Gewerkschaft im Aufwärtstrend

Die Ehrung der IGM-Jubilare mit 50-, 60- und 70-jähriger Mitgliedschaft aus Arnsberg und Sundern. Bei der Jubilarehrung wurde von Rednern auf die wichtige Rolle der Gewerkschaften hingewiesen.
Die Ehrung der IGM-Jubilare mit 50-, 60- und 70-jähriger Mitgliedschaft aus Arnsberg und Sundern. Bei der Jubilarehrung wurde von Rednern auf die wichtige Rolle der Gewerkschaften hingewiesen.
Foto: WP
Arnsberger IG Metall zählt mehr als 11 000 Mitglieder. Ortsgruppe ehrt auf Traditionsveranstaltung ihre Jubilare.

Hüsten..  In einer Feierstunde am Samstag – bereits zum 16. Mal – in der Hüstener Schützenhalle ehrte die Verwaltungsstelle Arnsberg der Industriegewerkschaft Metall 430 Jubilare für ihre 70-, 60-, 50-, 40- und 25-jährige Mitgliedschaft – insgesamt für 15 860 Mitglieds­jahre. Den musikalischen Rahmen gestalteten die „Pr8kerle“ aus Bestwig-Ostwig.

96 Metaller wurden im vergangenen Jahr zu Grabe getragen. Ihnen wurde ehrend gedacht. Wolfgang Werth, Erster Bevollmächtigter, gab aber auch mit Freude zur Kenntnis, dass die Zahl der Mitglieder durch 500 Neuaufnahmen auf aktuell 11 100 angestiegen sei – ein Trend, der seit einigen Jahren beständig ist. Die Jubilarehrung sei auch immer ein Anlass, den langjährigen Mitgliedern zu danken und mit Stolz auf das Erreichte zurück zu blicken im Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit.

Viele Aufgaben in der Zukunft

Die Arbeitszeitpolitik, Lohndumping, Tarifbindung, qualifizierte Ausbildung und auch die aktuelle Flüchtlingssituation gehören zu den Aufgaben, die noch zu lösen seien – und bei denen auch die Mitglieder mit eingebunden werden müssten, so Werth.

In einem Grußwort lobte der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese die hervorragende Arbeit der IGM-Verwaltungsstelle Arnsberg. Er sprach auch die Flüchtlingssituation an und forderte den Schutz der Demokratie vor dem Rechtsradikalismus. Auch er ging auf einige zukünftige gewerkschaftliche Aufgaben ein.

Als Festrednerin war die stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW, Dr. Sabine Graf, vor Ort. Sie nahm auch die Ehrung der Jubilare vor und dankte ihnen für ihre langjährige Treue zur Gewerkschaft: „Ihr habt nicht nur von gewerkschaftlicher Kraft und Stärke profitiert, sondern habt Euch auch eingesetzt und Solidarität bewiesen, die für Euch kein Fremdwort ist.“

Bevor sie auf tagespolitische Fragen und aktuelle Gewerkschaftsaufgaben einging, erinnerte Dr. Graf an die Jahre, in denen die geehrten Jubilare der IGM beigetreten sind. Da wurden Erinnerungen geweckt an die „Stunde Null“, die Niedergang und Anfang zugleich war, an den Kampf um bessere Arbeitsbedingungen und an das beginnende Wirtschaftswunder.

Weiter an die Zeit der Veränderungen in Deutschland – DDR und Mauerbau und der Zuzug der Gastarbeiter infolge des Arbeitskräftemangels – und an Lohnabschlüsse im Organisationsbereich der IGM, die vor 45 Jahren durchschnittlich 15,3 Prozent betrugen.

Starke Gewerkschaften als Lösung

Der Kampf um Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit zeige, wie wichtig es sei, das es auch heute noch eine Gewerkschaft gibt, die sich den Problemen der Arbeitnehmer annimmt, die Widerstand ­leistet und die die Umverteilungsspielräume nutzt. Die auch in Zukunft dafür sorgt, dass die Kolleginnen und Kollegen einen Anteil am Erfolg der Unternehmen haben.

„Wir kämpfen Seite an Seite dafür, dass ein Normalarbeitsverhältnis wieder zur Normalität wird“, so Dr. Graf, die gelebte Solidarität als ein Prinzip der Gewerkschaften bezeichnete. Nur starke Gewerkschaften mit vielen Mitgliedern seien in der Lage, die Auseinandersetzungen zu führen, „die so nötig und wichtig sind“.

 
 

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