschaft Neheim innerhalb des 1. Nassauischen Infanterie-Regiments Nr. 87:

Dr. Heinrich Begiebing († 20.10.14); Hubert Wortmann († 31.1.15); Franz Michaelis († 9.3.15); Theodor Schäfer († 28.3.15); Johann Voss († 8.4.15); Franz Vielhaber (†13.8.15); Heinrich Otto († 27.8.15); Franz Boese († 14.4.16); Franz Volmer (†19.4.16) Georg Bauer († 29.5.16); Kasp. Fr. Nückel († 11.7.16); Wilhelm Niggemann († 5.8.16); Joh. Schwetschenau (†29.9.16); Theodor Josef Blömer († 12.4.17); Fritz Hoff († 31.7.17); Franz W. Schäckel († 9.11.17); Josef Topp († 16.4.18); Anton Lueckei († 25.4.18); Berthold Rose († 10.6.18); Joh. Heinrich Bauer († 23.8.18); Friedrich W. Bertram († 17.9.18); Ed. G. Hr. Schlömer (†14.10.18); Friedrich Gottschalk († 30.9.19).

HINTERGRUND

Der heute 86-jährige Neheimer Gerd Schäfer erinnerte unsere Zeitung bei der Recherche über das im Ersten Weltkrieg kämpfende Infanterie-Regiment 87 daran, dass auch sein Vater Franz Schäfer in diesem Regiment vom 4.8. 1914 bis 28.2.1917 gedient hat, genauer gesagt im Landwehr Inf. Reg. Nr. 87 (13. bzw. 14. Komp. des 4. Bataillons).

Franz Schäfer verließ das Regiment zu einer Offizierausbildung. Später war Franz Schäfer Leutnant in einem anderen Regiment. Der im Jahr 1884 geborene Neheimer überlebte als Soldat den Ersten Weltkrieg, er starb an einem Herzinfarkt im Jahr 1944.

EURE FAVORITEN