„Für Boule-Anlage noch nie Kugel aus dem Nass geholt“

Das Schild an der Boule-Anlage im Hüstener Solepark ermuntert bisher kaum Leute zum Spielen.
Das Schild an der Boule-Anlage im Hüstener Solepark ermuntert bisher kaum Leute zum Spielen.
Foto: WP Ted Jones

Hüsten. „Aus dem Freizeitbad Nass hat noch nie jemand eine Kugel für die Boule-Bahn im Solepark geholt.“ Dies berichtete CDU-Politiker Günter Goßler im Bezirksausschuss Hüsten.

Das Desinteresse an der Boule-Anlage bestätigte auch Nass-Geschäftsführer Bernd Löhr: „Auch mir ist niemand bekannt, der sich seit Eröffnung der Boule-Anlage im Mai 2011 im Kassen- bzw. Gastronomiebereich des Nass kostenlos Kugeln ausgeliehen hat.“ Diese Null-Bilanz beim Nutzerverhalten will die Stadt aber nicht auf Dauer akzeptieren.

Bei einer Anfrage in der Stadtverwaltung erfuhr die WAZ-Mediengruppe, dass innerhalb der nächsten 14 Tage fünf größere Schilder mit Hinweisen auf die Attraktionen des Soleparks (u. a. Finnbahn, Kneipp-Einrichtungen, Boule-Bahn, Solesprudler, Gradierwerk) aufgestellt werden sollen. „Die Schilder sind schon vorrätig, sie wurden wegen der Witterung aber noch nicht im Solepark aufgestellt“, erklärt Stadt-Pressesprecher Elmar Kettler. Die fünf großformatigen Schilder kosten insgesamt 12 500 Euro, einen Teil der Kosten übernahmen Sponsoren.

Die Tatsache, dass wohl noch niemand Kugeln im Nass entlieh, bedeutet nicht zwangsläufig, dass noch niemand die Boule-Anlage im Solepark nutzte. Denn Besucher könnten ja auch ihre eigenen Kugeln mitgebracht haben.

Doch auch eine Umfrage der WAZ-Mediengruppe in Kreisen von Bürgern, die sich für Boule interessieren und woanders bereits spielen, ergab, dass niemand eine Gruppe kannte, die im Solepark privat Boule spielt. So hat auch Seniorenbeiratsmitglied Hildegard Heneke, die früher öfters auf einem Kiesweg in den Twiete-Bürgergärten Boule gespielt hat, im Solepark noch nicht gespielt. Ihre Anregung an Seniorenbeiratsmitglieder aus dem Raum Neheim/Hüsten, mal eine Boule-Spielgruppe für den Solepark zu gründen, versandete im Tagesgeschäft der schon auf anderen Feldern engagierten Senioren. Aber zumindest am 4. Juli 2012 ist Andrang an der Boule-Anlage garantiert. Dann wird Hildegard Heneke mit einigen weiteren Senioren einen Boule-Stand bei der von der Westfalenpost initiierten Grundschul-Olympiade im Solepark betreuen.

Auch der Heimatkreis „Freiheit Hüsten“ will aktiv werden

Selbst dem Heimatkreis „Freiheit Hüsten“, der zwei Bänke für die Boule-Anlage im Solepark stiftete, ist keine private Boule-Gruppe bekannt, die sich öfters auf der Anlage im Solepark trifft. „Ich kenne keine Gruppe“, sagt Vorsitzender Helmut Melchert, der den Wert der damaligen Heimatkreis-Spende für die Boule-Anlage auf 3000 Euro beziffert. „Es ist ganz klar: Für die Boule-Anlage müssen wir mehr Werbung machen“, betont Helmut Melchert. Über geeignete Methoden will Melchert in der Jahreshauptversammlung des Vereins am 8. März sprechen. An der Boule-Anlage gibt es zwar immer noch ein kleines Schild, das aufs Boule-Spiel hinweist und die Regeln erklärt, doch dieses weckt offenbar kein größeres Interesse an Boule.

 
 

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