Gemeindehaus-Neubau: Gegner fordern Akteneinsicht

So soll der Gemeindehaus-Anbau an die Neheimer Christuskirche aussehen.
So soll der Gemeindehaus-Anbau an die Neheimer Christuskirche aussehen.
Foto: WP

Neheim..  Im Vorfeld der Info-Veranstaltung über den geplanten Gemeindehaus-Neubau der Ev. Kirchengemeinde Neheim stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber. Am Sonntag, 22. Februar, ab 15 Uhr werden die gegensätzlichen Meinungen in der Christuskirche aufeinanderprallen, wenn das Presbyterium Gemeindeglieder sowie Nachbarn über den Verkauf des alten Gemeindehauses am Fresekenweg sowie den geplanten Neubau an der Burgstraße informieren will.

Im Namen von rund 230 Bürgern, die sich schriftlich gegen das Neubauvorhaben aussprachen, haben jetzt Bertram Brökelmann, Thorsten Beyrodt und Arnim Block einen Forderungskatalog an die Evangelische Kirche auf Orts-, Kreis-, Landes- und Bundesebene verfasst. Bezogen auf die Neheimer Gemeinde fordern die Neubaugegner eine „Sofortige Offenlegung sämtlicher Bauakten für den geplanten Neubau“.

Gibt’s personelle Verflechtungen?

Die Gegner fordern uneingeschränkte Akteneinsicht in Renovierungsgutachten Gemeindehaus Fresekenweg, Denkmalschutzgutachten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Denkmalschutzgutachten der Stadt Arnsberg, Nachweis der Parkplätze im Bereich Burgstraße / Gransauplatz, Finanzierungsplan Neubau, Bauantrag an die Stadt Arnsberg sowie Verkaufsvertrag Gemeindehaus Fresekenweg. Außerdem fordern die Neubaugegener Aufklärung über mögliche Verflechtungen zwischen einem Architekten-Wettbewerbsmitsieger und einem Gremienvertreter der Ev. Kirchengemeinde Neheim. Außerdem fordern die Neubaugegener - auf mehreren Seiten detailliert aufgelistet - mehr Transparenz und Mitsprache bei kirchlichen Entscheidungsprozessen auf Orts-, Kreis-, Landes- und Bundesebene. Die Kernargumente der Neubaugegner bleiben 1. die enormen Neubaukosten im Vergleich zur Renovierung des alten Gemeindeehauses (die Gegner rechnen ganz anders als das Presbyterium) und 2. das Aufreißen einer Wand in der denkmalgeschützten Christuskirche zwecks Errichtung eines ins alte Strohdorf nicht passenden Gebäudes.

Die Befürworter des Neubaus (allen voran das Presbyterium) verweisen darauf, dass kirchen- und baurechtlich einwandfrei gehandelt wurde. Die Stadtverwaltung hatte bereits angekündigt, der Kirchengemeinde eine Baugenehmigung für den geplanten Neubau zu erteilen. Dabei wurde abermals betont, dass die Schaffung einer baulichen Verbindung zwischen Christuskirche und Gemeindehaus den Denkmalschutzvorschriften nicht widerspreche. Hinsichtlich der Baukosten betont Pfarrer Dr. Udo Arnoldi, dass ein Gutachten Kosten von knapp 600 000 Euro (inkl. Einrichtung) für den zukunftsträchtigen (behindertengerechten etc.) Umbau des Gemeindehauses am Fresekenweg ermittelt habe. Der Neubau würde nur einen niedrigen sechsstelligen Betrag mehr kosten.

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