Flora und Fauna entwickeln sich an Ruhr in Arnsberg gut

Achim Benke
Renaturierte Ruhr im Bereich Binnerfeld in Neheim
Renaturierte Ruhr im Bereich Binnerfeld in Neheim
Foto: Achim Benke

Arnsberg.  Mit der Note „Gut“ wird der ökologische Zustand der Ruhr im Stadtgebiet Arnsberg bewertet. Das ergaben Untersuchungen eines Biomonitoring von 2009 bis 2013. Die Artenvielfalt wurde verbessert und stabilisiert. „Das war nur möglich, weil wir der Ruhr durch die Renaturierung ihre Eigendynamik zurückgegeben haben“, sagt Dr. Gotthard Scheja vom Fachdienst Umwelt der Stadt Arnsberg.

Diskussion im Anglerheim

Knapp 20 Zuhörer, vorwiegend Sportangler, hörten im Clubheim des SFV „Früh Auf“ die Ausführungen von Dr. Günter Bockwinkel (NZO-GmbH, Büro für Landschaftsplanung) zum fünfjährigen Untersuchungsprogramm. Seit 2009 wird die Ruhr beobachtet. Untersuchungsinhalte waren die Änderung der Flussgestalt und Reaktion der Fischfauna. Untersucht wurden die Renaturierungsbereiche vom Binnerfeld bis Oeventrop.

Bockwinkel machte deutlich, dass das Flussbett und Bewuchs je nach Wasserstand und Fließgeschwindigkeit immer in Bewegung ist. „Es verlagert sich ständig Schlamm, Kies und größeres Gestein. Es verändern sich auch die kleinen Inseln und Auen im Fluss“, betont der Fachmann. Die Flussprofilaufweitung ist gewollt. Die Ruhr hat Flachwasserbereiche von Null bis einem halben Meter, mittlere Tiefen bis zu einem Meter und tiefe Bereiche bis zu 2,5 Meter. Das sind gute Voraussetzungen für Flora und Fauna. „Die Tiefen und flachen Bereiche sind einer Dynamik ausgesetzt und werden sich ständig ändern, je nach Strömung und Abflüsse“, betont Bockwinkel. Gerade in den Bereichen Neheim Binnerfeld oder Jägerbrücke in Alt-Arnsberg ist immer richtig etwas los.

Gesunde Mischung vorhanden

Auch die Fauna, also der Fischbestand, hat sich in den vergangenen drei Jahren verändert. Das untersuchte Jonas Rose, Diplom-Biologe (NZO-GmbH). Das Thema interessierte die Sportangler. Die Äsche, Bachforelle, Döbel, Koppe, Elritze und Schmerle besiedeln die Ruhr. Aber auch typ-spezifische Arten wie Barbe, Gründling, Barsch oder Rotauge findet man. „Es ist eine gesunde Mischung im äschentypischen Mittelgebirge vorhanden“, so Rose.

In einem Pilotprojekt hatte e mit dem Fischereiverband zehn Fische mit einem Sender versehen, um ihre Verhalten über knapp sechs Monate zu erforschen. „Am Tage haben sich Barbe und Äsche kaum bewegt. Erst bei Dunkelheit sind sie aktiv geworden“, schwärmt Ro-se. Zwischen 20 und 700 Metern bewegten sie sich flussabwärts. Bei den Beobachtungen hat er die Laichorte entdeckt. An manchen Stellen laichten bis zu 20 Barben .

Deutliche Zunahme der Fischbestände

Aus der Elektrobefischung nach der Ruhr-Renaturierung wurden folgende Erkenntniss gezogen: deutliche Zunahme der Bestände, insbesondere Jung- und Kleinfische; Besiedlung der flachen Bereiche durch kleine Arten und Jungfische.’ Das Büro für Landschaftsplanung, die NZO-GmbH, bittet Sportfischer um deren Daten um so ein Gesamtbild zum Fischbestand zu erhalten. Die NZO-GmbH betonte, dass man abwarten müsse und den Fluss „arbeiten“ lassen solle. Es würden sich wieder andere Fische ansiedeln. Das Elektrofischen basiere auf Stichproben und könne nicht für generell gesicherte Aussagen sorgen.